18.500 Fans in Kölnarena erwartet: VfL Gummersbach - THW Kiel bricht alle Rekorde
zuletzt aktualisiert: 29.11.2001 - 11:33Köln (rpo). Der Umzug von Handball-Rekordmeister VfL Gummersbach in die supermoderne KölnArena bricht alle Rekorde. 18.500 Zuschauer werden am Freitag (20.00 Uhr) in der größten deutschen Sporthalle den einst erfolgreichsten Klub der Welt im Spiel gegen Bundesliga-Tabellenführer THW Kiel unterstützen und damit einen Besucher-Weltrekord aufstellen.
Die bisherige Bestmarke für ein Handball-Vereinsspiel hielt der kroatische Meister Badel Zagreb, der in der Champions League dreimal seine Halle mit 14.000 Fans füllte. Der Bundesliga-Rekord stammt aus dem Jahr 1986. Damals verfolgten 10.500 Besucher das Revier-Duell OSC Dortmund gegen Tusem Essen.
"Wir hätten 25.000 Karten verkauft können. Das ist der größte Tag für Gummersbach nach einer harten Zeit mit sportlichen und wirtschaftlichen Problemen", meinte Gummersbachs Manager Carsten Sauer vor dem einzigartigen Event. Sauer kann den Anpfiff kaum erwarten: "Ich fühle mich wie ein Kind zwei Tage vor Weihnachten."
Auch Bundestrainer Heiner Brand, mit dem der Traditionsverein aus dem oberbergischen Land in den siebziger und achtziger Jahren die größten Erfolge feierte, ist von dem Ausflug "seines" Teams begeistert: "Das ist ein Höhepunkt für den deutschen Handball und für Gummersbach die Möglichkeit, woanders etwas zu bewegen als in der eigenen kleinen Sporthalle."
Weltmeister-Team von 1978 bestreitet Vorspiel
Die Liste der Ehrengäste ist lang. Fast das komplette Weltmeister-Team von 1978 mit Heiner Brand, Kurt Klühspies und Horst Spengler bestreitet ein Vorspiel gegen eine gemischte Gummersbacher und Kieler Traditionsmannschaft, für die unter anderem Torwart Andreas Thiel und THW-Manager Uwe Schwenker spielen werden. Auch Joachim Deckarm, der am 30. März 1979 nach einem Sturz bei einem Europacupspiel des VfL in Tatabanya/Ungarn zum Pflegefall wurde, will sich das Spektakel in der riesigen Halle nicht entgehen lassen.
Die Gummersbacher Spieler, die am vergangenen Freitag beim 24: 23 gegen den Meisterschaftsfavoriten TBV Lemgo erstmals in dieser Saison über sich hinauswuchsen, fiebern der Partie seit Wochen entgegen. Torjäger Kyung-Shin Yoon hat sogar seine Eltern aus dem fernen Südkorea einfliegen lassen. "Das ist ein Traum von mir, vor ausverkauftem Haus in dieser Halle zu spielen", meinte der weltbeste Linkshänder und dreimalige Bundesliga-Torschützenkönig.
Krämer ist Initiator des Spektakels
Initiator des Spektakels ist Hans-Peter Krämer, bekennender Handball-Fan und Vorstandsvorsitzender der Kölner Kreissparkasse, die für die Organisation des Spieles verantwortlich zeichnet. "Mein Herz hängt seit Jahrzehnten am VfL, der Klub hat eine einzigartige Vergangenheit und Titel wie Briefmarken. Aber die Zeit, in der Bürgersteige in Gummersbach blau und weiß angestrichen wurden, sind längst vorbei", sagt Krämer.
Zur Zeit dümpelt der deutsche Rekordmeister am Tabellenende der Bundesliga herum, die Zuschauerzahlen sind rückläufig, aus dem Mittelmaß kommt man mit 400 bis 1000 Besuchern pro Heimspiel nicht raus. Der VfL kassiert für die Partie in Köln von der Kreissparkasse eine Garantiesumme von 100.000 Mark, und auch die Vermarktungsrechte liegen beim Verein. Unterm Strich könnte die Einnahme des Rekordmeisters damit rund 200.000 Mark betragen.
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