Vierter Platz beim Grand-Prix: Vlascenko macht ersten Schritt zur Eiskunstlauf-WM
zuletzt aktualisiert: 26.10.2003 - 12:30Reading (rpo). Die "Zirkusprinzessin" bescherte ihm beinah den Sprung aufs Treppchen. Letztlich blieb für den deutschen Eiskunstlauf-Meister Andrejs Vlascenko nur der unlückliche vierte Platz beim ersten Grand Prix-Wettbewerb Skate America in Reading.
Der vierfache deutsche Eiskunstlauf-Meister Andrejs Vlascenko hat mit einem guten Saisonstart den ersten Schritt zur Weltmeisterschaft nach Dortmund gemacht. Beim ersten Grand Prix-Wettbewerb Skate America in Reading kam der Wahl-Münchner am Wochenende auf den vierten Rang und verfehlte nur um 2,23 Punkte das Podest. Dank des neuen Wertungssystems, bei dem es keine Noten bis zu 6,0 mehr gibt, sind die Abstände besser messbar. "Schade, dass es nicht zu Platz drei gereicht hat", meinte Vlascenko, der seine letzte Saison läuft.
In seinem neuen Programm gelangen zu Beginn des Winters zwar noch nicht alle Sprünge, doch erhielt der ausdrucksstarke Läufer viel Beifall für seine Interpretation von Emmerich Kalmans "Zirkusprinzessin". Am Ende fehlte dem 29-Jährigen nur die Kraft für die Höchstschwierigkeiten. "Nach einer Grippe bin ich meine Kür erst einmal im Training durchgelaufen", sagte der gebürtige Lette. Im Kampf um den einzigen deutschen Startplatz im März bei der WM hat Vlascenko gegenüber Stefan Lindeman deutlich gepunktet.
Stefan Lindemann Neunter
Der Erfurter wurde in den USA Neunter. Allerdings erhielt Lindemann, der nur knapp am vierfachen Toeloop scheiterte, 2,48 Punkte mehr für die technischen Elemente als sein deutscher Konkurrent. Ausschlag gebend waren die schwachen Noten für Präsentation, Choreografie und Interpretation. "Daran muss ich noch hart arbeiten", erkannte der deutsche Vize-Meister. Der Abstand zu Sieger Michael Weiss (USA) war jedoch sowohl für ihn als auch für Vlascenko groß.
Die Amerikanerin Sasha Cohen meldete mit ihrem überlegenen Sieg Ansprüche auf die Nachfolge der fünffachen Weltmeisterin Michelle Kwan an, von der noch keiner weiß, ob sie in dieser Saison überhaupt antreten wird. Im Paarlauf-Wettbewerb schlugen die WM-Vierten Qing Pang/Jian Tong aus China knapp die WM-Dritten Maria Petrowa/Alexej Tichonow. Die Russen liefen zwar die beste Kür, konnten aber den Rückstand nach dem Kurzprogramm nicht mehr wettmachen und unterlagen den Asiaten mit nur 0,12 Punkten. Nach der alten Wertung hätte den St. Petersburgern der erste Platz in der Kür zum Gesamtsieg gereicht.
In allen vier Disziplinen wurden Weltrekorde aufgestellt. Das neue Wertungssystem, bei dem die Punkte addiert werden, kam in den USA zum zweiten Mal nach der Weltpremiere bei der Nebelhorn-Trophy im September in Oberstdorf zum Einsatz. Eine europäische Bestmarke erzielte der Münchner Andrejs Vlascenko in der Herren-Konkurrenz.
Weltrekorde, Eistanz: Tanith Belbin/Benjamin Agosto (USA) 212, 08 Punkte, Herren: Michael Weiss (USA) 206,94, Damen: Sasha Cohen (USA) 197,35, Paarlauf: Qing Pang/Jian Tong (China) 185,04.
Europarekorde, Eistanz: Elena Gruschina/Ruslan Gonscharow (Ukraine) 197,66), Herren: Andrejs Vlascenko (München) 188,54, Damen: Susanna Pöykiö (Finnland) 143,36, Paarlauf: Maria Petrowa/Alexej Tichonow (Russland) 184,92.
Deutsche Rekorde, Eistanz: Noch vakant, Herren: Vlascenko 188, 54, Damen: Denise Zimmermann (Mannheim) 118,35, Paarlauf: Nönnig/Bleyer 119,78.
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