Protest gegen Vorjahressieger: Vor dem Rallye-Finale: Kleinschmidt Zweite hinter Schlesser
zuletzt aktualisiert: 20.01.2001 - 21:38Tambakunda/Senegal (sid). Jutta Kleinschmidt steht kurz vor ihrem größten Erfolg bei der Wüstenrallye Paris-Dakar, der Franzose Jean-Louis Schlesser unmittelbar vor seinem dritten Triumph in Folge. Die Mitsubishi-Pilotin aus Köln verbesserte sich mit ihrem Beifahrer Andreas Schulz (München) am Samstag als Dritte der 19. und vorletzten Etappe von Tambacounda nach Dakar im Senegal auf den zweiten Platz der Gesamtwertung. Sie liegt damit 35:58 Minuten hinter dem Tagessieger und neuen Spitzenreiter Schlesser.
Beide profitierten allerdings vom Pech des bislang führenden Japaners Hiroshi Masuoka, der wegen eines Schadens am rechten Hinterrad seines Mitsubishi auf dem vorletzten Teilstück über insgesamt 564 km (davon 217 Wertungskilometer) als 36. 46:21 Minuten verlor. Mit jetzt 38:53 Minuten Rückstand auf "Wüstenfuchs" Schlesser muss er seine Siegträume wohl endgültig begraben.
Masuokas Missgeschick bei Kilometer 25 hatte jedoch einen Beigeschmack, weil es bei einem Überholmanöver gegen Schlessers Teamkollegen Juan Manuel Servia passierte. Sowohl Servia als auch Schlesser waren vor ihrer eigentlichen Startzeit auf die Strecke gegangen und fuhren damit während der Etappe in der Nähe oder vor dem Japaner. Nach Abschluss der Etappe kassierten sie dafür Zeitstrafen von sechs (Schlesser) bzw. zwölf Minuten (Servia).
Ob der Masuoka am Sonntag beim "Schaulaufen" auf den letzten 25 Kilometern der Wüstentour die 2:55 Minuten auf seine Markenkollegin Kleinschmidt noch aufholen kann, ist sehr fraglich. Für die 38-Jährige, die 1999 als erste Frau bei der Dakar eine Etappe gewann, wäre Platz zwei in der Gesamtwertung die bisher beste Platzierung. 1999 stand sie als Dritte erstmals auf dem Siegerpodest, im Vorjahr wurde sie Fünfte.
Bereits abgeschlagen sind im Gesamtklassement Servia (1:42:55 Stunden zurück) und der Portugiese Carlos Sousa (2:44:49). Am Samstag war Sousa als Zweiter (0:41) schneller als Kleinschmidt (3:43), Servia fiel nach der Zeitstrafe vom ursprünglich zweiten auf den siebten Rang zurück (11:25).
Bei den Motorrädern hat der Italiener Fabrizio Meoni den Gesamtsieg vor Augen. Der KTM-Pilot verteidigte mit Platz neun am Samstag beim Tagessieg seinen Landsmanns Giovani Sala (KTM) seinen ersten Platz im Gesamtklassement erfolgreich. Sein letzter Verfolger Jordi Arcarons aus Spanien verlor als Tageszwölfter sogar noch weiteren Boden auf Meoni und liegt vor der letzten Etappe nun 25:03 Minuten zurück. Dritter ist der Chilene Carlo de Gavardo (KTM/43:58).
23.Rallye Paris - Dakar, 19. Etappe über 564 km von Tambakunda nach Dakar/Senegal:
Automobilwertung: 1. Jean-Louis Schlesser/Henri Magne (TV/Frankreich) Schlesser-Megane 2:26:39 Stunden, 2. Carlos Sousa/Jean-Michel Polato (Portugal/Frankreich) Mitsubishi 0:41, 3. Jutta Kleinschmidt/Andreas Schulz (Köln/München) Mitsubishi 3:43, 4. Gregoire de Mevius/Alain Guehennec (Belgien/Frankreich) Nissan 4:23, 5. Stephane Henrard/Jose Manuel Martinez (Belgien/Spanien) VW 4:51, ... 7. Jose Maria Servia/Jean-Marie Lurquin (Spanien/Belgien) Schlesser-Megane 11:25, ... 36. Hiroshi Masuoka/Pascal Maimon (Japan/Frankreich) Mitsubishi 46:21
Gesamtwertung: 1. Schlesser 69:46:53 Stunden, 2. Kleinschmidt 35:58 Minuten zurück, 3. Masuoka 38:53, 4. Servia 1:42:55, 5. Sousa 2:44:49, 6. Jean-Pierre Fontenay/Gilles Picard (Frankreich) Mitsubishi 4:27:21
Motorradwertung: 1. Giovani Sala (Italien) KTM 2:28:00 Stunden, 2. Cyril Despres (Frankreich) BMW 2:20 Minuten zurück, 3. Jimmy Lewis (USA) BMW 4:10, 4. Jean Brucy (Frankreich) KTM 4:45, 5. Kari Tianinen (Finnland) KTM 5:07, 6. John Deacon (Großbritannien) BMW 5:30 ... 9. Fabrizio Meoni (Italien) KTM 8:11 ... 12. Jordi Arcarons (Spanien) KTM 11:10
Gesamtwertung: 1. Meoni 69:43:49 Stunden, 2. Arcarons 25:03 Minuten zurück, 3. Carlo de Gavardo (Chile) KTM 43:58, 4. Esteve Pujol (Spanien) KTM 1:02:16, 5. Cox (Südafrika) KTM 1:18:55, 6. Deacon 3:46:47
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