Viererbob: Machata gewinnt Gesamtweltcup
zuletzt aktualisiert: 06.02.2011 - 18:16Cesana (RPO). Gepatzt, gezittert und doch gewonnen: Bob-Europameister Manuel Machata reichte beim Weltcup-Finale im italienischen Cesana auch ein elfter Platz, um sich in seiner Premieren-Saison als fünfter deutscher Pilot nach Andre Lange (4 Siege), Wolfgang Hoppe (3), Harald Czudaj (1) und Christoph Langen (1) die Kristallkugel im Vierer zu gewinnen. Am Samstag hatte bereits Sandra Kiriasis aus Winterberg trotz eines Sturzes im ersten Durchgang zum neunten Mal in Folge den Gesamtweltcup im Zweier gewonnen.
"Supergeile Sache, die ganze Saison über vorne mit dabei zu sein. Schade, dass es hier nicht geklappt hat. Cesana ist nicht meine Bahn. Aber ich bin superglücklich, ich freue mich für das ganze Team", sagte Machata. Im Hinblick auf die Heim-WM in Königssee (18. bis 27. Februar) gibt sich der 26-Jährige bescheiden: "Favorit sind wir mit fünf, sechs anderen Teams. Ich hoffe, es wird ein super Rennen."
Bester Deutscher im Vierer war Thomas Florschütz (Riesa), der beim Sieg von Subkow vor Edgars Maskalans (Lettland) und Lyndon Rush (Kanada) Vierter wurde. Karl Angerer (Königssee) belegte Platz zehn.
Im Zweier hatte Machata am Samstag nach einem schwachen 15. Platz dem Russen Alexander Subkow in der Gesamtwertung den Vortritt lassen müssen. Anschließend fad Machata deutliche Worte: "Das war ein beschissenes Rennen von oben bis unten, völlig indiskutabel", sagte Machata, der vor dem Finale in Cesana nur 18 Punkte hinter Subkow gelegen hatte, aber mit der Bahn überhaupt nicht zurechtkam. Dem Russen reichte letztlich Platz fünf, um sich die Kristallkugel zu sichern. Florschütz belegte beim Sieg von Simone Bertazzo (Italien) eine Hundertstelsekunde hinter dem Schweizer Beat Hefti den dritten Platz. Angerer landete auf Rang zwölf.
"Der Bob hat ein paar Kratzer abbekommen, aber die hält er aus, genau wie wir", sagte Kiriasis, die sich mit Anschieberin Stephanie Schneider (Meiningen) nach einem Sturz in Durchgang eins noch vom vierten auf den dritten Platz vorschob: "Ich finde es unglaublich, dass ich trotzdem aufs Podium gekommen bin."
Kiriasis gewann mit 1711 Punkten den Gesamtweltcup überlegen vor Cathleen Martini (Oberbärenburg/1563) und hatte am Ort ihres bislang größten Erfolges erneut Grund zum Feiern. Vor knapp fünf Jahren hatte sie bei den Spielen von Turin Olympiagold in Cesana gewonnen. Platz drei ging an die Kanadierin Kaillie Humphries (1400).
Für Martini lief es bei der Generalprobe für die Heim-WM in Königssee (18. bis 27. Februar) alles andere als rund. Vor dem Start des ersten Laufs verrutschte der dreimaligen Europameisterin das Visier, das Problem konnte nicht rechtzeitig gerichtet werden. "Es sollte heute einfach nicht sein", sagte die 28-Jährige und klagte anschließend über Kopfschmerzen. Allerdings hätte selbst ein Sieg in Cesana für Martini nicht zum ersten Triumph im Gesamtweltcup gereicht. Zu groß war der Rückstand zu Kiriasis. Stattdessen musste sich Martini zum vierten Mal mit dem zweiten Platz begnügen.
Kiriasis will vor dem letzten Highlight des Winters erst einmal "zur Ruhe kommen", um danach gut erholt um einen weiteren Titel zu kämpfen. "Ich trete bestimmt nicht an, um Platz sechs zu erreichen. Wir wollen da angreifen", sagte Kiriasis mit Blick auf die WM.
Der Sieg in Cesana ging in 1:54,21 Minuten an Helen Upperton/Shelly-Ann Brown (Kanada) vor Esme Kamphuis/Judith Vis (Niederlande/0,29 Sekunden zurück) und Kiriasis/Schneider (0,31). Martini belegte mit Kristin Steinert nach Laufbestzeit im zweiten Durchgang mit 0,52 Sekunden Rückstand noch den sechsten Platz, Anja Schneiderheinze/Christin Senkel (Winterberg/1,09) wurden Elfte.









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