Olympia-Vorbereitung gestört: Welle der Gewalt überschattet Russlands Sport
zuletzt aktualisiert: 06.03.2000 - 13:03Moskau (sid). Russlands Vorbereitungen auf die Olympischen Spiele in Sydney werden von einer Welle der Gewalt gegen die Athleten überschattet. Die Übergriffe auf russische Sportstars reißen nicht ab, fast jede Woche wird von einem Mord, einer Entführung oder einem Raubüberfall berichtet. "Wir haben viel in die Weltklasseathleten investiert in der Hoffnung, dass sie eines Tages Weltmeistertitel und olympische Medaillen gewinnen. Und dann zerstören solche Leute die gesamte Arbeit, das macht mich krank", meinte Oleg Kurbatow, Präsident des russischen Leichtathletik-Verbandes.
Jüngstes Opfer ist der 18 Jahre alte Junioren-Box-Europameister Sergej Latuschko, der beim Verlassen des Red Banner Stadions in Ramenskoje mit acht Schüssen niedergestreckt wurde. Nur ein paar Tage zuvor war die WM-Sechste über 800 m, Natalia Gorelowa, mit einer Eisenstange attackiert worden. Im Dezember wurde das Auto von Eiskunstlauf-Weltmeisterin Maria Butirskaja vor ihrem Haus in Moskau in die Luft gesprengt.
"Natalia Gorelowa war eine echte Medaillenhoffnung. Die Attacke gegen sie war nicht nur eine persönliche Tragödie, sondern ein Angriff auf Russland. Ihre Chancen sind seither drastisch gesunken", erklärt Kurbatow.
"Hier herrscht purer menschlicher Neid. Die Übergriffe haben nur ein Ziel, uns zu vernichten. Sie sind bereit uns mit allen Mittel aus dem Weg zu schaffen", sagt Gorelowa, die sich derzeit im Trainingslager Südafrika von ihren schweren Beinverletzungen erholt: "Ich bin froh, dass ich aus Russland weg bin. Es herrscht dort die blanke Angst. Der körperliche Schaden ist geheilt, aber der seelische nicht".
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum











