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3:6, 2:6 gegen Amelie Mauresmo: Wimbledon: Capriati geht im Regenchaos unter

zuletzt aktualisiert: 03.07.2002 - 22:24

London (rpo). Im Regen-Chaos von Wimbledon ist Jennifer Capriati (Foto) untergegangen. Die Amerikanerin kam gegen Amelie Mauresmo im Viertelfinale nach drei quälenden Regenpausen mit 3:6, 2:6 unter die Räder.

"Ich habe mir die Schulter verrenkt", sagte die bitter enttäuschte Amerikanerin. "Doch deshalb habe ich nicht verloren."

Auch der Regen sei daran nicht schuld. "Damit muss schließlich jeder klar kommen. Das ist eben Wimbledon." Die Französin Mauresmo, die an der Church Road noch nie die dritte Runde überstanden hatte, trifft in der Vorschlussrunde nun auf die Amerikanerin Serena Williams, die sich ebenfalls mit 6:3, 6:2 gegen Daniela Hantuchova aus der Slowakei durchsetzte.

Im anderen Halbfinale ermitteln Titelverteidigerin Venus Williams und Justine Henin aus Belgien in der Neuauflage des Vorjahres-Finals die andere Teilnehmerin am Endspiel, das am Samstag ausgetragen werden soll. Vorausgesetzt das Wetter spielt mit. In den vergangenen beiden Tagen machte Petrus den Tennisprofis ein ums andere Mal einen feuchten Strich durch die Rechnung.

Nach sechs Unterbrechungen wurden die Spiele um 20.15 Uhr Ortszeit auf Donnerstag vertagt. Einzig die Achtelfinal-Hängepartie zwischen Mark Philippoussis und dem Niederländer Richard Krajicek, die tags zuvor beim Stande von 7:6 (7:2), 6:7 (4:7), 7:6 (7:1), 6:7 (5:7) aus Sicht des Australiers ein zweites Mal vertagt worden war, wurde endlich zu Ende gebracht. Der 96er Champion Krajicek gewann den entscheidenden Durchgang mit 6:4 und trifft in der Runde der letzten Acht nun auf Rusedski-Bezwinger Xavier Melisse aus Belgien.

Nach drei Stunden bangen Wartens sollten die Spiele gerade beginnen, als eine neuerliche Regenfront den Himmel über London verfinsterte und es wieder kräftig zu regnen begann. Der "Herr der Planen", Oberschiedsrichter Alan Mills, ließ die Plätze wieder zudecken. Dieses Spielchen wiederholte sich noch zwei Mal, ehe sich die dunklen Wolken endgültig verzogen hatten und die Viertelfinal-Nachzügler ihre Matches beenden konnten.

Fast einen Tag lang hatte es ohne Unterlass in London geregnet. Erst wie aus Kübeln, dann zumindest so stark, dass nicht daran zu denken war, die grünen Planen von den Courts zu ziehen. Regenschirme und Blasmusik statt "Henmania" bestimmten das Bild. Der britische Tennis-Held, der im Viertelfinale gegen den Brasilianer Andre Sa spielen sollte, vertrieb sich die Zeit wie seine Kollegen mit Karten spielen, lesen oder Fernseh gucken. "Heute hätten wir in der Mittagszeit prima die Fußball-WM gucken können", ärgerte sich einer der zur Tatenlosigkeit verbannten Akteure.

Pünktlich vor der traditionellen Teezeit machte sich an der Church Road Hoffnung breit. Der Heilige Rasen begann unter den schüchternen Sonnenstrahlen, die den Weg durch den Wolken verhangenen Londoner Himmel fanden, langsam zu trocknen. Die Ränge füllten sich und die Durchsage, dass die Spiele - vorausgesetzt, dass es keinen weiteren Regen mehr gibt - in wenigen Minuten beginnen könnten, wurde mit Riesenjubel quittiert. Doch die Hoffnung trog. Minuten später pfiff Mills alle zurück und schickte die Planenträger auf die Plätze.

Regenunterbrechungen im Vorjahr

Im Vorjahr hatte es nach traumhaft sonnigen eineinhalb Wochen am Halbfinal-Freitag der Herren unaufhörlich zu regnen begonnen. Das Semifinale zwischen Goran Ivanisevic und Lokalmatador Tim Henman wurde bei 2:1-Satzführung des Briten unterbrochen und konnte erst am Sonntag beendet werden. Ivanisevic und der Australier Patrick Rafter konnten ihr Endspiel erst am Montag der dritten Woche austragen. Der Kroate wurde bei Sonnenschein als erster Wildcard-Spieler aller Zeiten Sieger der All England Championships. Das Finale zwischen Venus Williams und Justine Henin aus Belgien, welches die Amerikanerin gewann, musste am Sonntag ausgetragen werden.

Sogar bis zum Mittwoch der dritten Woche musste das Programm im Jahre 1922 ausgedehnt werden. Weil es nur auf dem Center Court eine Abdeckplane gab, glichen die übrigen Plätze einem Sumpf. 1972 war der Final-Samstag völlig verregnet, so dass am Sonntag erstmals vier Endspiele stattfanden.

Historische Auszeiten

Steffi Graf und Boris Becker waren gleich mehrfach Leidtragende der Wetter-Kapriolen in Wimbledon. So auch bei ihrem Doppel-Sieg 1989. Damals wurden Damen- und Herren-Finale erstmals gemeinsam am Sonntag ausgetragen. Steffi Graf schlug am 9. Juli zunächst Martina Navratilova, anschließend gewann Boris Becker gegen Stefan Edberg.

Drei Jahre später war es Michael Stich, der in die "Warteschleife" musste: Zwölf Monate nach seinem Einzelsieg gegen Boris Becker gewann der Elmshorner am dritten Montag mit John McEnroe den Titel im Doppel. Gleiches widerfuhr im Jahre 2000 Venus und Serena Williams, die ihren Doppel-Sieg erst in der Turnier-Verlängerung feierten.

Quelle: RPO Archiv

 
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