Reiten:: Verbotenes Medikament bei Pferd von Michael Klimke nachgewiesen
zuletzt aktualisiert: 20.11.2000 - 16:33Hannover (dpa). Dressurreiter Michael Klimke (Münster) muss mit einer dreimonatigen Sperre rechnen. Bei seinem Pferd White Foot ist der Wirkstoff "Flunixin" nachgewiesen worden. Die Substanz war sowohl in der A- als auch B-Probe enthalten, die am 26. August beim Turnier der Sieger in Münster bei der Medikationskontrolle genommen worden war. Der 31-jährige Sohn des sechsmaligen Olympiasiegers Rainer Klimke veröffentlichte die Ergebnisse am Montag. "Die Substanz stammt von einem Mittel, das wir zehn Tage vorher gegen eine leichte Kolik gegeben haben", sagte Klimke.
Tierarzt Joachim Piotrowski hatte am 16. August den Hengst medikamentös behandelt. Neben dem Spasmolytikum "Buscopan" verabreichte der Arzt auch das Analgetikum "Finadyne". Dieses Medikament enthält als Wirkstoff die in den Proben festgestellte Substanz "Flunixin".
Der nachgewiesene Wirkstoff zählt nicht zu den Dopingmitteln, sondern zur so genannten Liste zwei. In dieser sind die im Wettkampf nicht erlaubten Mittel zusammengefasst. "Ich übernehme die Verantwortung", sagte Klimke. Allerdings zeigte er sich überrascht, dass der Wirkstoff in den Proben noch enthalten war: "Laut Packungsbeilage verliert das Mittel nach 36 Stunden seine Wirkung und ist nach sieben Tagen abgebaut."
Klimke ist der Fall vor allem deshalb unangenehm, weil die Probe bei einer nach seinem Vater benannten Prüfung genommen worden ist. Er hatte den Grand Prix special gewonnen und von seiner Mutter einen Ehrenpreis erhalten. Der Reiter wird nun disqualifiziert und muss Preisgeld und Siegerschleife zurückgeben. Anschließend muss die Disziplinarkommission der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) über eine mögliche Sperre entscheiden. Bisher ist Klimke noch nie auffällig geworden. Allerdings könnte ihm Fahrlässigkeit zur Last gelegt werden, weil er bei der Kontrolle keine Medikamente angegeben hatte.
"Ich habe ein reines Gewissen", sagte Klimke und erklärte so seinen Schritt in die Öffentlichkeit: "Aus Sicht meines Tierarztes gab es keine Bedenken." Der Jurist mit dem Spezialgebiet Sportrecht hatte in diesem Jahr seine bisher erfolgreichste Saison und stand auf der Warteliste für die Olympischen Spiele in Sydney. Erst am Wochenende war Klimke vom Dressurausschuss in den A-Kader befördert worden.
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