Tanja Szewczenko muss um WM-Qualifikation zittern: Verpatztes Kurzprogramm und dritter Platz bei der DM
zuletzt aktualisiert: 08.01.2000Berlin (sid). Nach einem verpatzten Kurzprogramm muss Tanja Szewczenko um den deutschen Meistertitel und damit um die Qualifikation für die diesjährigen Europa- und Weltmeisterschaften zittern. Bei ihrem verspäteten Saisondebüt im Rahmen der nationalen Titelkämpfe in Berlin landete die Düsseldorferin vor der Kürentscheidung am Sonntag (11.00 Uhr) nur auf dem dritten Rang.
Vor der 22-Jährigen platzierten sich die Münchnerin Zoja Duschin und Susanne Stadlmüller aus Stuttgart. Nur die neue deutsche Meisterin, die damit die Nachfolge der krankheitsbedingt fehlenden Titelverteidigerin Eva-Maria Fitze aus München antritt, darf bei EM und WM für die Deutsche Eislauf-Union an den Start gehen. Szewczenko hat allerdings noch die Chance, mit der besten Kür aus eigener Kraft ihren vierten nationalen Titel zu holen.
Der Rheinländerin, die in diesem Winter wegen einer Fussverletzung noch keinen Wettkampf hatte bestreiten können, missriet ihre Sprungkombination aus dreifachem Lutz und doppeltem Toe-Loop, zudem sprang sie den geforderten Doppel-Axel nur einfach. Bis auf 4,1 Punkte werteten die Juroren die EM-Dritte von 1998 herunter, in der B-Note für die Präsentation hingegen reichten die Bewertungen zu Recht bis zu 5,8 Zählern herauf.
Bereits am Nachmittag hatte sich der 1,62 m kleine Stefan Lindemann mit großen Sprüngen seinen ersten deutschen Meistertitel gesichert. Der Erfurter triumphierte in der Herren-Konkurrenz mit deutlichem Vorsprung vor dem Münchner Michael Hopfes und Silvio Smalun aus Oberstdorf.
Vor 1.500 Zuschauern, unter ihnen auch Manfred von Richthofen, Präsident des Deutschen Sportbundes (DSB), lief der 19 Jahre alte Thüringer wie schon im Kurzprogramm auch in der Kür in einer eigenen Klasse. Gleich zweimal gelang dem Schützling von Trainerin Ilona Schindler der Königssprung, der dreifache Axel, und auch die restlichen Sprünge landete er nahezu fehlerfrei. Mit Wertungen bis zu 5,9 Punkten benoteten die Preisrichter den Vortrag des letztjährigen Vize-Meisters.
"Über die gelungenen Dreifach-Axel habe ich mich wahnsinnig gefreut. Nach dem Erfolg hier möchte ich nun auch international nach vorne kommen", kommentierte der Schüler seine Leistung im Erika-Hess-Eisstadion.
Ungefährdet, aber nicht annähernd so souverän, liefen Peggy Schwarz und Mirko Müller in der Paarlauf-Konkurrenz zum Titel-Hattrick. Die Berliner Lokalmatadoren hatten schon im Kurzprogramm nicht den sichersten Eindruck gemacht, in der Kür patzte die 28-Jährige gleich dreimal. Rang zwei, gleichbedeutend mit der Qualifikation für EM und WM, ging an ihre Klubkollegen Mariana Kautz und Norman Jeschke, Katharina Rybkowski und Rico Rex belegten den dritten Platz.
Den verdienten Erfolg Lindemanns schmälerte auch das Fernbleiben von Titelverteidiger Andrejs Vlascenko nicht. Der Füssener kuriert derzeit einen Innenbandriss im rechten Knie aus und wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch nicht an den Europameisterschaften im Februar in Wien teilnehmen. Für diese Titelkämpfe sind Lindemann und der neue Vize-Meister Hopfes qualifiziert. Die ErgebnisseDamen, Stand nach dem Kurzprogramm: 1. Zoya Douchine (München) 0,5 Punkte; 2. Susanne Stadlmüller (Stuttgart) 1,0; 3. Tanja Szewczenko (Düsseldorf) 1,5; 4. Andrea Diewald (München) 2,0; 5. Katharina Häcker (Mannheim) 2,5; 6. Stephanie von der Thüsen (Dortmund) 3,0; 7. Katharina Wichert (München) 3,5; 8. Maria Resch (Berlin) 4,0
Eistanz, Stand nach dem Originaltanz: 1. Kati Winkler/Rene Lohse (Berlin) 1,0 Punkte; 2. Stephanie und Thomas Rauer (Essen) 2,0; 3. Barbara Hantusch/Denis Samochine (Düsseldorf/Dortmund) 3,0
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