Welt-Anti-Doping-Agentur im Vorfeld der Olympischen Spiele: WADA: 2500 unangemeldete Kontrollen
zuletzt aktualisiert: 30.05.2000 - 14:12Bratislava (dpa). Die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA wird im Vorfeld der Olympischen Spiele von Sydney 2 500 unangemeldete Kontrollen aus ihrem diesjährigen Acht-Millionen-Dollar-Budget finanzieren. Dies kündigte Richard Pound, der Vizepräsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), am Dienstag auf der Konferenz der Sportminister von 41 Mitgliedsstaaten des Europarates in Bratislava an. Pound äußerte zugleich die Hoffnung, dass über andere Finanzierungen noch einmal die gleiche Zahl an Proben erfolgen könne. Der Kanadier ist Vorsitzender des WADA-Stiftungsrates.
Pound kündigte an, dass die Konstituierung des zehnköpfigen Exekutiv-Komitees der WADA auf den kommenden Monat verschoben wurde, um den Regierungen Gelegenheit zu geben, geeignete Kandidaten zu finden. Am Rande der Konferenz hatte die französische Sportministerin Marie-George Buffet, die durch spektakuläre Entscheidungen im Zusammenhang mit Doping-Vorfällen bei der Tour de France bekannt wurde, mitgeteilt, dass sie ihre Kandidatur für das Gremium zurückziehen werde. Auf Grund von Blockbildungen zwischen europäischen Ländern sehe sie keine Chance für ihre Kandidatur.
In ihrer Rede vor den Sportministern hatte sie gefordert, die WADA schnellstmöglich von einer Stiftung in eine öffentliche internationale Institution umzuwandeln. Pound nahm diesen Vorschlag mit Zurückhaltung auf und erklärte, es seien bei der Umsetzung dieses Bestrebens viele Dinge zu klären, so die Einbeziehung von Sportlern und Verbänden in die Arbeit.
Um die Dopingtests im Vorfeld von Sydney so effektiv wie möglich zu gestalten, werde jetzt in der WADA eine Dringlichkeitsliste erstellt. Zunächst werde geprüft, in welchen Sportarten die Einnahme von verbotenen Substanzen die größten Effekte bringe.
Zum anderen würden Vergleiche angestellt, wie viele Tests in der Vergangenheit in den einzelnen Verbänden durchgeführt wurden, so Pound. Erst danach werde die Zahl der Kontrollen in den olympischen Sportarten festgelegt. Die von der WADA angestrebte neue Liste der verbotenen Substanzen stellte Pound erst für die Olympischen Winterspiele 2002 in Aussicht, um die Erfahrungen von Sydney nutzen zu können.
Der IOC-Vizepräsident forderte die Sportminister auf, sich auch mit den Fragen der Finanzierung der Agentur ab 2002 intensiv auseinander zu setzen. Ende 2001 läuft die Übergangsfinanzierung durch das IOC, das 25 Millionen Dollar zur Verfügung stellte, aus. Ab 2002 wird das Budget zwischen der olympischen Bewegung und den Regierungen zu gleichen Teilen gesplittet. Die Europäische Union hatte unlängst drei Millionen Mark zur WADA-Finanzierung ab 2002 in Aussicht gestellt.
Weitere Themen der 9. Sportminister-Konferenz in der slowakischen Hauptstadt sind die sexuelle Belästigung von Frauen und Kindern im Sport sowie die Abhängigkeit von Sport und Umwelt. Zu diesem Schwerpunkt hielt die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesinnenministerium, Cornelie Sonntag-Wolgast, das Grundsatzreferat. Sie forderte die Minister auf, künftig stärker als bisher Maßnahmen zum Klimaschutz sowie gegen die Gefährdung der Umwelt durch zunehmenden Autoverkehr bei Sportveranstaltungen ins Blickfeld zu rücken.
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