Biathlon: Wilhelm und Björndalen siegen am Holmenkollen
zuletzt aktualisiert: 25.03.2006 - 15:20Oslo (rpo). Biathlon-Olympiasiegerin Kati Wilhelm hat mit einem "absolut perfekten Rennen" ohne einen einzigen Schießfehler beim Weltcup-Finale in Oslo ihren sechsten Saisonsieg gefeiert. Dagegen wurde Uschi Disl im vorletzten Rennen ihrer Karriere auf Platz 45 "strafversetzt", weil sie sich in der Strafrunde verzählte.
Bei den Herren gewann Ole Einar Björndalen das 62. Weltcup-Rennen seiner Karriere vor Tomasz Sikora (Polen) und Ricco Groß und sicherte sich damit zum vierten Mal den Titel eines Gesamtsiegers.
"Ich wollte unbedingt mal am Holmenkollen gewinnen und bin total glücklich, dass es so eindrucksvoll gelungen ist", meinte Kati Wilhelm (Zella-Mehlis), die bereits beim Abgang nach dem letzten Schießen die Siegerfaust in die Höhe reckte und von 10.000 Fans im ausverkauften Holmenkollen-Stadion umjubelt wurde. Nur König Harald V. ließ sich diesmal nicht auf seiner Ehrentribüne blicken. "Schade, ich hätte ihm gerne die Hand geschüttelt."
Das wird wohl am Sonntag passieren, wenn "Gold-Kati" zum ersten Mal in ihrer Karriere die große Kristallkugel für den Gewinn des Gesamtweltcups überreicht wird. "Sie hat sich in diesem Winter enorm nach vorne entwickelt. Wie souverän sie gerade am Schießstand arbeitet, ist schon beeindruckend", meinte Bundestrainer Uwe Müssiggang. In insgesamt acht Jagdrennen des Olympiawinters wurde Kati Wilhelm dreimal Erste - darunter bei Olympia in San Sicario - und fünfmal Zweite. "Offenbar ist dass jetzt meine Paradestrecke", meinte Wilhelm schmunzelnd.
Schmunzelnde Disl
Schmunzeln musste auch Uschi Disl nach ihrem Anfänger-Fehler im vorletzten Rennen der Karriere. "Ich hatte so viele Strafrunden, da habe ich völlig den Überblick verloren", meinte Disl, die nach dem letzten Schießen nur drei Strafrunden lief, aber vier Fehler produziert hatte. Die Mooshamerin wurde mit zwei Strafminuten belegt und deshalb von Platz 33 auf 45 zurück versetzt. Disl musste insgesamt neun Runden drehen und wurde dafür vom Stadionsprecher geneckt: "Die Uschi will ihr vorletztes Rennen so lange wie möglich genießen."
Disls Teamkolleginnen waren mit der Aufschrift "Machs gut Uschi" auf den Oberschenkeln zum Rennen angetreten. Andrea Henkel (Großbreitenbach), die die Aktion organisiert hatte, belegte am Ende Rang neun. Sogar Vierte wurde Simone Denkinger. Zum elften Mal in ihrer Karriere und schon zum dritten Mal im Olympiawinter. "Eines Tages werde ich so zuschlagen und die Podestplätze nur so raushauen", kündigte die Gosheimerin an.
"Ich hatte ja fast schon Angt, dass ich noch gewinne. Aber dann kam noch der Sikora", meinte Ricco Groß grinsend. Auf den letzten Metern des 12,5-km-Rennens holte das Duo fast noch Ole Einar Björndalen ein, der als dritter Biathlet nach dem heutigen Bundestrainer Frank Ullrich (1978, 1980, 1981 und 1982) sowie Raphael Poiree (Frankreich/2000, 2001, 2002 und 2004) zum vierten Mal die Gesamtwertung gewann (zuvor 1998, 2003 und 2005). Als Tages-Elfter wahrte Sven Fischer (Oberhof) seine Chance auf Gesamtrang zwei. Andreas Birnbacher (Schleching) und Daniel Graf (Frankenhain) kamen als 9. sowie 15. ins Ziel.
Jagdrennen, 10km, Oslo:
1. Kati Wilhelm (GER) 32:17,7 0 (0+0+0+0)
2. Anna Bogaliy-Titovets (RUS) +51,5 0 (0+0+0+0)
3. Anna Carin Olofsson (SWE) +1:02,9 3 (0+1+2+0)
4. Simone Denkinger (GER) +1:06,6 2 (0+0+1+1)
5. Michela Ponza (ITA) +1:18,5 2 (0+0+1+1)
6. Tadeja Brankovic (SLO) +1:26,9 2 (2+0+0+0)
7. Martina Glagow (GER) +1:50,8 2 (0+1+0+1)
8. Ekaterina Ivanova (BLR) +1:57,7 4 (2+1+1+0)
9. Andrea Henkel (GER) +1:58,3 1 (1+0+0+0)
10. Sandrine Bailly (FRA) +2:03,5 3 (1+0+1+1)
11. Svetlana Ishmouratova (RUS) +2:04,6 1 (0+0+0+1)
12. Liv Grete Poiree (NOR) +2:12,2 4 (2+1+0+1)
13. Magdalena Neuner (GER) +2:20,1 3 (1+0+1+1)
14. Florence Baverel-Robert (FRA) +2:30,5 4 (2+0+1+1)
15. Madara Liduma (LAT) +2:30,8 3 (0+0+1+2)
20. Katrin Apel (GER) +2:57,3 3 (1+1+0+1)
24. Katja Beer (GER) +3:29,0 0 (0+0+0+0)
44. Jenny Adler (GER) +5:46,7 4 (0+2+0+2)
45. Uschi Disl (GER) +6:23,0 9 (2+1+2+4)
Herren über 12,5 km:
1. Ole Einar Björndalen (Norwegen) 33:27, 3 Minuten/4 Strafrunden nach Schießfehlern
2. Tomasz Sikora (Polen) 0:05,6/2
3. Ricco Groß (Ruhpolding) 0:07,1/0
4. Vincent Defrasne (Frankreich) 0:53,7/3
5. Carl Johan Bergman (Schweden) 0:58,6/2
6. Frode Andresen (Norwegen) 0:58,6/3
7. Ilmars Bricis (Lettland) 1:06,3/3
8. Sergej Roschkow (Russland) 1:09,2/1
9. Andreas Birnbacher (Schleching) 1:09,7/3
10. Rustam Valiullin (Weißrussland) 1:19,5/0
11. Sven Fischer (Oberhof) 1:28,5/2, ...
15. Daniel Graf (Frankenhain) 1:47,0/3, ...
17. Michael Rösch (Altenberg) 1:56,1/4, ...
31. Alexander Wolf (Oberhof) 2:39, 2/3, ...
44. Carsten Pump (Altenberg) 3:53,8/6,
45. Jörn Wollschläger (Oberhof) 3:58,5/5.
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