Weltcup-Auftakt in Östersund: Biathletinnen gehen eigene Wege
zuletzt aktualisiert: 01.12.2011 - 09:49Östersund (RPO). Die deutschen Biathletinnen um Rekordweltmeisterin Magdalena Neuner haben sich intensiv auf das erste Rennen des Winters im schwedischen Östersund vorbereitet. Nicht alles hatte allerdings direkt mit Sport zu tun.
Lena war beim Elch, Miri schon mal shoppen, und Andrea verdiente sich ein Fleißkärtchen: Die deutschen Top-Biathletinnen Magdalena Neuner, Miriam Gössner und Andrea Henkel haben sich höchst unterschiedlich auf das erste Weltcup-Rennen des Winters am Donnerstag (17.15 Uhr) im schwedischen Östersund vorbereitet. Das DSV-Trio kann im Einzel über 15 km ein erstes Ausrufezeichen setzen.
"Ich war schon bei den Elchen, das war super schön, echt toll", sagte Neuner. Auf einer Elchfarm hört ein Jungtier auf den Namen "Lena", seit Rekordweltmeisterin Neuner bei der WM 2008 in Östersund dreimal Gold gewonnen hat. In den letzten beiden Jahren fiel der Besuch von Gold-Lena beim Elch Lena aus, weil die Wallgauerin krank war.
Auch deshalb stellte die 24-Jährige in diesem Jahr ihr Training um, verzichtete auf den Lehrgang im finnischen Muonio. "Mein Plan ist aufgegangen, trainiert habe ich auch sehr gut. Es kann losgehen", sagte Neuner dem SID: "Ich habe wesentlich mehr Sonne erwischt die letzten beiden Wochen als die anderen und war mit einem supernetten Team unterwegs. Es war sehr entspannt."
Entspannung suchte derweil Staffelweltmeisterin Gössner. Die Garmischerin ging in dem schwedischen Städtchen am See shoppen. Im Lieblingsladen der deutschen Athletinnen wurde die 21-Jährige fündig: "Ich war mit Sabrina Buchholz dort und habe Wolle und Bastelsachen eingekauft. Mir selbst stricke ich eine Mütze, die anderen Sachen werde ich vor Weihnachten mit meiner Schwester zusammenbasteln."
Auch Andrea Henkel war fleißig. Sie kam direkt vom Trainingslager in Finnland nach Östersund und nutzte die Gelegenheit, am vergangenen Sonntag ein Rennen unter Wettkampfbedingungen zu bestreiten. Der IBU-Cup, die zweite Liga im Biathlon-Zirkus, war kurzfristig nach Mittelschweden verlegt worden. Beim Sieg von Kaisa Mäkäräinen, der Gesamtweltcupsiegerin des letzten Winters, belegte Henkel Platz fünf.
"Ich brauche ab und zu mal ein Rennen mehr, um reinzukommen. Es ist doch noch mal etwas anderes als ein Trainingswettkampf. Von daher war es gut, dass ich mitmachen konnte", sagte Henkel. In der letzten Saison lieferte die dreimalige Olympiasiegerin konstant Top-Resultate ab, doch ausgerechnet bei der WM war die Form weg. "Ich beschäftige mich schon damit", sagte Henkel. Noch ist aber nicht ganz klar, was geändert wird. "Erstmal plane ich, dass es anders läuft als letztes Jahr", sagte Henkel lachend.
Die 34-Jährige unterstrich in Östersund noch einmal das gute Klima in der erfolgverwöhnten deutschen Mannschaft, obwohl hinter den Etablierten ein heißer Kampf um die WM-Tickets entbrennen wird: "Wir sind sehr freundlich zu allen, die dazukommen. Wir zicken niemanden an."
Noch sind die Fronten im Team klar. "Wer im letzten Winter mit Top-Platzierungen und WM-Medaillen überzeugt hat, sollte einen Bonus haben, zumindest im Dezember. Sie müssen dann aber auch einen Leistungsnachweis erbringen, um im Januar weiter dabei sein zu können", sagte Bundestrainer Uwe Müssiggang dem SID. Denn so unterschiedlich die Vorbereitung auch gewesen sein mag: Das Ziel aller deutschen Biathletinnen bleibt eine Medaille bei der Heim-WM in Ruhpolding. Außer vielleicht bei Magdalena Neuner. Da könnten es auch ein paar mehr sein.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







