Tennis-Tunier in Filderstadt: Wild Cards ausgespielt: Kandarr und Rittner stehen im Achtelfinale
zuletzt aktualisiert: 04.10.2000 - 15:50Filderstadt (dpa/sid). Jana Kandarr (rechts) und Barbara Rittner (unten) haben sich mit Überraschungssiegen für ihre Wild Card beim 24. Tennis-Grand- Prix-Turnier in Filderstadt bedankt. Die Weltranglisten-73. Jana Kandarr (Heidelberg) setzte sich am Dienstag gegen die um 27 Plätze besser notierte Russin Tatjana Panowa nach 61 Minuten mit 6:3, 6:2 durch. Die Leverkusenerin Barbara Rittner schlug in der ersten Runde vor 2 800 Zuschauern die favorisierte Elena Lichowtsewsa (WTA 26/ ebenfalls Russland) 6:2, 7:5 und steht ebenfalls im Achtelfinale.
Jana Kandarr war nach ihrem Achtelfinal-Aus in Sydney gegen die spätere Olympiasiegerin Venus Williams (USA) erst am Donnerstag wieder in Deutschland gelandet. "Ich bin super, super froh, dass ich Olympia mitgemacht habe", freute sich die sichtlich lockerer gewordene Abiturientin. "Ich finde, mein Spiel ist besser geworden, alles ist konstanter. Ich habe heute nur 80 Prozent von dem gezeigt, was ich spielen kann."
Die 24-Jährige war danach ganz heiß auf ein mögliches Duell der beiden Schönheiten gegen Anna Kurnikowa. Doch das russische Glamourgirl unterlag zum Leidwesen der Veranstalter der Belgierin Kim Clijsters 4:6, 3:6. Jana Kandarr ist auf Anna Kurnikowa nicht besonders gut zu sprechen. Wie sich ihre Rivalin gegenüber anderen Spielerinnen benehmen würde, sei "schon ein bisschen respektlos", manchmal sogar "unter aller Sau". Barbara Rittner trifft nun auf die an Nummer drei gesetzte Französin Nathalie Tauziat. Andrea Glass hatte am Montag ihre Chance nicht genutzt: Die Qualifikantin aus Benrath verpasste durch ein 4:6, 4:6 gegen die Tschechin Denisa Chladkova den Sprung ins Hauptfeld.
Die an Nummer eins gesetzte Vorjahressiegerin Martina Hingis, die in Australien nicht dabei war, hatte zu ihrem 20. Geburtstag am Samstag ein Freilos "geschenkt" bekommen und muss im Achtelfinale erst am Mittwoch gegen die Belgierin Justine Henin antreten. "Der Verzicht auf Olympia hat auch als Grund, dass ich hier einigermaßen gesund antreten kann", erklärte die Weltranglisten-Erste aus der Schweiz, die zuletzt in ihrem Domizil in Saddlebrook/Florida trainierte und die Auszeit auch für einen Ausflug nach Prag genutzt hat. Im Doppel-Wettbewerb durfte sich Hingis schon mal einspielen: Zusammen mit Anna Kournikowa gewann sie gegen Nicole Arendt/Manon Bollegraf (USA/Niederlande) 6:3, 6:2.
Nach den Absagen von Doppel-Olympiasiegerin Venus Williams, der Sydney-Finalistin Elena Dementiewa (Russland), der Karlsdorferin Anke Huber sowie den Französinnen Mary Pierce und Sandrine Testud können die Veranstalter nur noch neun der Top Zwanzig in Filderstadt präsentieren. Das Turnier war deshalb am Montag schwer wie selten in Gang gekommen. "Die Ausgangsbasis", räumte Turnierdirektor Michael Uhden ein, "ist dieses Jahr alles andere als glücklich". Zudem haben sich einige Spitzenspielerinnen für einen Start beim gleichzeitig stattfindenden WTA-Turnier in Tokio entschieden.
Magdalena Maleewa trotz Krämpfen im Achtelfinale
Die Bulgarin Magdalena Maleewa erreichte durch ein 6:4, 5:7, 7:5 über Sabine Appelmans (Belgien) das Achtelfinale. Allerdings stand das Weiterkommen der 27. der Tennis-Weltrangliste nach 2:27 Stunden auf der Kippe, als sie mit Krämpfen an den Armen von der Turnierärztin behandelt werden musste.
"Sie hat einfach zu wenig Flüssigkeit während des Matches zu sich genommen", erklärte diese. Die Bulgarin führte zu diesem Zeitpunkt 5:4 und hatte bei Aufschlag von Sabine Appelmans sogar Matchball im dritten Satz.
Steffi Graf: Halbe Trainingsstunde in Filderstadt
Die siebenmalige Wimbledonsiegerin Steffi Graf hat am Dienstag einen kurzen Abstecher nach Filderstadt gemacht. Eine gute halbe Stunde lang war die in den USA lebende Brühlerin in einer abgeschotteten Halle mit drei Spielerinnen des von Porsche geförderten Steffi-Graf-Jugendteams zusammen. Udo Cervellini, der Tennis-Beauftragte des Stuttgarter Unternehmens und Filderstadt-Hauptsponsors, hatte die 31 Jahre alte frühere Weltranglisten-Erste zusammen mit ihrem Manager Hans Engert eingeladen. Steffi Graf stand sogar - in schwarzen Pumps und klassischem grauem Outfit - für ein paar Minuten auf dem Platz, um mit den Pfälzer Nachwuchstalenten Tatjana Priachin (Schifferstadt/13) und Dominice Ripoli (Bohlanden/10) ein paar Bälle zu schlagen. Ansonsten beobachtete sie die beiden von Roger Langknecht trainierten Spielerinnen. Zu dem Team gehören noch Mia Buric (Stuttgart/18), die nur zuschaute, und Ann Kathrin Gerk (Fliedern/13). Zu Interviews stand Steffi Graf nicht bereit.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum











