Schwimm-EM: Silber und Bronze über 100 Meter Rücken: Völker haarscharf an Gold vorbei
zuletzt aktualisiert: 02.08.2002 - 23:35Berlin (rpo). Sandra Völker ist bei der Schwimm-EM in Berlin um Haaresbreite an Gold vorbeigeschrammt. Über 100 Meter Rücken war die Hamburgerin zwei Hunderstel langsamer als die Siegerin aus Russland. Bronze ging an Antje Buschschulte aus Wuppertal. Vom 3-Meter-Brett gab es ebenfalls Silber und Bronze für Ditte Kotzian (Foto) und Conny Schmalfuß.
Sandra Völker aus Hamburg hat bei der Schwimm-EM in Berlin über 100 m Rücken die Silbermedaille geholt und den Sieg dabei nur um zwei Hundertstelsekunden verpasst. Der Titel ging in 1: 01,40 Minuten an Stanislawa Komarowa aus Russland, die bereits Gold über die doppelte Distanz gewonnen hatte.
Dritte wurde die ebenfalls nur knapp geschlagene Wuppertalerin Antje Buschschulte mit 16 Hundertstelsekunden Rückstand auf die Siegerin. Völker gewann ihre insgesamt 57. Medaille bei Welt- und Europameisterschaften sowie Olympischen Spielen. Für den Deutschen Schwimm-Verband holten Völker und Buschschulte in den Beckenwettbewerben der EM die Plaketten Nummer 13 und 14.
"Ich bin leider zu schnell angegangen", sagte die 28-Jährige Völker, "hinten heraus habe ich gestanden wie ein Eimer." Antje Buschschulte war mit Bronze unzufrieden: "Mit der Zeit aus dem Halbfinale hätte ich gewonnen. Was soll's, es war alles ganz knapp."
Die Zwischenbilanz der Schwimmer: Sieben Mal Gold, vier Mal Silber und drei Mal Bronze. Cheftrainer Ralf Beckmann verlangt weiterhin eiserne Disziplin: "Wir sind schon unheimlich genau im Soll. Der Sonntag soll diese EM für uns krönen. Alle müssen sich zusammenreißen für ein erfolgreiches Final- Wochenende." Beckmann weiter: "Wir haben einen heimlichen Traum: So, wie wir mit zwei Staffel-Erfolgen angefangen haben, so würden wir am liebsten auch mit zwei Staffel-Erfolgen aufhören."
Van Almsick peilt viertes Gold an
Franziska van Almsick will am Samstag ihren Weltrekord über 200 m Freistil angreifen und zum vierten Gold anschlagen. "Ich habe verdammt viel Spaß gehabt, das war noch nicht alles", sagte sie am Freitag nach einem lockeren Halbfinal-Durchgang, "ich glaube, dass ich meinen Konkurrentinnen ein wenig Angst machen konnte." Managerin Regine Eichhorn machte allen Rücktrittsgerüchten ein Ende: "Ich halte das im Moment für abwegig."
Dritter Weltrekord durch Lisogor
Dem Ukrainer Oleg Lisogor ist am Freitag der dritte Weltrekord der EM gelungen. In 27,18 Sekunden war er über 50 m Brust um 21/100 Sekunden schneller als der Amerikaner Ed Moses am 31. März 2001 in Austin. Zweiter wurde der Ungar Mihaly Flaskay (27,51) vor seinem bereits 34 Jahre alten Landsmann Karoly Güttler (27,85). Titelverteidiger Mark Warnecke (27,93) aus Schwäbisch Gmünd wurde Vierter.
Enttäuschter Hoffmann kündigt Karriereende an
Der Russe Juri Prilukow hat bei den Schwimm-Europameisterschaften in Berlin überraschend den Titel über 1500 m Freistil gewonnen. Der amtierende Jugend-Europameister verwies in 15:03,88 Minuten den Italiener Christian Minotti in einem furiosen Endspurt mit 28 Hundertstelsekunden Vorsprung auf den Silberrang. Dritter wurde Titelverteidiger Igor Tscherwinski aus der Ukraine. Der frühere Doppel-Weltmeister Jörg Hoffmann aus Potsdam wurde enttäuschender Fünfter in 15:11,16 Minuten, Heiko Hell aus Elmshorn belegte in 15:14,41 den sechsten Rang.
Hoffmann hat anschließend sein Karriereende angekündigt. Das sei sein letztes Rennen auf der Langbahn über 1500 m Freistil gewesen, erklärte der 32-Jährige. Voraussichtlich wird er im Dezember in Riesa bei der Kurzbahn-EM seine Abschiedsvorstellung geben.
Zweiter Titel für den "fliegenden Holländer"
Olympiasieger Pieter van den Hoogenband aus den Niederlanden hat in Berlin seinen zweiten Titel gewonnen. Der "fliegende Holländer" setzte sich in Europarekordzeit von 1:44,89 Minuten über 200 m Freistil vor Emiliano Brembilla (1:46,94) und Titelverteidiger Massimiliano Rosolino (1:47,98), beide aus Italien, durch. Der deutsche Meister Stefan Herbst aus Leutzsch schlug nach 1:49,63 Minuten als Achter an. Van den Hoogenband war nur 18 Hundertstelsekunden langsamer als Australiens Weltrekordler Ian Thorpe bei seinem Sieg über die gleiche Distanz bei den Commonwealth-Spielen in Manchester.
Europarekordlerin Emma Igelström holte sich souverän den Titel über 50 m Brust in 31,17 Sekunden und damit ihr zweites Gold nach dem Titel über die doppelte Distanz. Die Heidelbergerin Simone Weiler wurde Sechste in 32,40 Sekunden, Carolin Böhm aus Rethen an der Leine belegte Rang acht in 32,57 Sekunden.
Schwimm-Europameisterschaften in Berlin, Ergebnisse
100 m Rücken, Frauen:
1. Stanislawa Komarowa (Russland) 1:01,40 Minuten; 2. Sandra Völker (Hamburg) 1:01,42; 3. Antje Buschschulte (Wuppertal/Uerdingen/Dormagen) 1:01,56; 4. Nina Schiwanewskaja (Spanien) 1:01,61; 5. Louise Ornstedt (Dänemark) 1:01,74; 6. Roxana Maracineanu (Frankreich) 1:02,62; 7. Alessandra Cappa (Italien) 1:03,33; 8. Irina Amschennikowa (Ukraine) 1:03,45
1500 m Freistil, Männer:
1. Juri Prilukow (Russland) 15:03,88 Minuten; 2. Christian Minotti (Italien) 15:04,16; 3. Igor Tscherwinski (Ukraine) 15:07,65; 4. Dragos Coman (Rumänien) 15:07,86; 5. Jörg Hoffmann (Potsdam) 15:11,16; 6. Heiko Hell (Elmshorn) 15:14,41; 7. Dimitri Koptur (Weißrussland) 15:30,22; 8. Shilo Ayalon (Israel) 15:30,82
200 m Freistil, Männer:
1. Pieter van den Hoogenband (Niederlande) 1:44,89 Minuten (Europarekord); 2. Emiliano Brembilla (Italien) 1:46,94; 3. Massimiliano Rosolino (Italien) 1:47,98; 4. Kvetoslav Svoboda (Tschechien) 1:48,36; 5. Romain Barnier (Frankreich) 1:48,82; 6. Olaf Wildeboer (Spanien) 1:49,24; 7. Athanasios Oikonomou (Griechenland) 1:49,41; 8. Stefan Herbst (Leutzsch) 1:49,63
50 m Brust, Männer:
1. Oleg Lisogor (Ukraine) 27,18 Sekunden (Weltrekord); 2. Mihaly Flaskay (Ungarn) 27,51; 3. Karoly Güttler (Ungarn) 27,85; 4. Mark Warnecke (Schwäbisch Gmünd) 27,93; 5. Jens Kruppa (Riesa) 27,98; 6. Mladen Tepavcevic (Jugoslawien) 28,10; 7. Hugues Duboscq (Frankreich) 28,16; 8. Roman Iwanowski (Russland) 28,66
100 m Schmetterling, Frauen:
1. Martina Moravcova (Slowakei) 57,20 Sekunden; 2. Otylia Jedrzejczak (Polen) 57,97; 3. Anna-Karin Kämmerling (Schweden) 58,94; 4. Johanna Sjöberg (Schweden) 59,10; 5. Daniela Samulski (Berlin) 59,56; 6. Vered Borochovski (Israel) 59,82; 7. Mette Jacobsen (Dänemark) 59,86; 8. Natalia Sutijagina (Russland) 1:00,08 Minuten
50 m Brust, Frauen:
1. Emma Igelström (Schweden) 31,17 Sekunden; 2. Swetlana Bondarenko (Ukraine) 31,77; 3. Jelena Bogomasowa (Russland) 32,10; 4. Madelon Baans (Niederlande) 32,31; 5. Majken Thorup (Dänemark) 32,39; 6. Simone Weiler (Heidelberg) 32,40; 7. Jelena Kormatschewa (Russland) 32,53; 8. Carolin Böhm (Rethen/Leine) 32,57
Halbfinals, für das Finale qualifiziert:
Männer
100 m Schmetterling:
1. Thomas Rupprath (Wuppertal) 52, 03 Sekunden, 2. Andrej Serdinow 52,24, 3. Denis Silantiew (beide Ukraine) 52,33, 4. Igor Martschenko (Russland) 52,40, 5. Joris Keizer (Niederlande) 52,82, 6. Lars Frolander (Schweden) 52,93, 7. Franck Esposito (Frankreich) 53,05, 8. Jere Hard (Finnland) 53,35
200 m Rücken:
1. Marko Strahija 1:58,45 Minuten, 2. Gordan Kozulj (beide Kroatien) 1:58,61, 3. Markus Rogan (Österreich) 1:58, 84, 4. Emanuele Merisi (Italien) 1:59,07, 5. Simon Dufour (Frankreich) 1:59,09, 6. Razvan Florea (Rumänien) 1:59,72, 7. Jorge Sanchez (Spanien) 1:59,96, 8. Blaz Medvesek (Slowenien) 2:00,31
Frauen
200 m Freistil:
1. Camelia Potec (Rumänien) 1:59,45 Minuten, 2. Franziska van Almsick (Berlin) 1:59,61,
200 m Brust:
1. Mirna Jukic (Österreich) 2:26,17 Minuten, 2. Agnes Kovacs (Ungarn) 2:28,00, 3. Emma Igelstrom (Schweden) 2:28, 41, 4. Anne Poleska (Krefeld) 2:28,77, 5. Diana Remeyi (Ungarn) 2: 29,81, 6. Chiara Boggiatto 2:31,13, 7. Sara Farina (beide Italien) 2:31,54, 8. Belen Domenech (Spanien) 2:32,46
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