Wegen Leistenbeschwerden: Vor der WM-Kür: Pluschenko gibt auf
zuletzt aktualisiert: 17.03.2005 - 11:47Moskau (rpo). Titelverteidiger und Lokalmatador Jewgeni Pluschenko hat wenige Stunden vor der Kür der Eiskunstlauf-WM in Moskau überraschend zurückgezogen. Der überragende Kufenstar der letzten Jahre laboriert seit mehreren Wochen an Leistenbeschwerden, die seit WM-Beginn immer gravierender geworden sind. Unterdessen bauten die Vorjahressieger Tatjana Nawka und Roman Kostomarow (Russland) ihren Vorsprung im Eistanz aus.
Sowohl die Qualifikations-Kür am Montag als auch das Kurzprogramm am Dienstag hatte der 22-Jährige nur unter Aufbietung aller Kräfte absolvieren können. Wegen eines Sturzes beim vierfachen Toe-Loop wäre der Russe lediglich vom dritten Platz aus in die Entscheidung gegangen. Vor dem Olympia-Zweiten von Salt Lake City lagen der Schweizer Stephane Lambiel sowie der letztjährige Europameister Brian Joubert aus Frankreich.
Nach einem letzten Test am Donnerstagmorgen entschied sich der Blondschopf nach Absprache mit seinem Trainer Alexej Mischin zur Aufgabe. "Ich bin in einer sehr schlechten körperlichen Verfassung, weil ich wegen meiner Verletzung vor Moskau zwei Wochen lang nicht trainieren konnte", hatte Pluschenko bereits nach dem Kurzprogramm mit nachdenklicher Miene erklärt. Schmerzstillende Spritzen brachten nicht die erhoffte Linderung.
Erste Anzeichen von Leistenbeschwerden hatten sich schon in der vergangenen Saison angedeutet, doch statt sich auszukurieren, bestritt Pluschenko im Herbst zahlreiche lukrative Schaulaufen, unter anderem bei "Art on Ice" in der Schweiz. Das kritisierte Ottavio Cinquanta, Präsident des Weltverbandes ISU, am Rande der WM in der russischen Hauptstadt: "Jewgeni hat sich einfach zu viele Auftritte zugemutet."
Deutsche Eistänzer auf Rang 21
Wenige Stunden später hatte das Publikum im Luschniki-Sportpalast wieder Grund zur Freude. Mit dem besten Originaltanz des Nachmittags bauten die Vorjahressieger Tatjana Nawka und Roman Kostomarow mit 114,64 Punkten ihren Vorsprung in der Eistanz-Konkurrenz weiter aus.
In Lauerstellung hinter Nawka/Kostomarow dürfen sich auch die US-Meister Tanith Belbin und Benjamin Agosto (109,72) Titelhoffnungen machen, Jelena Gruschina und Ruslan Gonscharow aus der Ukraine (104,47) sind aus dem Goldrennen. Die deutschen Meister Christina und William Beier (68,90) behaupteten immerhin ihren 21. Platz, als 26. verpassten Judith Haunstetter und Arne Hönlein (Augsburg/München) mit 55,91 Zählern erwartungsgemäß das Kürfinale am Freitag (17.00 Uhr).
"Das war nicht so unser Tag, mehrere Kleinigkeiten haben nicht gestimmt", sagte Christina Beier, und ihr Bruder ergänzte: "Als allererstes Paar auf das Eis zu gehen, ist immer ein Nachteil." Trainer Martin Skotnicky richtete seine Blicke schon auf die Jahre nach Olympia 2006 in Turin, wo seine Schützlinge noch nicht starten werden: "Christina und William sind jung, ihre Zeit kommt noch."
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