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Monza
Verstappen will sich nicht erziehen lassen

Monza. Formel 1: Der 18 Jahre alte Niederländer will auch in Monza seinen umstrittenen Fahrstil beibehalten.

Nicht nur Sebastian Vettel und Nico Rosberg wollten dem neuen Bad Boy der Formel 1 ins Gewissen reden - doch Max Verstappen machte schon vor dem Fahrer-Meeting in Monza ziemlich deutlich, was er davon hielt. "Nur weil andere Piloten mir sagen, dass ich meinen Stil ändern soll, werde ich das doch nicht tun", sagte der 18-Jährige vor dem Großen Preis von Italien (morgen, 14 Uhr/RTL). Denn mit seinem harten Fahrstil, so sieht es der Red-Bull-Pilot, setzt er bloß eine wichtige Tradition in der Königsklasse fort. "Ich glaube", sagte der viel kritisierte Niederländer, "das gehört zur Formel 1. Michael Schumacher hat das auch so gemacht - und jetzt ist er siebenmaliger Weltmeister, oder nicht?"

Auch diese Vorwärtsverteidigung ist es, die Verstappen derzeit zum wichtigsten Gesprächsthema und auch zur großen Attraktion der Formel 1 macht. Der Teenager, seit Mai jüngster Rennsieger der Formel-1-Geschichte, steckt angesichts der wachsenden Kritik nicht zurück. Im Gegenteil. Ein Generationenkonflikt im Fahrerlager ist die Folge.

Vor einer Woche in Spa sorgte ein plötzlicher Spurwechsel Verstappens bei Tempo 320 für Aufsehen, Kimi Räikkönen musste sein Überholmanöver abrupt abbrechen, um einen Unfall zu verhindern. Vettel zeigte sich durchaus verständnisvoll für "jugendlichen Leichtsinn", aber er kündigte eben auch Gespräche an. Dies sei die beste Möglichkeit, einen jungen Fahrer zu "erziehen", so der Deutsche. Rennleiter Charlie Whiting beließ es in Monza indes bei einer "freundlichen Warnung".

"Endlich gibt es wieder spannende Rennen mit Zweikämpfen, und dann wird wieder herumgemeckert", sagt Helmut Marko, Motorsportberater bei Red Bull: "Ich weiß nicht, was die Leute wollen." Der Österreicher steht natürlich nicht im Verdacht, das Thema unbefangen zu bewerten, trotzdem spricht er einen wichtigen Punkt an. Verstappen gibt der Formel 1 zur Zeit ein Stück Identität zurück. Denn von rauen Zweikämpfen, vom risikoreichen Motorsport war in der manchmal steril wirkenden Serie zuletzt selten die Rede. Dabei ist genau das eine ihrer faszinierendsten Eigenschaften.

Verstappen kümmere die Kritik nicht sonderlich, sagte sein Teamchef Christian Horner: "Er konzentriert sich auf seinen Job und lässt sich nicht von Nebengeräuschen einschüchtern. Das zeichnet ihn aus als großes Talent und als Star der Zukunft."

(sid)
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