Nach Aberkennung der Goldmedaille: VfK Schifferstadt steht hinter Olympiasieger Alexander Leipold
zuletzt aktualisiert: 18.10.2000 - 16:32Schifferstadt (dpa). Der siebenfache deutsche Ringermeister VfK Schifferstadt bietet dem des Dopings überführten Olympiasieger Alexander Leipold Rückendeckung. Der Gesamtvorstand sowie Ältesten- und Ehrenrat des 650 Mitglieder zählenden Vereins sind nach einer eingehenden Anhörung des Goldmedaillen-Gewinners im Freistil- Weltergewicht fest davon überzeugt, "dass er nicht wissentlich verbotene Substanzen zu sich genommen hat".
Leipold beteuerte auch vor den Gremien des VfK Schifferstadt seine Unschuld und bekräftigte, dass er alles in seiner Kraft stehende tun werde, um die gegen ihn erhobenen Dopingvorwürfe aufzuklären und aus der Welt zu schaffen. Allerdings weiß der 31-Jährige, dass ihm dazu kaum noch Möglichkeiten gegeben sind. Seine Hoffnung ist, dass den Sportmedizinern ein wissenschaftlicher Nachweis gelingt, nachdem Spitzensportler über 30 Jahre körpereigenes Nandrolon in größeren Mengen als normal produzieren. Bei Leipold war Nandrolon in rund zehnfach höherer Dosis als erlaubt in einer Urinprobe festgestellt worden.
Die Medizinische Kommission des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) hatte der IOC-Exekutive am Montag empfohlen, Leipold die Goldmedaille abzuerkennen. Der Deutsche Ringer-Bund (DRB) hatte Leipold am Dienstag mit sofortiger Wirkung gesperrt.
Der VfK Schifferstadt distanzierte sich nach der Sitzung seiner Führungsgremien "als Traditionsverein des deutschen Ringersports" jedoch erneut "von jeglicher Art des Dopings und von Manipulationen im Sport". Vereinschef Werner Schröter will Leipold aber "alle nur mögliche Hilfe" zuteil werden lassen, um dessen Unschuld zu beweisen. Zu diesem Zweck wurde mit dem ehemaligen Justiziar des 1. FC Kaiserslautern, Axel Ulmer, ein zusätzlicher Rechtsanwalt zur Wahrung von Leipolds Interessen eingeschaltet. Schröter: "Wir lassen einen Sportler nicht fallen, wenn er glaubhaft versichert, dass er sich nichts zu Schulden hat kommen lassen."
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