Weingärtner und Agassi souverän weiter: Wimbledon: Kiefer kämpft sich in Runde zwei
zuletzt aktualisiert: 24.06.2002 - 18:47London (rpo). Nicolas Kiefer hat in Wimbledon mit einem großen Kampf dem Comeback seiner Krise getrotzt. Der Hannoveraner setzte sich zum Auftakt der 116. All England Championships mit 6:3, 2:6, 5:7, 7:5, 6:3 gegen den Spanier Juan Balcells durch.
Dabei schien der Holzmindener seine Serie von schon neun Erstrundenpleiten in diesem Jahr auf dem Heiligen Rasen an der Church Road fortzusetzen. Der Halle-Finalist leistete sich zahlreiche leichte Fehler und gab das Heft nach einer Führung im dritten Satz fast gänzlich aus der Hand. Doch der Niedersachse kämpfte und fand zurück ins Match. Nach dem glücklichen Satz-Ausgleich ging er im entscheidenden fünften Durchgang gleich mit 4:0 in Führung und ließ sich den zuvor am seidenen Faden hängenden Erfolg nicht mehr nehmen.
"Nicolas spielt gerne auf Rasen. Da ist einiges möglich", hatte Daviscup-Kapitän Michael Stich gesagt. Der Viertelfinalist des Jahres 1997 ließ sich nicht beirren und setzte sich nach hartem kampf noch durch. Sein nächster Gegner bei dem mit 13,2 Millionen Dollar dotierten Grand-Slam-Turnier ist nun der Chilene Fernando Gonzalez.
Kurnikowa schon raus
Eine weitere Erstrundenpleite kassierte Anna Kurnikowa. Die Tennis-Beauty aus Russland schied zum neunten Male in diesem Jahr - zum vierten Mal nacheinander - in Runde eins aus. Diesmal war es die Russin Tatjana Panova, die ihr mit 1:6, 6:4, 4:6 das Nachsehen gab.
Andre Agassi, der Kiefers Achtelfinal-Gegner sein könnte, hatte dagegen keine Probleme. Auch ohne Steffi Graf als Unterstützung auf dem Center Court bewies der Amerikaner seine Topform und meinte nach seinem 6:0, 6:4, 6:4-Erfolg gegen den Israeli Harel Levy: "Mehr kann man zum Auftakt nicht erwarten. Ich bin wirklich sehr zufrieden."
Das konnte Kiefer trotz des Sieges nicht ansatzweise sein. Nach der kurzfristigen Absage von Thomas Haas, der bei seinen verunglückten Eltern in Florida geblieben ist, ruhen die Hoffnungen der deutschen Tennisfans auf ihm und seinem Daviscup-Kollegen Rainer Schüttler. Der Bad Homburger startet gegen den Marokkaner Hicham Arazi erst an diesem Dienstag - so wie die anderen Akteure aus der fünf Herren und acht Damen starken deutschen Delegation.
Auch Arn weiter
Marlene Weingärtner war als erste der in Wimbledon spielenden Profis des Deutschen Tennis Bundes (DTB) in die zweite Runde eingezogen. Die 22-Jährige aus Heidelberg bezwang nach anfänglichen Schwierigkeiten die Weißrussin Natascha Zwerewa mit 4:6, 6:3, 6:2 und trifft nun auf die Amerikanerin Laura Granville, die in Nicole Pratt aus Australien die erste gesetzte Spielerin aus dem mit 13,2 Millionen Dollar dotierten Grand-Slam-Turnier geworfen hat. Greta Arn aus Düsseldorf setzte sich gegen die Kasachin Irina Seljutina mit 6:4, 6:3 durch. Ausgeschieden ist Anka Barna, die Sandrine Testud aus Frankreich mit 7:6 (7:3), 4:6, 1:6 unterlag.
Einen erfolgreicheren Neubeginn als die 31-jährige Natascha Zwerewa, die nach zwei Jahren Pause wieder in London aufschlug, feierte Richard Krajicek. Der Champion des Jahres 1996 aus den Niederlanden hat seine zweijährige Leidenszeit mit Operationen am Knie und der Schuler hinter sich und übersprang mit 6:2, 7:5, 7:6 (7:5) gegen den Argentinier Franco Squillari seine Auftakthürde. "Es ist ein tolles Gefühl, wieder hier zu sein. Vor allem, wenn man auch noch gewinnt", meinte der 30-Jährige, der nun gegen den Amerikaner James Blake spielt.
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