Eiskunstlauf: Anissina/Peizerat holen EM-Gold: Winkler/Lohse auf dem fünften Rang
zuletzt aktualisiert: 11.02.2000Wien (sid). Mit einer triumphalen Kür sind Marina Anissina und Gwendal Peizerat zu ihrer ersten Goldmedaille getanzt. In Abwesenheit der verletzten Titelverteidiger Anjelika Krylowa und Oleg Owsiannikow ließen die beiden Franzosen bei den Eiskunstlauf-Europameisterschaften in Wien nie einen Zweifel an ihrem Erfolg aufkommen. Belohnt wurde die herausragende Leistung mit zweimal 6,0 in der B-Note für den künstlerischen Wert.
Getragen von der Begeisterung der 5.000 Zuschauer, die die Stadthalle erstmals ansehnlich füllten, präsentierten die Olympia-Dritten von 1998 ein Programm zu "Carmina Burana" von Carl Orff, das den Kampf der Geschlechter dokumentieren sollte. Die Silbermedaille ging an die Italiener Barbara Fusar-Poli und Maurizio Margaglio, Margarita Drobiazko und Povilas Vanagas aus Litauen kamen auf Rang drei.
Im Schatten der Medaillengewinner reichte es für die deutschen Meister Kati Winkler und Rene Lohse mit ihrer Millenniums-Kür zu Rang fünf, ihrer bislang besten internatioalen Platzierung. 15. wurden Stephanie und Thomas Rauer aus Essen. "Das war ein Traumergebnis, das für die Zukunft anspornt", kommentierte Lohse, der bei einer Pirouette kurzzeitig die Orientierung verlor, das Abschneiden der beiden Berliner.
Eine neue Titelträgerin wird es voraussichtlich auch in der Damen-Konkurrenz geben. 48 Stunden nach ihrem schwachen Qualifikations-Wettkampf präsentierte sich Vorjahressiegerin Maria Butirskaja in der österreichischen Hauptstadt erneut weit unter ihren Möglichkeiten. Klare Favoritin auf das EM-Gold ist nunmehr ihre russische Teamkollegin und Ex-Europameisterin Irina Slutskaja, die Rang eins vor Viktoria Wolschkow (ebenfalls Russland) und Butirskaja behauptete. "Ich weiß einfach nicht, was mit mir los war", haderte die Moskauerin nach ihrem Kurzprogramm, in der sie nicht nur an der geforderten Sprungkombination scheiterte, sondern auch einen technisch schlechten Doppel-Axel sprang. Lediglich eine wohlwollende Bewertung in der B-Note für die Präsentation bewahrte die 27-Jährige vor einem weiteren Absturz.
Butirskajas Trainerin Elena Tschaikowskaja glaubte den Grund für die Nervenschwäche ihres Schützlings erkannt zu haben: "Maria wird mit dem Druck nicht fertig, als Weltmeisterin von allen gejagt zu werden." Die führende Slutskaja fand ihre Leistung lakonisch "ganz in Ordnung."
Die Münchnerin Zoya Douchine, die in der Stadthalle Ex-Meisterin Tanja Szewczenko (Düsseldorf) vertreten sollte, warf sich selbst durch eine verpatzte Sprungkombination bis auf den 18. Platz zurück. Die EM-Debütantin stürzte beim dreifachen Rittberger, zum anschließend geplanten Doppel-Toeloop kam es daher nicht mehr. Der dreifache Toe-Loop sowie der Doppel-Axel waren hingegen einwandfrei.
"Ich könnte mir den Kopf abreißen", sagte die deutsche Vize-Meisterin nach ihrem Fehler verärgert. Als internationaler Neuling noch ohne jeden Bonus bei den Preisrichtern angetreten, gingen die Bewertungen in der A-Note für den Technischen Wert bis auf 3,6 Punkte herunter.
Trotz ihres Fehler erreichte die 16 Jahre alte Schülerin letztlich problemlos das Kürfinale der besten 24 Läuferinnen, das am Samstag (13.30 Uhr) ausgetragen wird. Dort will die in Moskau geborene Läuferin ihre Position wieder verbessern: "Ich bin von Wettbewerbsteil zu Wettbewebsteil jedesmal ein bisschen weniger nervös."
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