Biathlon-Star derzeit kaum zu schlagen: Die beste Neuner aller Zeiten
zuletzt aktualisiert: 20.01.2012 - 13:37Magdalena Neuner dominiert auf ihrer Abschiedstournee den Biathlon-Zirkus fast nach Belieben. Die Rekordweltmeisterin strotzt vor Kraft und Stärke, körperlich und mental.
Das Selbstbewusstsein grenzenlos, die Dominanz erdrückend: In den letzten Wochen ihrer glanzvollen Karriere erlebt der Biathlon-Zirkus die vielleicht beste Magdalena Neuner aller Zeiten. Sechs Wochen vor Beginn der Weltmeisterschaften in Ruhpolding (29. Februar bis 11. März) strotzt die Doppel-Olympiasiegerin vor Kraft und Stärke. Körperlich und mental. Angst? "Kenne ich nicht."
Mit dem Sprintsieg im italienischen Antholz, dem fünften der Saison und dem 29. ihrer Karriere, unterstrich Neuner einmal mehr, dass sie sich in diesem Winter eigentlich nur selbst schlagen kann. Auf Rückschläge wie die von ihr verschuldete Staffelpleite in Oberhof oder das Crossfire von Nove Mesto antwortet die Rekordweltmeisterin sofort: mit Siegen. Aus Überzeugung. "Die Fehler gehören zum Sport dazu. Daran wächst man. Ich weiß zum Beispiel, dass ich bei der WM nicht auf die falschen Scheiben schießen werde", sagte Neuner.
"Es wird immer besser"
Angst, dass es zu früh zu gut läuft, hat Neuner nicht: "Das Wort kenne ich nicht. Ich freue mich total, dass es so läuft, wie es läuft. Im Grunde wird es immer besser. Ich habe im Hinterkopf, dass ich in den letzten Jahren immer im Februar und März besser und schneller geworden bin. Von daher kommt es mir zugute, dass die WM so spät ist."
Trotz all des Trubels um ihre Person und den angekündigten Rücktritt zum Saisonende blickt Neuner voller Vorfreude auf die Heim-WM: "Ruhpolding wird mit Sicherheit gigantisch. Ich werde auch versuchen, den ganzen Rummel und das volle Stadion zu genießen." Sechsmal Edelmetall bleibt das Ziel der 24-Jährigen, wobei ein Rennen ihr besonders am Herzen liegt: "Eine Einzelmedaille wäre schon schön, das würde die Sammlung rund machen."
Nach Antholz und drei Wochen auf Tour geht es für Neuner erstmal wieder nach Hause, um "beim Heimtraining zu entspannen, den Kopf frei zu kriegen". Dann stehen die beiden Weltcups in Oslo und Kontiolahti an. Auslassen will Neuner keinen Wettkampf: "Ich mache alles mit, bis zum bitteren Ende."
"Diese Farbe habe ich gepachtet"
Das Ende kommt damit also beim Weltcup-Abschluss im russischen Chanty-Mansijsk Mitte März, denn außer den WM-Medaillen hat Neuner in ihrer letzten Saison ein weiteres großes Ziel: Zum dritten Mal den Gesamtweltcup zu gewinnen. In Antholz hielt sie das Gelbe Trikot der Gesamtführenden demonstrativ neben ihre gelbe Teamjacke: "Diese Farbe hier, die habe ich gepachtet."
Noch macht sich Neuner wenig Gedanken über die Zeit ohne Biathlon. Ein paar konkrete Vorstellungen gibt es trotzdem: "Mit 25 auch mal sagen zu können: Nö, heute bleibe ich mal liegen", das findet die Blondine reizvoll.
Aus der Öffentlichkeit will sie nicht verschwinden: "Ich werde immer mal irgendwo auftreten. Einladungen bekomme ich genügend, dass ich mal auf dieser oder jener Couch sitzen und meinen Senf loswerden kann." Einen anderen Job vor TV-Kameras lehnt sie dagegen kategorisch ab: "Als Kommentatorin, nein, auf keinen Fall. Das bin ich nicht. Ich werde keinen Vertrag unterschreiben,ich werde jetzt erstmal mein eigenes Leben machen."
Die Neuner-Festspiele in Antholz gehen am Samstag (12.45 Uhr/ARD und Eurosport) mit der Staffel ("Da habe ich noch etwas gutzumachen") weiter, zudem steht am Sonntag (12 Uhr) noch der Massenstart auf dem Programm.
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