Eiskunstlauf: Leere Kasse bei deutschem Paar Savchenko/Szolkowy
zuletzt aktualisiert: 20.12.2006 - 15:24Chemnitz (RPO). Die beiden deutschen erfolgreichsten Eiskunstläufer Aljona Savchenko/Robin Szolkowy stecken trotz des zweiten Rangs beim Grand-Prix-Finale am vergangenen Wochenende in St. Petersburg in finanziellen Schwierigkeiten. "Wir sind finanziell schon ziemlich an der Grenze. Es ist ein harter Überlebenskampf. Vor allem die Reisekosten fressen uns auf", sagte Trainer Ingo Steuer dem Sport-Informations-Dienst (sid).
Die Deutsche Eislauf-Union (DEU) hat mit Steuer wegen dessen früherer Stasi-Kontakte die Zusammenarbeit beendet. Zuvor hatte die Bundeswehr ihr Dienstverhältnis mit Steuer am 31. März beendet. Die EM-Zweiten des Vorjahres genießen ebenfalls keine offizielle Förderung mehr.
"Umso bedauerlicher ist es, dass die Sportler nicht automatisch von den Prämien profitieren, die sie jetzt im Rahmen der Grand-Prix-Serie für den Verband gewonnen haben. Es ist in unserem Verband leider nicht so geregelt, dass die Sportler von diesen Prämien automatisch einen Teil bekommen", erklärte Steuer. Savchenko/Szolkowy hatten beim Cup of China in Nanjiang Platz drei belegt und im November den Cup of Russia gewonnen und sich damit für das Grand-Prix-Finale qualifiziert.
Steuer lebt von den Rücklagen
Hilfreich sei dem Trainer zufolge, dass ein Hersteller eines Sportgetränks sich inzwischen bereit erklärt habe, Savchenko/Szolkowy zumindest bis zum Ende der Saison zu unterstützen. Steuer selbst, der für alle Wettkämpfe seine Teilnahme als offizieller Betreuer auf dem Weg der einstweiligen Verfügung bei Gericht erwirkt hatte, lebt nach eigenem Bekunden "von der Substanz und von dem, was ich in den zurückliegenden Jahren verdient habe".
Von der DEU stünden ihm aus der Vorsaison noch Zahlungen in Höhe von mehr als 30.000 Euro zu, obwohl ein Teil der ursprünglichen Summe bereits geflossen sei. "Ich bin aber noch nicht an dem Punkt, die Außenstände juristisch einzufordern. Ich hoffe, dazu kommt es nicht, denn es gibt auch andere Wege", sagte Steuer.
Entsprechend will seine Anwältin Karla Vogt-Röller (Berlin) in Sachen Finanzen derzeit nichts unternehmen. "Zunächst ist es erst einmal darum gegangen, die Teilnahme an den Wettkämpfen zu sichern", sagte Vogt-Röller: "Was den weiteren Saisonverlauf mit den Deutschen Meisterschaften Anfang Januar, die EM und WM betrifft, so steht zu hoffen, dass nach diesen tollen sportlichen Erfolgen noch ein Gespräch mit dem Verband zustande kommt."
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