Paukenschläge zur Saisoneröffnung: US-Stars Greene und Jones in eigener Liga
zuletzt aktualisiert: 14.05.2000 - 16:23Neuss (sid). Die US-Stars haben die Leichtathletik-Saison vier Monate vor den Olympischen Spielen in Sydney mit Paukenschlägen eröffnet. Beim Grand-Prix-Auftakt in Osaka rannten Marion Jones in 10,84 und Maurice Greene in 9,91 Sekunden über 100 m bereits in einer eigenen Liga. Auch die Lufthoheit übernahmen die Amerikaner frühzeitig: Weltmeisterin Stacy Dragila egalisierte mit 4,60 m den von ihr selbst und der Australierin Emma George gehaltenen Stab-Weltrekord im kalifornischen Modesto, wo der Hallen-WM-Zweite Jeff Hartwig mit 5,92 m ein erstes Saisonmaß setzte.
Von den deutschen Assen zeigten Zehnkampf-Star Frank Busemann und Hammerwurf-"Oldie" Heinz Weis starke Frühform. Busemann lief auf seiner Heimanlage in Dortmund die 100 m bei leichtem Gegenwind in 10,94 und die 200 m in 21,86 Sekunden. "Sonst habe ich immer mit einer 22er-Zeit über 200 angefangen. Das lässt doch einiges erhoffen", meinte der Olympia-Zweite von Atlanta, der außerdem mit 46,51 m im Diskuswurf nur 19 Zentimeter unter seiner Bestleistung blieb.
Der 36-jährige Leverkusener Weis übertraf in Osaka mit 78,98 m bereits zum zweitenmal die Olympia-Norm (76,50) und musste sich nur Murofushi Koji geschlagen geben, der als erster Japaner mit 80,23 die 80-m-Marke übertraf. Der amtierende Weltmeister Karsten Kobs (Leverkusen/76,46) wurde Fünfter. "Ein Super-Saisonauftakt. So darf es ruhig weiter gehen", sagte Ex-Weltmeister Weis, der seine Abschieds-Saison in Sydney mit der vierten Olympia-Endkampfteilnahme krönen will.
Der einstige Marathon-Komet Stephan Freigang aus Cottbus hat dagegen seine letzte Chance auf die Olympia-Qualifikation kläglich verspielt und steht vor den Scherben seiner Karriere. Der 32 Jahre alte Olympiadritte von 1992 lief in Hannover weit abgeschlagen nach 2:36:25 Stunden als Siebter ins Ziel, es siegte der Pole Waldemar Glinka in 2:12:55. Freigang scheiterte bereits zum drittenmal, seine bisherigen Qualifikationsversuche im Herbst in Frankfurt und im April in Rotterdam hatte er vorzeitig beendet.
Lautsprecher Maurice Greene klopfte bereits wieder große Sprüche: "Ich habe in diesem Jahr 9,76 Sekunden als Ziel, aber mein Coach glaubt, dass ich 9,60 laufen kann." Der Schützling des kalifornischen Star-Trainers John Smith hatte im Juni vergangenen Jahres in Athen in 9,79 Sekunden den kanadischen Olympiasieger Donovan Bailey als Weltrekordler entthront.
Weltmeisterin Marion Jones meinte nach ihrem furiosen Saisonauftakt: "Ich fühlte mich gut. Ich habe eigentlich schon eine 10,7-Form, aber es sind noch einige Dinge zu verbessern." In Sydney möchte die 24-Jährige mit fünf Goldmedaillen Geschichte schreiben. Allerdings erhielten ihre hohen Erwartungen im Weitsprung einen ersten herben Dämpfer. Nach für sie lächerlichen 6,27 m und Platz vier verließ sie kommentarlos das Stadion.
Stacy Dragila kündigte für die US-Olympiaauscheidungen in Sacramento Ende Juli eine Höhe im Bereich von 16 Fuß, umgerechnet 4,88 m, an: "Heute war es wirklich nicht mein Ziel, Weltrekord zu springen. Ich habe große Möglichkeiten, werde nun an meiner Technik arbeiten, um die 16 Fuß zu erreichen", meinte Dragila, die beim WM-Gold in Sevilla im letzten Jahr bereits jene 4,60 m erreichte, die George am 21. März 1999 in Brisbane als erste Frau der Welt überwunden hatte. Unter dem Hallendach katapultierte sich die Weltmeisterin bereits über 4,62.
Einige Konkurrenten deutscher Medaillenhoffnungen in "down under" zeigten in Osaka bereits erstaunliche Form. Die 21,33 m von Jones-Ehemann und Kugelstoß-Weltmeister Cottrel J. Hunter dürften den WM-Zweiten Oliver-Sven Buder ebenso beeindruckt haben wie Ex-Weltmeisterin Grit Breuer die 50,04 Sekunden der WM-Vierten Falilat Ogunkoya (Nigeria) über 400 m. Ein erstes Ausrufezeichen setzte Ex-Diskus-
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum











