Michael Kohlmann spielt gegen Guillermo Canas: Wimbledon: Kiefer mit leichtem Los - Haas nicht dabei
zuletzt aktualisiert: 18.06.2002 - 18:50London (rpo). Losglück für Nicolas Kiefer: Der Holzmindener hat in der ersten Runde des Grand-Slam-Turniers von Wimbledon einen vermeintlich einfachen Gegner erwischt. Dagegen hat Thomas Haas seine Teilnahme aus familiären Gründen abgesagt.
Nicolas Kiefer blieb das Glück auch bei der Auslosung für das am Montag beginnende Grand- Slam-Tennisturnier in Wimbledon (24. Juni bis 7. Juli) treu. Zwei Tage nach seiner sportlichen Wiedergeburt bekam der Holzmindener am Dienstag in London Juan Balcells als Erstrunden-Gegner zugelost.
Zehn deutsche Tennisprofis (vier Herren/sechs Damen) sind direkt für das Hauptfeld qualifiziert. "Glück gehabt", durfte der 24-Jährige Kiefer sagen, obwohl die Bilanz mit 0:2 gegen ihn spricht. Doch beide Niederlagen fing er sich auf Sand ein. Auf schnellen Belägen wie Rasen dürfte er gegen den Spanier aber im Vorteil sein.
In der dritten Runde "droht" Andre Agassi
In der dritten Runde allerdings könnte es knifflig werden, wenn der Amerikaner Andre Agassi sein Kontrahent werden sollte. "Ich wusste ja, dass ich das Tennis spielen nicht verlernt habe", sagte Kiefer mit neuem Selbstvertrauen. Nicht ganz so zufrieden durfte Rainer Schüttler sein. Der an Nummer 17 gesetzte Bad Homburger beginnt gegen Hicham Arazi. Drei Mal hat er gegen den Marokkaner gespielt, aber noch nie gewonnen. In dieser Woche trainiert der Daviscupspieler auf Sand in Braunschweig, während sich die Konkurrenz auf Rasen misst. "Ich finde das nicht ungewöhnlich. Auch vor Hartplatz-Turnieren tanke ich Kraft auf Sand."
Haas: "Mein Platz ist jetzt bei meinen Eltern"
Tommy Haas wird derweil in Florida am Krankenbett seines Vaters Peter wachen, der seit seinem schweren Motorrad-Unfall vor 10 Tagen im Koma liegt. Auch Mutter Brigitte hatte bei dem Unfall am 8. Juni in Sarasota schwere Verletzungen erlitten. "Wimbledon mit seiner Tradition und seinem Prestige war immer ein besonderes Ereignis. Aber mein Platz ist während dieser schweren Zeit bei meiner Familie. Es ist eine kritische Zeit für meine Eltern, und es wichtig, dass ich bei ihnen bin", sagte Haas. In der vergangenen Woche hatte der 24-Jährige wegen einer Schulterverletzung auf die Teilnahme am Rasenturnier in Halle verzichtet. Haas hatte sich kurz vor der Auslosung per Fax beim altehrwürdigen All England Club abgemeldet. Er rangierte in der Setzliste des traditionsreichsten Turniers der Welt an Position fünf.
Pete Sampras lediglich an Platz sechs gesetzt
Auf dem Weg zu seinem erträumten achten Wimbledonsieg, muss Pete Sampras zunächst gegen den Briten Martin Lee antreten. Der Amerikaner, der noch nie gegen Lee gespielt hat, ist in diesem Jahr lediglich auf Platz sechs eingestuft. Weltmeister Lleyton Hewitt aus Australien startet gegen Jonas Björkman aus Schweden, der auf dem Heiligen Rasen schon manchem Favoriten das Leben schwer gemacht hat. Nicht dabei ist Titelverteidiger Goran Ivanisevic (Kroatien), der wie sein Finalgegner Pat Rafter (Australien) verletzt passen muss.
Bei den Damen fehlen unter anderem Martina Hingis (Schweiz), Lindsay Davenport (USA) und Arantxa Sanchez-Vicario (Spanien). Die deutschen Topspielerinnen hatten nach der Entscheidung gemischte Gefühle. Während die Leverkusenerin Barbara Rittner mit dem Los Jennifer Hopkins aus den USA zufrieden sein konnte, wartet auf Martina Müller (Hannover) in Denisa Chladkova (Tschechien) ein schwerer Vergleich zweier Fedcup-Spielerinnen. Auch Marlene Weingärtner (Heidelberg) gegen Natascha Zwerewa (Weißrussland) und Anca Barna (Düsseldorf) gegen Sandrine Testud (Frankreich) haben es nicht leichter erwischt. Bianka Lamada aus Pforzheim spielt gegen die Nummer 12 Elena Dementiewa aus Russland.
Lockerer Aufgalopp für die Williams-Schwestern
Die topgesetzten Venus und Serena Williams können locker starten. Die ältere der beiden Schwestern aus Los Angeles (Venus) will gegen Jane O'Donoghue aus Großbritannien das Feld von oben; die jüngere (Serena) gegen Evie Dominikovic aus Australien von unten "aufrollen". Ein Williams-Finale wie in Roland Garros vor einer guten Woche, das Serena glatt in zwei Sätzen gewann, ist also auch auf dem Heiligen Rasen an der Church Road möglich.
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