Telekom-Profi Andreas Klöden steigt aus: Vuelta: Heras fährt ins Goldtrikot
zuletzt aktualisiert: 10.09.2000 - 21:10Lagos de Covadonga (sid). Roberto Heras hat den finalen Kampf um den Sieg bei der Spanien-Rundfahrt eröffnet. Als Dritter hinter dem Russen Andrej Zintschenko und Igor Pugacci aus Moldawien auf der ersten von insgesamt vier Bergetappen der dritten Vuelta-Woche über 146,5 Kilometer zwischen Santander und Lagos de Covadonga übernahm der Spanier vom Kelme-Team das Goldtrikot des Führenden der Gesamtwertung von seinem Landsmann Angel Casero, der allerdings nur eine Sekunde Rückstand aufweist.
Für das Team Telekom gab es nur drei Tage nach der Aufgabe von Jan Ullrich (Merdingen) die nächste Enttäuschung. Andreas Klöden (Berlin), der im Gesamtklassement abgeschlagen zurück lag, stieg noch während der Etappe aus. "Ich bin sehr enttäuscht von ihm", sagte Telekom-Sportdirektor Rudy Pevenage, der den "Shooting Star" dieses Jahres selbst aus dem Rennen nahm: "Wir hätten sonst seine Form für Olympia in Sydney gefährdet."
Ullrich hatte die Spanien-Rundfahrt bereits am Donnerstag mit Rücksicht auf seinen Olympia-Start verlassen. Der Bonner Rennstall, der zuvor auch schon Danilo Hondo (Cottbus) durch Aufgabe verloren hatte, bestreitet die Vuelta nunmehr mit nur noch sechs Fahrern, von denen Alexander Winokurow als Bestplatzierter der Gesamtwertung auf Platz 23 Liegt. Der Kasache Alexander Winokurow war am Sonntag lange Zeit mit an der Spitze gefahren, bevor er am letzten Anstieg abreißen lassen musste.
Bei Kilometer 39 hatte sich zunächst eine 17-köpfige Gruppe mit den Telekom-Fahrern Winokurow und Matthias Kessler (Nürnberg) vom Feld abgesetzt. Am Beginn des Schlussanstiegs nach Covadonga 19,5 Kilometer vor dem Ziel hatten die Ausreißer ihren maximalen Vorsprung von 4:40 Minuten erreicht, der danach allerdings rasch kleiner wurde. Fünf Kilometer vor der Zielankunft hatte Heras dann alle "Flüchtigen" bis auf Zintschenko und Pugacci eingeholt.
Piccoli siegte am Samstag
Am Samstag hatte der Italiener Mariano Piccoli das Teilstück über 143,3 Kilometer mit Start und Ziel in Santander nach 3:15,44 Stunden souverän für sich entschieden. Der 29-Jährige, der schon 1997 einmal einen Tagessieg bei der Vuelta feierte und beim diesjährigen Giro d Italia auf der Etappe von Turin nach Mailand triumphierte, kam mit 23 Sekunden Vorsprung vor dem Franzosen Patrice Halgand und Francisco Cabello aus Spanien ins Ziel.
Die vorentscheidende Attacke hatte es nach 44 Kilometern gegeben, als sich gleich 17 Fahrer aus dem Peloton lösen konnten. Bis zum einzigen Berg des Tagesabschnitts nach 100 Kilometern, war die Spitzengruppe, der anfangs auch Telekom-Profi Kai Hundertmarck angehört hatte, auf fünf Fahrer geschrumpft. Piccolis Vorstoß erfolte sechs Kilometer vor dem Ziel.
Die nächste Bergetappe steht bereits am Montag auf dem Plan. Das 15. Teilstück führt über 164,2 Kilometer von Cangas de Onis nach Gijon, wobei die größeren Schwierigkeiten mit zwei Anstiegen der 2. Kategorie auf der ersten Hälfte lauern. Die Rundfahrt endet am kommenden Sonntag (17. September) mit einem 38 Kilometer langen Einzelzeitfahren in Madrid.
Ergebnisse:
55. Spanien-Rundfahrt, 14. Etappe über 146,5 km von Santander nach Lagos de Covadonga: 1. Andrej Zintschenko (Russland) 3:38:08 Stunden, 2. Igor Pugaci (Moldawien) 0:57 Minuten zurück, 3. Robert Heras (Spanien) 1:00, 4. Rafael Cardenas (Kolumbien) 1:26, 5. Carlos Sastre (Spanien) 1:35, 6. Pascal Herve (Frankreich) 1:37, 7. Paolo Lanfranchi (Italien) 1:58, 8. Oscar Sevilla 1:58, 9. Santos Gonzales 2:00, 10. Roberto Laiseka (alle Spanien) 2:02, 11. Raimondas Rumsas (Littauen) 2:14, 12. Angel Casero 2:15, 13. Igor Gonzales Galdeano (beide Spanien), 14. Pawel Tonkow (Russland) beide gleiche Zeit, 15. Roberto Sgambelluri (Italien) 2:18, ... 36. Alexander Winokurow (Kasachstan/Telekom) 5:33, ... 49. Jörg Ludewig (Steinhagen/Saeco) 8:05, ... 67. Matthias Kessler (Nürnberg) 10:03, ... 83. Rolf Aldag (Ahlen) 11:12, ... 89. Kai Hundertmarck (Kelsterbach/alle Telekom) 12:28, ... 99. Dirk Ronellenfitsch (Heidelberg/Farm Frites) 14:00, ... 103. Ralf Grabsch (Hürth) 14:15, ... 120. Giovanni Lombardi (Italien/beide Telekom) 16:09
Gesamtwertung: 1. Heras 47:15:54 Stunden, 2. Casero gleiche Zeit, 3. Galdeano 1:48 Minuten zurück, 4. Gonzales 2:29, 5. Tonkow 3:21, 6. Rumsas 4:19, 7. Sastre 4:57, 8. Wladimir Belli (Italien) 4:58, 9. Manuel Beltran 5:15, 10. Jose Rubiera 5:52, 11. Abraham Olano 6:17, 12. Fernando Escartin (alle Spanien) 6:28, ... 23. Winokurow 14:48, ... 51. Ludewig 52:54, ... 56. Hundertmarck 57:09, ... 60. Aldag 1:00:18, ... 103. Grabsch 1:27:12, ... 105. Kessler 1:27:46, 106. Lombardi 1:28:26, ... 136. Ronellenfitsch 1:45:16
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum











