Eiskunstlauf: Wenig Verständnis für angedachten Olympiaverzicht
zuletzt aktualisiert: 27.01.2006 - 16:18München (rpo). Weiter Streit um den geplanten Olympiaverzicht von Paarläuferin Aljona Savchenko: Bei der deutschen Eislauf-Union (DEU) ist die Ankündigung auf wenig Verständnis gestoßen. "Ich werte dies als erste emotionale Reaktion, mehr nicht. Der Verband hat sehr viel investiert, sich mit Nachdruck für eine vorzeitige Einbürgerung eingesetzt, deshalb erwarten wir, dass Aljona mit etwas kühlerem Kopf zu einer anderen Ansicht kommt", sagte DEU-Sportdirektor Udo Dönsdorf.
Die gebürtige Ukrainerin, seit genau zwei Wochen mit einem deutschen Pass ausgestattet, hatte im Gespräch mit dem MDR erwogen, auf eine Teilnahme an den Winterspielen zu verzichten, weil ihr Trainer Ingo Steuer wegen seiner Stasi-Vergangenheit vom Nationalen Olympischen Komitee (NOK) keine Akkreditierung für Turin erhalten wird. Savchenkos Partner Robin Szolkowy hingegen möchte gern bei Olympia an den Start gehen.
Nach Gesprächen mit Steuer erwartet Dönsdorf von dem 39 Jahre alten ehemaligen Paarlauf-Weltmeister, dass er seine Schützlinge zu einer Turin-Teilnahme bewegen wird. "Dort können sie ja schließlich auch für ihn laufen", sagte Dönsdorf dem sid. Die beiden Chemnitzer hatten in der vergangenen Woche bei den Europameisterschaften in Lyon die Silbermedaille gewonnen und gehören auch in Turin zum Kreis der Medaillenkandidaten.
Ersten Überlegungen, auf die Dienste Steuers auch ohne Akkreditierung zurückzugreifen, erteilte Dönsdorf eine indirekte Absage: "Wir haben selbstverständlich die NOK-Entscheidung zu respektieren."
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