13. Lauf der Motorrad-WM in Valencia: Waldmann-Pleite in Valencia
zuletzt aktualisiert: 17.09.2000 - 18:37Valencia (dpa). Spätaufsteher Ralf Waldmann kam diesmal zu früh aus den Federn und wurde dafür hart bestraft. Der Aprilia-Pilot aus Ennepetal verspielte mit einem Frühstart aus der zweiten Reihe beim Großen Preis von Valencia am Sonntag alle Chancen auf einen Platz auf dem Siegerpodest und fügte einer Serie von Pleiten, Pech und Pannen in der Motorrad-Weltmeisterschaft ein weiteres unrühmliches Kapitel hinzu.
Nach verschlafenem Start in Brünn und einem Sturz in Estoril fuhr die Konkurrenz dem 34-Jährigen auch diesmal auf und davon. Weil Waldmann beim Start die rote Ampel ignorierte, musste er eine Stop-and-Go-Strafe von zehn Sekunden abbrummen und das Feld mit dem späteren Sieger Shinya Nakano aus Japan passieren lassen.
"Das war nicht unser Wochenende. Der Schuss ist in die falsche Richtung losgegangen", schimpfte Teamchef Dieter Stappert über Waldmanns Ungeduld, nachdem die deutschen Aprilia-Piloten bei vorangegangenen Rennen schon mehrfach den Start verschlafen hatten. Waldmann schaute sich den "Blitzstart" in der Achtelliterklasse ab. "Dort hat die Ampel innerhalb einer halben Sekunde von Rot auf Grün geschaltet, obwohl das Reglement drei bis fünf Sekunden vorschreibt. Und Ralf dachte, in der 250-er Klasse wird das genauso gemacht", klärte Stappert den Irrtum auf. Nach einer kämpferisch starken Aufholjagd sprang am Ende Platz 13 heraus. "Nun fahren wir nach Hause, lecken unsere Wunden und greifen beim nächsten Mal neu an", meinte Stappert.
Wenigstens erreichte der WM-Siebente Waldmann noch die Punkteränge, während Markenkollege Klaus Nöhles (Nettetal) seine Maschine nach einem Ausritt ins Kiesbett abstellte und Alexander Hofmann (Bochum) nur 18. wurde. Dem Franzosen Oliver Jacque reichte nach einem taktischen Rennen Platz zwei hinter Nakano. Die beiden Yamaha-Piloten untermauerten mit ihrem Doppelsieg vor Marco Melandri (Aprilia) nachdrücklich ihre Titelambitionen.
Jenker und Stolz ohne Chance
Auch in der 125-er Klasse hatten die beiden deutschen Piloten beim letzten WM-Lauf auf europäischem Boden nichts mit dem Ausgang des Rennens zu tun. Steve Jenkner aus Hohenstein-Ernstthal wurde 16., Reinhard Stolz (Bernau) 23. WM-Spitzenreiter Roberto Locatelli fuhr indes in 42:27,505 Minuten seinen vierten Saisonsieg ein und baute seine Führung weiter aus. Der Japaner Masao Azuma (Honda) blieb ihm dicht am Hinterrad, während sein Landsmann Youichi Ui (Derbi) im Spurt auf der Zielgeraden dem Spanier Pablo Nieto (Derbi) einen Podiumsplatz vor der heimischen Traum-Kulisse von 130.000 Zuschauern vermasselte. Spult Locatelli auch bei den letzten drei WM-Läufen in Brasilien, Japan und Australien sein Programm so fehlerfrei herunter wie in Spanien, dann dürfte er seine 24 Punkte Vorsprung vor Ui bis zum Saisonende behaupten.
In der "Königsklasse" sind die Messen nach dem Sieg des Australiers Garry McCoy (Yamaha) vor WM-Spitzenreiter Kenny Roberts (USA) wohl schon gelesen. Trotzdem boten die 500-er-Piloten ein hochklassiges Rennen, in dem Titelverteidiger Alex Criville (Frankreich) nach einem Sturz ebenso ausschied wie der Italiener Loris Capirossi. Eine spektakuläre Einlage so recht nach dem Geschmack der Zuschauer lieferte der Italiener Valentino Rossi. Der amtierende Weltmeister der Viertelliterklasse rutschte in einer Rechtskurve weg und fing seine Honda ab - das rechte Knie auf dem heißen Asphalt, das linke Bein gen Himmel gereckt. Nach diesem Adrenalin-Schock machte der junge Draufgänger wieder Boden gut, schied nach einem erneuten Rutscher drei Runden vor Schluss aber doch noch aus. Deutsche Fahrer oder Hersteller waren nicht am Start.
ERGEBNISSE:
Klasse bis 125 ccm (25 Runden = 100,125 km):
1. Roberto Locatelli (Italien) Aprilia 42:27,505 Minuten 2. Masao Azuma (Japan) Honda 42:27,938 3. Youichi Ui (Japan) Derbi 42:35,430 ... 16. Steve Jenkner (Hohenstein-Ernstthal) Honda 43:12,171; 23. Reinhard Stolz (Bernau) Honda 43:54,337
WM-Stand nach 13 von 16 Rennen:
1. Locatelli 205 Punkte 2. Ui 181 3. Alzamora 162 ... 12. Jenkner 59 19. Stolz 21 ------------------------------------------------------------------------------
Klasse bis 250 ccm (27 Runden = 108,135 km):
1. Shinya Nakano (Japan) Yamaha 43:49,140 Minuten 2. Olivier Jacque (Frankreich) Yamaha 43:53,425 3. Marco Melandri (Italien) Aprilia 44:03,988 ... 13. Ralf Waldmann (Ennepetal) Aprilia 44:45,849 18. Alex Hofmann (Bochum) Aprilia 45:09,979 Klaus Nöhles (Nettetal) gestürzt
WM-Stand nach 13 von 16 Rennen:
1. Jacque 241 Punkte 2. Nakano 219 3. Ukawa 198 ... 7. Waldmann 111 11. Nöhles 45 23. Hofmann 12 ------------------------------------------------------------------------------
Klasse bis 500 ccm (30 Runden = 120,15 km):
1. Garry McCoy (Australien) Yamaha 48:27,799 2. Kenny Roberts (USA) Suzuki 48:32,804 3. Max Biaggi (Italien) Yamaha 48:33,777
WM-Stand nach 13 von 16 Rennen:
1. Roberts 214 Punkte 2. Valentino Rossi (Italien) Honda 148 3. Carlos Checa (Spanien) Yamaha 141
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum











