Telekom-Konkurrent Santiago Botero völlig außer Tritt: Winokurow ist der Chef
zuletzt aktualisiert: 15.07.2003 - 09:51Gap (rpo). Lange Zeit blieb unklar, wer der neue Chef im Team Telekom sein würde. Spätestens mit dem Sieg auf der neunten Etappe hat Alexander Winokurow das Duell gegen Santiago Botero eindeutig für sich entschieden.
Mit dem Etappensieg in Gap zementierte der Kasache Alexander Winokurow diese Rolle. Während der Olympia-Zweite am Sonntag nach seinem ersten von zwei Soli als Zweiter hinter Iban Mayo schon lange im Ziel war, quälte sich Santiago Botero über den Zielstrich. 42:19 Minuten nach Sieger Mayo und in einer Gruppe mit Erik Zabel, der viele Plätze vor dem Kolumbianer landete, kam der extra vom Kelme-Team losgeeiste Neuzugang an.
"Es ist schade, dass er nicht in Bestform ist. Ich bin mir aber sicher, dass er sich erholt. Er wird sein Niveau in den Pyrenäen finden", sagte Winokurow in Gap über Botero. "Winokurow ist Kapitän. Sonst ist nicht viel", hatte Telekom-Teamchef Walter Godefroot schon am Samstag in Morzine-Avoriaz nach der ersten Tour-Woche erklärt, nachdem Rolf Aldag überraschend auf Platz 2 angekommen war. Der Ahlener hatte erstmals während der 90. Frankreich-Rundfahrt für strahlende Mienen im Telekom-Lager gesorgt. Zuvor hatte Zabel bei den Sprints die Überlegenheit des inzwischen ausgestiegenen Italieners Alessandro Petacchi zu spüren bekommen und sich trotz solider Platzierungen nicht völlig zufrieden gezeigt.
Botero landete schon in Morzine-Avoriaz zehn Minuten hinter Sieger Richard Virenque. "Das macht ihm selbst am meisten zu schaffen", so Aldag. Der Zeitfahr-Weltmeister, der für seine Freigabe durch die spanische Kelme-Mannschaft 230 000 Euro bezahlt hat und die Summe als Kredit von Telekom gewährt bekam, ist ratlos: "Ich kann mir auch nicht erklären, woran es liegt", meinte Botero, im Vorjahr immerhin Vierter der Tour, jetzt aber vor allem Helfer für Winokurow.
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