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Bremen
Werder spielt in Trainerfrage auf Zeit

Bremen. Die Gefühlsexplosion im Weserstadion war erst wenige Momente alt, da kehrte Frank Baumann zügig zurück zu kühler, hanseatischer Sachlichkeit. "Wir dürfen uns bei der Entscheidung nicht nur von Emotionen leiten lassen", sagte der Sportdirektor von Werder Bremen zu den Chancen von Interimstrainer Alexander Nouri auf eine Anstellung als Chefcoach.

Kurz zuvor war Nouri seinem Kapitän Clemens Fritz wild jubelnd in die Arme gestürmt, die treuen grün-weißen Fans hatten beseelt "Oh, wie ist das schön" geschmettert - nach dem lange ersehnten Befreiungsschlag beim 2:1-Sieg gegen den VfL Wolfsburg glich die Arena des Traditionsklubs einem Tollhaus. Auch Baumann jubelte, machte aber bei Sky klar: "Finden wir einen Trainer, der besser zur aktuellen Situation bei Werder passt, werden wir versuchen, ihn auch zu verpflichten." Doch Nouri habe durchaus eine Chance, der Kandidatenkreis sei nur noch klein.

Baumann wie auch Aufsichtsratsboss Marco Bode betonten, dass sie sich bei der Neubesetzung der "wichtigsten Personalie" im Klub die Zeit für eine fundierte Entscheidung nehmen werden. Noch sei alles in "beide Richtungen offen", betonte Bode, der Nouri explizit für dessen Arbeit lobte. "Er ist schnell in die Herzen der Spieler gekommen", sagte der Europameister von 1996. Doch auch er machte klar, dass die Hanseaten weiter intensiv externe Lösungen prüfen.

Ein Vorgehen, das Nouri mit Gelassenheit begleitet. Er sei "einfach nur dankbar", dass ihm die Spieler in den beiden Partien nach der Entlassung von Viktor Skripnik vertraut hätten, sagte der nominelle U 23-Coach: "Mein Ego ist noch nicht so groß, dass ich mich da irgendwo sehen muss". Eine selbstlose Einstellung, die Baumann und Bode die Ruhe für die Fahndung verschafft.

Klaus Filbry, Vorsitzender der Werder-Geschäftsführung, bestätigte, dass sich der Klub intensiv mit Markus Gisdol befasst hatte. Doch Gisdol hat sich schließlich für den Hamburger SV entschieden. Weiter die Runde machte der Name von Andreas Herzog, eine Rückholaktion des früheren Meistertrainers Thomas Schaaf ist höchst unwahrscheinlich.

(sid)
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