Veranstalter in Filderstadt hoffen auf Tennis-Prominenz: Williams und Huber sollen aufschlagen
zuletzt aktualisiert: 21.09.2000 - 16:04Stuttgart (dpa). Hoffen auf US-Star Venus Williams (Foto), Bangen um die deutsche Topspielerin Anke Huber: Vor der 24. Auflage des mit 535 000 US-Dollar dotierten Tennis-Grand-Prix in Filderstadt (30. September bis 8. Oktober) stehen noch einige Fragezeichen. Zum ersten Mal müssen sich Veranstalter Dieter Fischer und Turnierdirektor Michael Uhden zudem mit einer Konkurrenzveranstaltung auseinander setzen. Zeitgleich findet in Tokio ein von der Spieler-Organisation WTA gleich hoch eingestuftes Turnier statt. "Tokio hat sechs der Top Twenty-Spielerinnen im Feld, wir haben 13. Das kleine Plattenhardt ist also besser besetzt als das große Tokio. Und darauf sind wir ein bisschen stolz", betonte Uhden bei einer Pressekonferenz am Donnerstag in Stuttgart.
Der Kampf um die begehrten Williams-Schwestern ist zwischen den beiden Turnierausrichtern jedoch entbrannt. Die Weltranglisten-Achte Serena will in Japan spielen, Filderstadt kämpft noch um US Open- und Wimbledon-Siegerin Venus und hält für sie eine Wild Card bereit. Nachdem sich in Sydney jedoch Lindsay Davenport (Nr. 2/USA) verletzt hat, haben die japanischen Veranstalter nun möglicherweise keine der besten drei Profis mehr im Feld. Nun befürchtet Udo Cervellini vom Titelsponsor Porsche, "dass der Druck der WTA auf Venus so groß wird, dass sie vielleicht doch in Tokio spielt." Ungeachtet dessen könnte ein Olympiasieg einer der beiden Williams die ganze Planungen der Geschwister noch einmal durcheinander bringen.
Fest zugesagt für Filderstadt hat jedenfalls die derzeitige "Tennis-Königin": Die an Nummer eins gesetzte Martina Hingis will ihren Titel vom Vorjahr verteidigen. Zu ihren stärksten Rivalinnen zählen die Französinnen Mary Pierce und Nathalie Tauziat sowie die Spanierinnen Conchita Martinez und Arantxa Sanchez-Vicario. Mit ihrem insgesamt vierten Turniersieg in Filderstadt könnte Hingis mit der Amerikanerin Tracy Austin gleichziehen, die von 1978 bis '81 vier Mal in Serie gewann. Auch das russische Glamourgirl Anna Kournikowa zählt in diesem Jahr zum Teilnehmerfeld.
An Nummer sechs gesetzt ist Anke Huber. Ob die Karlsdorferin nach ihrem Sehnenabriss an der rechten Schlaghand und ihrer Olympia-Absage noch diesen Monat wieder fit wird, ist aber fraglich. Eine Wild Card erhält beim Turnier vor den Toren Stuttgarts Olympia-Teilnehmerin Jana Kandarr (Heidelberg). Nicht nur bei ihr fürchtet Uhden, dass die Atmosphäre im Olympischen Dorf zum Ende der Spiele voll ausgekostet wird und die Hauptdarstellerinnen etwas übermüdet in Filderstadt ankommen. "Es wird auf die Spielerinnen eingewirkt, damit sie es in Sydney nicht übertreiben", erklärte Uhden das Zusammenwirken mit der WTA.
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