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Biathlon-WM
"Gold-Laura" ist hungrig auf mehr

Biathlon-WM: Laura Dahlmeier holt Gold in der Verfolgung
Biathlon-WM: Laura Dahlmeier holt Gold in der Verfolgung FOTO: dpa, hsc hpl
Oslo. Der Medaillenhunger von Laura Dahlmeier ist nach Gold in der Verfolgung und Bronze im Sprint noch nicht gestillt. Bei der Biathlon-WM in Oslo war am Montag jedoch zunächst Ruhe angesagt.

Am Tag nach ihrem Gold-Coup suchte Laura Dahlmeier nach Ruhe und Entspannung. "Ich habe erst mal ausgeschlafen", sagte die frisch gebackene Weltmeisterin in der Verfolgung. Nach ein wenig Gymnastik ging es anschließend zu einem Bummel in die Innenstadt von Oslo. Der freie Montag bei der Biathlon-WM kam der 22-Jährigen nach dem größten Erfolg ihrer jungen Karriere gerade recht.

"Ich habe mich richtig über die ganzen Glückwünsche gefreut", sagte Dahlmeier, die sich zur ersten deutschen Einzel-Weltmeisterin seit Magdalena Neuner krönte. Nur kurz schaltete die Partenkirchnerin am Sonntagabend den Flugmodus ihres Smartphones aus, um mit ihren Eltern zu telefonieren. Mehr als 100 Nachrichten erhielt sie in dieser Zeit. "Da habe ich dann direkt wieder in den Flugmodus geschaltet", sagte die fünfmalige Saisonsiegerin und lachte.

Dahlmeiers Laune konnte nicht besser sein, nachdem sie sich mit ihrem ersten WM-Titel einen Lebenstraum erfüllte und den Skijägern das erste Gold in Norwegen beschert hatte. Die ganze Mannschaft kam zur stimmungsvollen Medaillenvergabe, um das Meisterstück von "Gold-Laura" zu feiern. "Darüber habe ich mich total gefreut", sagte Dahlmeier, die im Gruppenraum ihres Mannschaftshotels anschließend noch mit dem Team anstieß.

Selbst zur Feier der Norweger mit einem prächtigen Feuerwerk am Holmenkollen wurde sie spontan eingeladen und nutzte die kurze Party zu einem Plausch mit Rekordweltmeister Ole Einar Björndalen. Zu einer durchzechten Nacht kam es aber nicht, immerhin hat Dahlmeier beim Saison-Höhepunkt noch einiges vor.

"Alles, was jetzt kommt, ist Zugabe", sagte sie zwar schon nach Bronze zum Auftakt im Sprint, doch auch nach dem zweiten Edelmetall ist die passionierte Bergsteigerin hungrig auf mehr. "Spätestens am Dienstag liegt der Fokus wieder voll auf den Wettkämpfen. Ich werde die nächsten Rennen mit viel Motivation angehen", sagte Dahlmeier mit Blick auf das Einzel am Mittwoch (15.30 Uhr/ZDF).

Die schweren 15 km seien zwar nicht gerade ihre Lieblingsdisziplin, "aber ich kann nicht sagen, dass ich das gar nicht mag", betonte die Staffel-Weltmeisterin: "Ich will Vollgas geben und versuchen, mein Ding zu machen. Dann ist da wieder etwas möglich."

Dahlmeier hat sich mit ihren Erfolgen von jeglichem Druck befreit und kann selbstbewusst in den Klassiker gehen. "Aber es geht wieder bei Null los", sagt sie. Dass sie in der Verfolgung dominiert habe, sei dann nichts mehr wert. Trotzdem kann die 1,62 m kleine Ausnahmekönnerin den Start kaum erwarten. "Ich habe ja heuer schon genügend Pause gemacht", sagte Dahlmeier und lachte wieder.

Grippale Infekte hatten sie zuletzt mehrfach ausgebremst, sie verpasste viele Rennen und ging in diesem Winter erst 14-mal an den Start. Dabei stand die Bayerin beeindruckende achtmal auf dem Podium und konnte fünfmal gewinnen. Eine Chance auf den Sieg im Gesamtweltcup hat sie jedoch nicht mehr. "Aber ich bin happy so wie es ist. Mein Fokus lag immer auf der WM, dieser Plan ist voll aufgegangen", sagte Dahlmeier.

Pünktlich präsentiert sich die frühere Junioren-Weltmeisterin in Oslo in absoluter Topform, das fiel selbst Norwegens König Harald V. auf. Das Staatsoberhaupt fragte beim traditionellen Siegerempfang in der Ehrenloge schon, ob er die deutsche Überfliegerin nach einem weiteren Sieg in den kommenden Tagen erneut begrüßen dürfe. "Es wäre natürlich schön. Aber versprochen habe ich es ihm nicht", sagte Dahlmeier.

(old/sid)
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