Tennis: German Open der Damen in Berlin: Venus Williams draußen - Schnitzer im Viertelfinale
zuletzt aktualisiert: 10.05.2001 - 16:45Berlin (rpo). Tennisprofi Miriam Schnitzer hat ihre bislang starken Leistungen bei den German Open in Berlin auch im Achtelfinale bestätigt. Die 24-Jährige aus Bocholt zog mit einem kämpferisch überzeugenden 7:5, 6:3-Erfolg gegen die Tschechin Denisa Chladkova ins Viertelfinale der mit 1,185 Millionen Dollar dotierten Veranstaltung ein.
Doch statt der Weltranglistenzweiten Venus Williams wartet dort am Freitag Justine Henin auf die Nummer 182 der Welt. Die 18-jährige Belgierin schaltete den US-Star mit 6:1, 6:4 aus. Gegen die 18. der Weltrangliste fand Hamburg-Siegerin Venus Williams nie zu ihrem gewohnten Spiel und kassierte die erste Niederlage seit dem 17. Februar. Damals hatte die Doppel-Olympiasiegerin beim Hallenturnier von Nizza gegen die Bulgarin Magdalena Maleewa verloren.
Vor allem der schwache Aufschlag, aber auch das druckvolle Spiel von Justine Henin gaben den Ausschlag für die erst dritte Niederlage der 20-Jährigen in diesem Jahr. Damit ist das Traumfinale gegen die Weltranglistenerste Martina Hingis geplatzt. Die Schweizerin gewann 6:3, 6:1 gegen Nathalie Dechy aus Frankreich. Auch Altmeisterin Arantxa Sanchez Vicario aus Spanien kam durch das 6:3, 1:6, 6:3 über die Slowakin Ludmila Cervanova unter die letzten Acht.
Unter strahlend blauem Himmel im Berliner Grunewald beeindruckte Miriam Schnitzer zur Mittagsstunde Gegnerin und Besucher mit ihrem tollen Kampfgeist. In einem verbissen geführten Grundlinienduell führte die deutsche Meisterin schnell 4:0 und ließ sich auch nicht von der stärker werdenden Denisa Chladkova und einem plötzlichen 4:5- Rückstand aus dem Konzept bringen. "Ich war so übermotiviert und wollte unbedingt die Revanche für Hamburg. Der Sieg über Nathalie Tauziat hat mir außerdem viel Selbstvertrauen geben", sagte Miriam Schnitzer.
Gegen Denisa Chladkova, die Nummer 54 der Welt, hatte sie in der Qualifikation von Hamburg vor gut einer Woche das bisher einzige Duell noch 5:7, 0:6 verloren. Diesmal drehte die letzte von ursprünglich sechs gestarteten deutschen Spielerinnen den Spieß im ersten Satz noch um und legte damit die Basis zum Erfolg. Die am Ende entnervt wirkende Kontrahentin setzte schließlich beim vierten Matchball eine Vorhand zur Entscheidung ins Aus.
Der Erfolg am Tag nach dem überraschenden Triumph über die Weltranglisten-Zwölfte Nathalie Tauziat aus Frankreich wird mit immerhin knapp 50 000 Mark belohnt - dem höchsten Scheck für die sympathische Rechtshänderin, die in diesem Jahr in keinem WTA-Turnier bisher eine einzige Runde im Hauptfeld gewinnen konnte und vor knapp zwei Jahren als 109. ihre bislang beste Weltranglistenplatzierung verzeichnen konnte. Der Viertelfinal-Einzug von Berlin dürfte Miriam Schnitzer etwa auf Rang 120 hieven. Einen Sehnenanriss im linken Handgelenk, den sie bei der Qualifikation für die Australian Open erlitt, hatte die gebürtige Freiburgerin in diesem Jahr zunächst zurück geworfen. "Ich habe dadurch viele Punkte in der Weltrangliste verloren", klagte Miriam Schnitzer. "Jetzt will ich in den kommenden Monaten die Top 100 angreifen."
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