Internationales Tennisturnier in München: Vinck und Schüttler weiter - Haas raus
zuletzt aktualisiert: 30.04.2001 - 21:32München (rpo). Auch ohne die Daviscup-Spieler Tommy Haas und Nicolas Kiefer haben die deutschen Tennisprofis beim ATP-Turnier in München einen optimalen Start hingelegt. Christian Vinck und Rainer Schüttlerkamen eine Runde weiter.
Als erster zog am Montag Christian Vinck (Halle) mit einem überraschenden 7:5, 6:1-Erfolg gegen den stärker eingeschätzten Franzosen Fabrice Santoro ins Achtelfinale ein, wenig später folgte Rainer Schüttler (Bad Homburg) mit einem hart erkämpften 6:1, 3:6, 7:5-Erfolg gegen den spanischen Sandplatz-Spezialisten Emilio Benfele Alvarez.
Ein guter Tag für die deutschen Profis aus der zweiten Reihe also, die nächsten Gegner aber sind schwer. Vinck trifft auf Titelverteidiger Franco Squillari (Argentinien), der mit dem Kroaten Goran Ivanisevic in nur 55 Minuten mit 6:3, 6:3 wie erwartet kurzen Prozess machte. Schüttler, der gegen Benfele-Alvarez nach 1:58 Stunden den dritten Matchball nutzte, muss sich mit dem Brasilianer Daniel Melo oder dem Australier Wayne Arthurs auseinandersetzen.
Lokalmatador Tommy Haas gab München einen Korb und schwingt wie Kiefer beim gleichzeitig stattfindenden ATP-Turnier in Palma de Mallorca den Schläger, weil er dort ein höheres Antrittsgeld bekam. Dennoch ließ sich Turnierdirektor Niki Pilic unter strahlend blauem Himmel die Laune nicht verderben. "Dass die besten Deutschen nicht bei einem deutschen Turnier sind, ist - gelinde gesagt - schon etwas merkwürdig", sagte der langjährige deutsche Daviscupchef. "Tommy war für uns schon ein Thema, aber er war einfach zu teuer." Alles nur eine Frage des Geldes.
Egal, auch so sorgten die deutschen Profis für positive Schlagzeilen, allen voran Christian Vinck. Der 26-jährige Linkshänder aus Halle, der seit kurzem von ehemaligen Profi Bernd Karbacher trainiert wird, zeigte gegen Fabrice Santoro vor nur 1. 000 Zuschauern auf dem Centre Court eine überzeugende Vorstellung. Nach 1:32 Stunden war er mit dem ersten Matchball am Ziel.
"Entscheidend war das Break zum 3:1 im zweiten Satz. Von da an habe ich locker und gelöst aufgespielt, mir ist alles gelungen. Nur so kann man einen so guten Mann schlagen", sagte Vinck und lächelte zufrieden: "Er war sicher der Favorit, aber ich habe meine Chance genutzt und eine sehr gute Leistung gebracht." Gegen Squillari, zweimaliger München-Sieger (1999/2000) und French Open-Halbfinalist 2000, wird es allerdings noch schwerer. Vinck, der in diesem Jahr bislang nur ein Spiel auf der ATP-Turnier gewann, hat sich ein einfaches Rezept zurecht gelegt: "Ich muss nur noch einmal über mich hinauswachsen."
Turnier auf Mallorca: Frühes Aus für Haas
Auch ein neuer Trainer konnte den deutschen Tennisprofi Tommy Haas nicht zurück in die Erfolgsspur führen. Zwei Tage nach der Verpflichtung des Niederländers Sven Groeneveld kassierte Haas, der an Nummer zwei gesetzt war, zum Auftakt des mit 500.000 Dollar dotierten ATP-Turniers auf Mallorca eine 3:6, 6:7-Niederlage gegen den spanischen Sandplatz-Spezialisten Galo Blanco. Bereits bei seinen letzten Auftritten in Monte Carlo, Miami und Indian Wells kam der Daviscup-Spieler jeweils nicht über das Achtelfinale hinaus.
Die Entscheidung zu Gunsten Blancos fiel im Tie-Break des zweiten Satzes, den der Spanier mit 7:4 für sich entschied. Bereits im ersten Durchgang hatte Haas zweimal sein Aufschlagspiel abgegeben. Blanco trifft nun auf seinen Landsmann Alberto Martin.
Am vergangenen Samstag hatte Haas die Verpflichtung Groenevelds bekannt gegeben. Der Niederländer, der zuvor den Holzmindener Nicolas Kiefer gecoacht hatte, ist nach Harold Solomon und Fitness-Coach Garvin Hopper bereits der dritte Trainer von Haas in der laufenden Saison. Kiefer spielt erst am Dienstag gegen den Slowaken Karol Kucera.
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