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Eiskunstlauf-WM
Weinzierl erlebt Debakel im Kurzprogramm

Eiskunstlauf-WM 2016: Nathalie Weinzierl erlebt Debakel im Kurzprogramm
Nathalie Weinzierl patzte im Kurzprogramm mehrfach. FOTO: dpa, cjg cs
Von wegen "Feeling Good" - zur Musik von Kanadas Swingbarden Michael Bublé hat nach dem deutschen Meister Franz Streubel (Oberstdorf) auch Nathalie Weinzierl bei den Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften in Boston eine kapitale Bruchlandung hingelegt.

Statt wie geplant die Top-Ten anzugreifen, stolperte die EM-Siebte aus Mannheim meilenweit am Kürfinale in der Nacht zum Sonntag vorbei.

Nur der Doppelaxel zum Auftakt ihres Kurzprogramms im TD Garden gelang leidlich, der Test ihrer Kurzkür geriet zum Desaster. Bei der Dreifach-Kombination leistete sich die ehemalige deutsche Meisterin einen kapitalen Fehler und versäumte es, dieses Element nachzuholen. Nach einer Pirouette, bei der sie aus der Achse fiel, war die Enttäuschung für die gebürtige Saarländerin komplett.

Tapfer gegen die Tränen kämpfend, schlich Weinzierl förmlich vom Eis, aber auch Trainer Peter Sczypa fand kaum Trost für seinen Schützling. Ganze 43,25 Punkte erkannten ihr die Juroren zu; zu ihrer Saisonbestleistung von den europäischen Titelkämpfen im Januar in Bratislava fehlten ihr rund 18 Zähler - Welten im Eiskunstlauf.

"Das Training hier und das Einlaufen waren richtig gut. Ich war total perplex, dass das schiefgegangen ist", sagt Weinzierl enttäuscht.

Hoffnungen ruhen auf Savchenko/Massot

Dabei schien die eigenwillige Läuferin im Vorfeld der WM an der US-Ostküste auf einem guten Weg in die erweiterte Weltklasse zu sein. "Nathalie hat zuletzt im Training sehr gute Programme gezeigt", hatte Elke Treitz, Vizepräsidentin der Deutschen Eislauf-Union (DEU), im Vorfeld der Welttitelkämpfe gesagt. Eine hartnäckige Angina aus dem Februar schien ebenfalls überwunden.

Und auch das Verhältnis zum Verband hatte sich nach den EM-Querelen von Bratislava wieder normalisiert. In der slowakischen Hauptstadt war Weinzierl vorübergehend aus der deutschen Mannschaft ausgeschlossen worden, weil sie unentschuldigt bei einer Teambesprechung gefehlt hatte. Quasi mit Wut im Bauch stürmte sie anschließend in der Ondrej-Nepela-Arena bis auf den siebten Platz vor.

Das blamable Scheitern setzt die Reihe der WM-Enttäuschungen für die DEU fort. Auch der nationale Titelträger Streubel war in Boston deutlich unter seinen Möglichkeiten geblieben. Die allerdings noch sehr jungen Eistänzer Kavita Lorenz und Panagiotis Polizoakis hatten ebenfalls Mühe, sich als 18. des Kurzprogramms knapp für die Medaillenentscheidung zu qualifizieren.

Als letzte Hoffnung des Verbandes gehen nun die deutschen Paarlauf-Meister Aljona Savchenko und Bruno Massot bei ihrem gemeinsamen WM-Debüt am Freitag (19.15 Uhr/Eurosport 1) erstmals aufs Eis. Die gebürtige Ukrainerin und der Franzosen hatten in Bratislava auf Anhieb EM-Silber geholt.

(sid)
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