| 08.40 Uhr

Wolfsburg
Wenig Zuschauer beim Wolfsburger Sieg

Wolfsburg. Die sportliche Bilanz stimmte bei der Rückkehr des VfL Wolfsburg nach sechs Jahren in die Champions League mit dem 1:0-Sieg gegen den russischen Tabellenführer ZSKA Moskau. Beim Blick ins Stadionrund aber blieb die Freude aus. Nur 21.126 Zuschauer, darunter 400 russische Fans und 1200 Flüchtlinge, die der Klub eingeladen hatte, bildeten eine enttäuschende Kulisse. "Das war schade. Natürlich will man so ein Spiel vor ausverkauftem Haus erleben", sagte Siegtorschütze Julian Draxler.

Klaus Allofs reagiert mit Unverständnis. "Ich habe die Hymne gar nicht mitbekommen, weil ich erst einmal geguckt habe, wo die Leute sind", sagte der Manager. "Das war enttäuschend. Das hat die Mannschaft nicht verdient." Während die Liga-Spiele am Wochenende mit 30.000 Zuschauern in der Regel ausverkauft sind, bleiben Europapokal und DFB-Pokal in der Wochenmitte ein Problem. "Das war im letzten Jahr in der Europa League schon so", sagte Allofs. Offenbar bietet die 125.000-Einwohner-Gemeinde samt Umland nicht genug Fanpotenzial. "Vielleicht sollten wir die Leute zwangsverpflichten", scherzte Allofs.

Der Pokalsieger zeigte eines seiner besseren Spiele der letzten Zeit und verbuchte wichtige Punkte. "Für uns war es ganz wichtig, dass wir mit einem Sieg gestartet sind", betonte Draxler, der mit seinem genialen Auftritt in der 40. Minute die Entscheidung erzwang. Erst bediente er Mitspieler Max Kruse, um dann dessen Flanke im Nachsetzen über die Linie zu bugsieren. "Es war gut, dass ich eine zweite Chance bekommen habe", sagte der 15-malige Nationalspieler, nachdem er zunächst per Kopfball gescheitert war.

Bei Draxler und im ganzen Klub war die Erleichterung groß. Nach dem Rekordtransfer von 35 Millionen Euro plus Zusatzzahlungen lastete ein großer Druck auf den Schultern des Ex-Schalkers. "Er hat gezeigt, warum wir ihn geholt haben und er konnte schon gleich etwas zurückzahlen", sagte Trainer Dieter Hecking. Bei seinem Debüt in Ingolstadt (0:0) drei Tage zuvor spielte Draxler (wird 22 am kommenden Sonntag) noch unauffällig.

(sid)
 
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