| 19.16 Uhr

Biathlon
Herrmann triumphiert sensationell im Sprint

Denise Herrmann feiert ersten Weltcupsieg
Denise Herrmann feiert ersten Weltcupsieg FOTO: rtr, PLU/PAS
Östersund. Denise Herrmann stützte sich völlig ausgepumpt auf ihre Stöcke. Die 28-Jährige hatte alles gegeben - und alles gewonnen: Nur ein Jahr nach ihrem Wechsel ins Biathlon-Lager gelang der ehemaligen Langläuferin beim Sprint über 7,5 km im schwedischen Östersund ihr erster Weltcup-Triumph.

Zweieinhalb Monate vor Olympia setzte Herrmann trotz eines Schießfehlers nach einer furiosen Laufleistung damit ein echtes Ausrufezeichen und erwies sich im hohen Norden als hervorragender Ersatz für die erkrankte Biathlon-Königin Laura Dahlmeier. Für Herrmann war es die mit Abstand beste Weltcup-Platzierung ihrer noch jungen Biathlon-Karriere.

"Es ist unglaublich, ich freue mich total. Ich wusste, dass ich gut drauf bin. Ich habe damit geliebäugelt, aber jetzt ist es Realität. Das freut mich umso mehr", sagte eine strahlende Herrmann nach ihrem bärenstarken Rennen bei eisigen Temperaturen im ZDF.

Bislang waren zwei 18. Plätze die besten Resultate der ehemaligen Langläuferin gewesen. Herrmann, die sich so nebenbei ihr Ticket für Olympia sicherte, siegte mit 15,2 Sekunden Vorsprung vor der Französin Justine Braisaz und vor Julija Dschyma aus der Ukraine (19,6 Sekunden zurück).

"Ich bin begeistert. Es ist erstaunlich, wie schnell sie in der Weltspitze angekommen ist. Sie ist ein Kämpfertyp. Sie kann sich sehr gut fokussieren", lobte Bundestrainer Gerald Hönig seine Läuferin.

Staffel-Weltmeisterin Franziska Hildebrand (Clausthal-Zellerfeld/null Schießfehler) auf Rang zehn kann ebenfalls für Olympia planen, Vanessa Hinz (Schliersee) schaffte als 14. die halbe Norm. Maren Hammerschmidt (Winterberg) vergab mit zwei Schießfehlern eine bessere Platzierung und landete auf Rang 16. Franziska Preuß (Haag) kam nicht in die Weltcup-Ränge, ebenso wie Karolin Horchler (Clausthal-Zellerfeld).

Herrmann war schon mit hohen Erwartungen an den Start gegangen. Sie sei "gut in Schuss", hatte sie nach dem ordentlichen Einzel am Mittwoch erklärt. Die ehemalige Langläuferin legte im Klassiker über 15 km schon die beste Zeit vor. Aber nicht nur deshalb war die Zuversicht vor dem Sprint groß.

Ihre besten Weltcup-Resultate hatte die 28-Jährige im kürzesten Rennen der Szene verbucht. Bei den deutschen Meisterschaften im September gewann Herrmann neben Massenstart und Verfolgung auch den Sprint, zuletzt fuhr sie in dieser Disziplin auch im zweitklassigen IBU-Cup einen Erfolg ein.

Trotz eines enttäuschenden Einzels gehen am Samstag (14.45 Uhr) die Männer sehr ambitioniert in ihr Sprintrennen über 10 km. Neben der deutschen Nummer eins Simon Schempp (Uhingen) macht sich vor allem Benedikt Doll (Breitnau) große Hoffnungen auf eine gute Platzierung. Der 27-Jährige hatte im Februar bei der WM in Hochfilzen im Sprint triumphiert. Bei den Frauen steht am Sonntag die Verfolgung auf dem Programm.

(sid)
 
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