| 07.55 Uhr

Wolfsburg
Volkswagen zieht sich aus der Rallye-WM zurück

Wolfsburg. Volkswagen zieht sich aus der Rallye-WM WRC zurück und richtet sein Motorsportprogramm neu aus. Das gab der Konzern gestern bekannt. Demnach verabschiedet sich das Erfolgsteam um den viermaligen Weltmeister Sébastien Ogier (Frankreich) nach dem Ende der laufenden Saison aus der Rennserie. Am vergangenen Wochenende hatte Volkswagen in Großbritannien vorzeitig den vierten Hersteller-Titel in Folge gewonnen.

"Die Marke Volkswagen steht vor gewaltigen Herausforderungen. Mit dem anstehenden Ausbau der Elektrifizierung unserer Fahrzeugpalette müssen wir all unsere Anstrengungen auf wichtige Zukunftstechnologien konzentrieren", sagte Entwicklungsvorstand Frank Welsch zu der Entscheidung: "In der WRC haben wir unsere sportlichen Ziele weit übertroffen, nun werden wir Volkswagen Motorsport neu ausrichten und auch dort die Fahrzeugtechnik der Zukunft stärker in den Mittelpunkt rücken."

Konkret will VW nun eine Ausweitung der Aktivitäten im Rallycross prüfen. Im Gegensatz zur klassischen Rallye fahren beim Rallycross kleine Gruppen von Rennwagen Sprintrennen gegeneinander. "Gleichzeitig wird Volkswagen verstärkt im Kundensport Flagge zeigen", sagte Welsch. Der Konzern muss wegen des Dieselskandals sparen, gab am Mittwoch aber sämtlichen Mitarbeitern der Motorsportsparte eine Beschäftigungsgarantie.

In der vergangenen Woche hatte sich VW-Tochter Audi aus der Langstrecken-WM zurückgezogen und damit auch den legendären 24 Stunden von Le Mans den Rücken gekehrt. Die Ingolstädter steigen dafür in die Elektro-Serie Formel E ein. "Das Rennen um die Zukunft tragen wir elektrisch aus", sagte der Audi-Vorstandsvorsitzende Rupert Stadler.

Für VW ist die Rallye Australien Mitte November damit das letzte Rallye-Rennen, für die WRC bedeutet der VW-Ausstieg auf der Gegenseite einen harten Schlag. Die Wolfsburger hatten mit dem Polo-R die Serie in den vergangenen Jahren fast nach Belieben dominiert. Neben den vier Fahrertiteln für Ogier hatte VW seit 2013 jeweils auch die Konstrukteurs-Weltmeisterschaft gewonnen. In der Saison 2016 siegte VW in acht von bislang zwölf Rennen.

"Natürlich bedauern wir den Abschied aus der WRC sehr - für die Marke Volkswagen war es das bislang erfolgreichste Kapitel ihrer Motorsport-Geschichte", sagte Volkswagen-Motorsport-Direktor Sven Smeets gestern zum Rückzug, fügte aber hinzu: "Gleichzeitig ist unser Blick nach vorne gerichtet, denn wir sind uns der großen Herausforderungen des gesamten Unternehmens bewusst."

(sid)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Wolfsburg: Volkswagen zieht sich aus der Rallye-WM zurück


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.