Tennis: Rittner, Weingärtner und Lamade raus: Wimbledon: Huber und Prinosil in Runde drei
zuletzt aktualisiert: 28.06.2001 - 10:55London (rpo). Anke Huber war am "Siebenschläfer" hellwach, Barbara Rittners Jubiläums-Traum wurde am Mittwoch in Wimbledon brutal beendet. Die 26-Jährige aus Karlsdorf ließ sich von Marlene Weingärtner (Heidelberg) nicht überraschen, gewann das Prestigeduell mit 7:5, 6:1 und zog als erste Deutsche in die dritte Runde ein.
Dies schaffte am Abend mit einem wahren Kraftakt in fünf Sätzen auch der Amberger David Prinosil. Erstmals zeigten sich bei den 115. All England Championships Regenwolken über London - für das DTB-Duo Huber/Prinosil schien am dritten Tag des mit 11,8 Millionen Dollar dotierten Rasenturniers aber die Sonne.
Von den 15 gestarteten Akteuren des Deutschen Tennis Bundes waren am Abend des dritten Turniertages noch sechs im Rennen. Prinosil quälte sich gegen den Italiener Davide Sanguinetti zu einem hart erkämpften 6:3, 4:6, 6:4, 4:6, 6:0-Sieg. Prinosils nächster Gegner ist der an Nummer vier gesetzte Russe Marat Safin. Ein DTB-Quartett mit Nicolas Kiefer (Holzminden) an der Spitze bestreitet seine Zweitrundenspiele erst am Donnerstag.
"Das war sicher nicht mein bestes Match, aber nun bin ich froh, dass ich es gewonnen und überstanden habe - das war heute das Wichtigste für mich", sagte Huber. Die Weltranglisten-21., die zum elften Mal im All England Club gastiert, war im Vorjahr bis ins Achtelfinale gestürmt. Soll ihr das erneut gelingen, muss die momentan beste deutsche Tennis-Spielerin am Freitag die Russin Elena Dementjewa bezwingen.
"Eine sehr gute Spielerin. Das letzte Match bei den US Open habe ich leider gegen sie vermasselt, aber ich rechne mir Chancen aus", meinte Huber. Die Weltranglisten-Zwölfte Dementjewa bezwang DTB- Nachwuchshoffnung Bianka Lamade (Pforzheim) mit 4:6, 6:3, 6:2 und verhinderte damit ein weiteres deutsches Duell.
Auch Barbara Rittners Jubiläums-Auftritt beim dritten Grand-Slam- Turnier des Jahres endete in Runde zwei: Die Leverkusenerin, die zum zehnten Mal bei den All England Championships am Start ist, unterlag der Amerikanerin Serena Williams mit 4:6, 0:6. Zumindest im ersten Satz überraschte die 28-Jährige mit beherztem Spiel, scheiterte aber an ihren schwachen Nerven.
Im zweiten Durchgang war Rittner völlig von der Rolle und wurde von ihrer neun Jahre jüngeren Rivalin nach allen Regeln der Kunst vorgeführt. "Ich bin hier, um Wimbledon zu gewinnen", sagte Serena Williams nach dem Match mit dem Selbstbewusstsein einer Siegerin. "So denke ich aber bei jedem Turnier - sonst könnte ich ja gleich in Rente gehen."
Das Duell der Geheimfavoriten entschied der Amerikaner Andy Roddick in vier spannenden Sätzen gegen Halle-Sieger Thomas Johansson (Schweden) zu seinen Gunsten. Australian- und French-Open-Gewinnerin Jennifer Capriati (USA) fegte die Italienerin Francesca Schiavone in zwei Sätzen vom Platz. Safin profitierte von der Aufgabe seines verletzten Gegners Daniel Nestor (Kanada). Lokalmatador Tim Henman bezwang seinen britischen Landsmann Martin Lee.
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