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"Großer Traum" geplatzt
Gössner wird zur WM-Touristin

Porträt: Das ist Miriam Gössner
Porträt: Das ist Miriam Gössner FOTO: dpa, Andreas Gebert
Oslo. Miriam Gössner bleibt bei der Biathlon-WM in Oslo nur die Rolle als Touristin. Die zweimalige Weltmeisterin wird in den Rennen am Holmenkollen nicht berücksichtigt.

Im dichten Schneegestöber zog Miriam Gössner am Freitagnachmittag am Holmenkollen unbeirrt ihre Bahnen. Die zweimalige Staffel-Weltmeisterin wusste da längst, dass sie bei der Biathlon-WM in Oslo nicht zum Einsatz kommen wird und nur "Touristin" ist. Doch Aufgeben ist nichts für die 25-Jährige. Ohne ihren starken Willen hätte es die Garmischerin nach unzähligen Rückschlägen erst gar nicht nach Norwegen geschafft.

"Es war mein großer Traum, dass ich hier laufen kann, aber ich weiß es ja wirklich schon ein paar Tage länger und habe mich darauf einstellen können", sagte Gössner. Jahrelang hatte sie nach ihrem schweren Unfall daraufhin gearbeitet, im Heimatland ihrer Mutter bei der WM starten zu können. Doch dieser Wunsch wird sich nicht erfüllen, falls ihre (zu) starken Kolleginnen nicht ausfallen.

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Frauen-Bundestrainer Gerald Hönig hatte die Garmischerin ebenso wie Maren Hammerschmidt nicht für den Sprint am Samstag (14.30 Uhr/ARD) nominiert. "Wir haben diese Entscheidung aufgrund der Vorleistungen und Trainingseindrücke getroffen", sagte Hönig.

Damit kann Gössner auch nicht am Verfolgungsrennen teilnehmen, ein Start im Einzel über 15 km in der kommenden Woche ist ebenfalls nicht geplant und zur Qualifikation für den Massenstart fehlen der einstig größten deutschen Biathlon-Hoffnung die nötigen Weltcuppunkte. Auf Starts in den Staffeln hatte die dreimalige Weltcupsiegerin bereits freiwillig verzichtet.

"Ich versuche jetzt die nächsten Tage und Wochen nochmal gut zu trainieren", sagte Gössner, die beim Weltcupfinale im russischen Chanty-Mansijsk unmittelbar nach der WM wieder antreten will. In Oslo wünschte sie ihren Teamkolleginnen "alles Glück der Welt", machte aber aus ihrer Enttäuschung auch keinen Hehl: "Es sind leider sechs starke Mädels hier, vier dürfen nur starten und zwei müssen zuschauen. Schade, dass ich eine davon bin."

Gössner hatte mit einem dritten Platz im Sprint von Hochfilzen im Dezember ihr WM-Ticket gelöst, insgesamt verlief ihre Saison jedoch wieder zu schwankend. Am Schießstand verschenkte sie mehrfach Topresultate, war aber als einzige Deutsche in allen Rennen des Winters am Start. "Beim Schießen waren teilweise sehr gute Rennen dabei, einige haben aber auch von vorne bis hinten nicht funktioniert", sagte Gössner: "Was mich glücklich macht, ist, dass mein Laufniveau wieder weltspitze ist."

Ein schwerer Mountainbike-Unfall - ausgerechnet in Norwegen - hatte sie im Frühjahr 2013 weit zurückgeworfen. Gössner erlitt mehrere Wirbelbrüche und kämpfte sich mühsam zurück in die Mannschaft des Deutschen Skiverbandes (DSV). Nachdem sie sowohl die Olympischen Spiele in Sotschi 2014 als auch die WM 2015 in Kontiolahti verpasst hatte, war die Nominierung für Oslo schon ein großer Erfolg. "Jetzt ist es meine Aufgabe, dass ich im Sommer viel arbeite und noch konstanter werde. Ich will die Lockerheit am Schießstand wieder bekommen", sagte Gössner.

(old/sid)
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