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Verlust der Champions League
ZDF sucht neue Partner bei TV-Rechten

Übersicht: Das kosten die TV-Rechte der Bundesliga seit 1965
Übersicht: Das kosten die TV-Rechte der Bundesliga seit 1965 FOTO: dapd, dapd
Nach dem Verlust der Champions-League-Rechte zeigt sich das ZDF offen für neue Wege und kann sich auch eine Zusammenarbeit mit neuen Mitbewerbern vorstellen.

"Wir werden uns von Fall zu Fall neue Bündnispartner suchen. Ich habe kein Problem, mich dazu zum Beispiel mit der Deutschen Telekom zu unterhalten, oder mit Amazon oder mit anderen Pay-TV- und Streaming-Anbietern, sagte Thomas Fuhrmann, Leiter der Hauptredaktion Sport im ZDF, der "Süddeutschen Zeitung".

In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass die Königsklasse ab der Saison 2018/2019 nur noch beim Pay-TV-Sender Sky und dem kostenpflichtigen Streamingdienst DAZN zu sehen sein wird. "So bitter das für das ZDF ist, wir können bei dieser Preisspirale nach oben nicht immer weiter mitmachen. Da treten plötzlich neue Wettbewerber auf, die über sehr viel Kapital verfügen und neue Geschäftsmodelle ausprobieren", sagte Fuhrmann.

Zudem kündigte er an, den Sport zukünftig stärker kritisch zu begleiten. "Wir werden unsere Kräfte einteilen und Akzente in den Themen Sportpolitik und Doping setzen. Das ist auch die originäre Aufgabe der öffentlich-rechtlichen Sender. Hier hat die ARD derzeit zwar einen Vorsprung, aber wir wollen aufholen", sagte er.

Bereits bei der Vergabe für die Rechte der Olympischen Spiele von 2018 bis 2024 waren die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF leer ausgegangen. 2015 hatte das Internationale Olympische Komitee (IOC) für 1,3 Milliarden Euro die Übertragungsrechte an Discovery, den Mutterkonzern des Spartensenders Eurosport vergeben. Auch die Verhandlungen von ARD und ZDF mit Discovery über die Erteilung von Sublizenzen waren im vergangenen Jahr gescheitert.

Fuhrmann hat die Hoffnungen auf eine mittelfristige Einigung dennoch noch nicht vollständig aufgegeben: "Wir werden jetzt erstmal mit großem Interesse verfolgen, wie das 2018 bei den Winterspielen in Pyeongchang läuft. Bis 2024 ist es noch eine sehr lange Zeit. Und die kennen ja unsere Telefonnummer."

(sid)
 
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