Rodeln: Deutsche Erfolgsserie nach 105 Siegen gerissen
zuletzt aktualisiert: 12.02.2011 - 13:28Paramonowo (RPO). Gesamtweltcup gewonnen, aber historische Serie gerissen: Tatjana Hüfner hat beim vorletzten Weltcup der Saison trotz eines für sie enttäuschenden vierten Platzes als erste Rodlerin überhaupt zum vierten Mal in Folge den Gesamtweltcup gewonnen.
Dagegen ist nach 13 Jahren und insgesamt 105 Rennen die einmalige Erfolgsserie der deutschen Rodlerinnen gerissen. Die Kanadierin Alex Gough feierte sensationell den Sieg vor Carina Schwab (Berchtesgaden), Natalie Geisenberger (Miesbach) und Hüfner. Zuvor hatten bereits die Doppelsitzer Tobias Wendl und Tobias Arlt (Berchtesgaden/Königssee) vorzeitig den Gesamtweltcup gewonnen.
"An den Weltcupsieg denke ich im Moment noch nicht. Ich überlege noch, wie es zu dem Fehler gekommen ist", sagte Hüfner, die nach dem ersten Lauf noch geführt hatte. Im zweiten Durchgang patzte sie aber und holte nur die neuntbeste Laufzeit, was sie mächtig wurmte. "In Sigulda will ich diese Schlappe wieder wettmachen", sagte die Olympiasiegerin und Weltmeisterin mit Blick auf das Saisonfinale in Lettland am kommenden Wochenende. Dass sie als erste Rodlerin zum vierten Mal in Folge den Gesamtweltcup holte, interessiere sie persönlich überhaupt nicht. "Ich weiß aber, dass viele daraus ein Riesending machen", sagte die 27-Jährige aus Oberwiesenthal.
Besser machten es auf der ersten russischen Kunsteisbahn in Paramonowo 80 Kilometer vor der Toren von Moskau Wendl und Arlt, denen ein zweiter Rang genügte, um sich schon vor dem Finale den Gesamtsieg zu sichern. "Nach der verpatzten WM hatten wir uns das auch verdient", sagte Wendl.
Wendt/Arlt nutzen Patzer der Konkurrenz
Wendl/Arlt hatten zuvor davon profitiert, dass ihre schärfsten Konkurrenten Christian Oberstolz/Patrick Gruber aus Italien nicht über Rang sieben hinauskamen. Nach dem ersten Lauf hatten sie sogar noch geführt. Im zweiten Durchgang gelang ihnen aber nur die fünftbeste Fahrt, sodass sie den Tagessieg noch mit einem Rückstand von 0,204 Sekunden den Olympiasiegern Andreas und Wolfgang Linger aus Österreich überlassen mussten.
Im Gesamtklassement haben die viermaligen Saisonsieger Wendl/Arlt nach ihrem zweiten zweiten Rang in dieser Saison jetzt 700 Punkte auf dem Konto und sind von den neuen Zweiten Linger/Linger (592) nicht mehr einzuholen. Oberstolz/Gruber fielen auf den dritten Rang zurück (586).
Bei den Frauen ist Hüfner, die nach sechs ersten und einem zweiten Platz erstmals in diesem Jahr nicht auf dem Podium stand, dennoch in der Gesamtwertung mit 645 Punkten nicht mehr einzuholen. Geisenberger, die vom sechsten noch auf den dritten Rang vorfuhr, liegt zu weit zurück (630).
Hüfner schloss mit ihrem insgesamt vierten Weltcup-Gesamtsieg in der ewigen Bestenliste zu Sylke Otto auf. Nur Silke Kraushaar-Pielach war mit insgesamt fünf Gesamtsiegen noch erfolgreicher.
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