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Düsseldorf
Werteverfall bei den Spielen - Sponsor zieht sich zurück

Düsseldorf. Der Schuhausstatter der deutschen Olympiamannschaft zieht sich wegen "starker Veränderung der Olympischen Spiele in den letzten Jahren" aus dem Olympia-Sponsoring zurück. Das in Walheim/Baden-Württemberg ansässige Unternehmen Sioux war seit den Spielen in München 1972 offizieller Ausstatter der deutschen Mannschaft.

"Olympia hat sich inzwischen zu weit von den Wurzeln entfernt, die Sioux seinerzeit in den 1970er Jahren bewogen haben, als Sponsor und Förderer aufzutreten", hieß es in einer Pressemitteilung. "In den vergangenen Jahren haben sich die Olympischen Spiele immer mehr vom eigentlichen Sinn entfernt: Statt vom olympischen Geist wird das Konstrukt Olympia heute rein von kommerziellen Interessen beseelt, einerseits von multinationalen Konzernen, andererseits von supranationalen Verbandsspitzen."

Gleichzeitig nehme die gesellschaftliche Verwurzelung der Olympischen Spiele ab, "wie auch in Deutschland die beiden negativen Volksentscheide in Bayern und Hamburg eindrucksvoll gezeigt haben", hieß es. Hinzu kämen "soziale, volkswirtschaftliche und ökologische Verwerfungen an den Austragungsorten".

"Unsere Kritik wendet sich nicht gegen die deutschen Verbände und auf gar keinen Fall gegen unsere Sportler, vor deren entbehrungsreichem Einsatz und deren Leistungen wir den Hut ziehen", wurde Geschäftsführer Lewin Berner zitiert: "Selbstredend wünschen wir der deutschen Mannschaft weiterhin viel Erfolg und vor allen Dingen friedliche Spiele in einer zunehmend unübersichtlichen Welt."

(sid)
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