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Große Abschiedsparty für Neuner in Wallgau
"Es ist einfach kein Druck mehr da"
Abschiedsparty für Neuner in Wallgau
Abschiedsparty für Neuner in Wallgau FOTO: dpa, Andreas Gebert
Wallgau. Tausende Fans jubelten Magdalena Neuner euphorisch zu, als sie sich freudestrahlend den Weg zur Bühne auf dem Dorfplatz von Wallgau bahnte: Die große Abschiedsparty in ihrer Heimatstadt wurde wenige Wochen nach dem frühzeitigen Karriereende zu einem letzten Triumphzug für die Rekordweltmeisterin. Düstere Gedanken über eine Morddrohung während der Heim-WM in Ruhpolding im März schob die 25-Jährige dabei ganz weit von sich weg und genoss stattdessen die Feier mit Familie, Freunden und Fans.

"Für mich geht eine neue Zeit los, der Sport geht immer weiter weg", sagte Neuner: "Ich muss jetzt nicht mehr um sechs Uhr in der Früh Angst haben, dass die Dopingkontrolleure vor meiner Tür stehen." Stattdessen lebe sie entspannt in den Tag hinein, denn: "Es ist einfach kein Druck mehr da."

Auch die Familie ist glücklich über die Rückkehr der berühmten Tochter. "Es tut uns sehr gut, dass sie jetzt wieder bei uns ist. Ich glaube, dass sie in Wallgau ihre Ruhe finden wird", sagte Vater Paul Neuner: "Ihre Karriere war für uns eine aufregende, aber auch sehr anstregende Zeit. Wir freuen uns auf die Zukunft."

Für ein letztes offizielles Fotoshooting packte Neuner ein letztes Mal ihre Pokale und Medaillen aus - und strahlte mit ihrer beeindruckenden Sammlung um die Wette. Unter anderem gewann die Ausnahmekönnerin in ihrer glanzvollen Karriere zweimal Olympia-Gold, zwölf WM-Titel und drei große Kristallpokale für den Gewinn des Gesamtweltcups, den letzten davon erst zum Abschluss dieses Winters. "Man darf nicht an alten Sachen festhängen", sagte Neuner anschließend und schloss eine Rückkehr in den Leistungssport damit aus.

"Mein Beruf: Magdalena Neuner zu sein"

Wie es jetzt für sie weitergeht? Eine konkrete Zukunftsplanung gibt es nicht, doch Deutschlands Sportlerin des Jahres bringt es auf den Punkt: "Mein Beruf ist es, Magdalena Neuner zu sein." Einige interessante TV-Angebote würden in Aussicht stehen, und ohnehin müsse sich die Werbemillionärin finanziell wohl keine ernsthaften Sorgen um ihre Zukunft machen.

Aus der Öffentlichkeit wird "Gold-Lena" ohnehin nicht verschwinden, und so beispielsweise im Rahmen des DFB-Pokalendspiels zwischen Borussia Dortmund und Bayern München am 12. Mai in Berlin die Trophäe ins Olympiastadion tragen. "Das ist eine riesige Ehre. Ich hoffe nur, der Pokal ist nicht zu schwer. Solche Dinge passieren in Zukunft hoffentlich noch öfter", sagte Neuner bei einer Pressekonferenz mit sieben Kamerateams und etwa 70 Journalisten.

Zwischen all die positiven Gedanken über die Zukunft und der tollen Partystimmung unweit ihres Wohnhauses mischten sich jedoch die Erinnerungen an die schwierige Zeit während der Heim-WM in Ruhpolding, als Neuner eine ernsthafte Morddrohung zu schaffen gemacht hatte. "Es war nicht einfach, die Wettkämpfe unbeschwert zu laufen, aber ich konnte mich gut ablenken", sagte Neuner: "Ich habe es nicht eingesehen, mir da von jemandem die Freude nehmen zu lassen."

Neuner ist stolz, trotz der enormen psychischen Belastung kurz vor ihrem Rücktritt zwei WM-Titel, eine Silber- sowie eine Bronzemedaille erkämpft zu haben. "Es war nicht die erste Situation dieser Art, aber die meisten Leute bekommen das eben nicht mit", sagte Neuner: "Ich habe aber nie wirklich große Angst gehabt." Grund dafür sei unter anderem die gute Bewachung durch Zivilpolizisten und andere Sicherheitskräfte gewesen.

Quelle: sid
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