Gutes Ergebnis der Biathleten: Graf schießt am Sieg vorbei – Schempp Vierter
zuletzt aktualisiert: 15.12.2011 - 18:07Hochfilzen (RPO). Florian Graf hat die Favoriten zittern lassen, doch im entscheidenden Moment fehlte dem 23-Jährigen die ruhige Hand. Graf ging beim Sprint über 10 km im österreichischen Hochfilzen mit der hohen Startnummer 104 als Führender ins Stehendschießen, doch drei Fehler warfen ihn bis auf Rang 23 zurück. Dafür glänzte Simon Schempp, der sich mit nur 1,5 Sekunden Rückstand aufs Podium den vierten Platz mit dem Franzosen Jean Guillaume Beatrix teilte.
Das Duo hatte 18,7 Sekunden Rückstand auf Sieger Tarjei Bö (Norwegen/1 Fehler). Der Dreifach-Weltmeister von Chanty-Mansijsk gewann in 23:57,2 Minuten vor dem läuferisch überragenden Franzosen Martin Fourcade (4,0 Sekunden zurück/2) sowie dem Russen Timofej Lapschin (17,2/0) und übernahm die Führung im Gesamtweltcup.
"Es ist hinten raus ein bisschen schneller geworden, auch ich habe von den Bedingungen profitiert", sagte Schempp (Uhingen/1): "Tarjei war stärker in der Loipe, er ist ein verdienter Sieger." Bö selbst hat jetzt nur ein Ziel: sich das Gelbe Trikot unter den Weihnachtsbaum zu hängen.
Graf verschenkt Weltcupsieg
Von den besseren Bedingungen zum Ende des Rennens schien neben Schempp auch Graf profitieren zu können. Der 23-Jährige aus Eppenschlag, der in der Vorwoche ebenfalls in Hochfilzen mit den Plätzen sieben und acht in Sprint sowie der Verfolgung überrascht hatte, lag klar auf Siegkurs, als er im Stehendanschlag patzte. Graf hatte im Ziel 1:05,2 Minuten Rückstand auf Sieger Bö. Bei rund 25 Sekunden pro Strafrunde hätte Graf bei einem fehlerfreien Anschlag alle Chancen auf seinen ersten Weltcupsieg gehabt.
Andreas Birnbacher (Schleching/3) landete mit der elfbesten Laufzeit knapp hinter Graf auf Rang 26. "Ich ärgere mich wahnsinning. Ich kann alles probieren, immer geht beim Schießen einer weg. Die Laufform passt", sagte der Sprintsechste von Östersund. Zudem stürzte der 30-Jährige auch noch in der letzten Abfahrt und verlor weitere wertvolle Sekunden.
Völlig von der Rolle waren Sprint-Weltmeister Arnd Peiffer (Clausthal-Zellerfeld/2) als 46. und Michael Greis (Nesselwang/1) auf Platz 53. "Läuferisch lief es nicht so, wie ich mir das vorgestellt hatte. Es hat aber nicht am Material gelegen, ich habe mich einfach träge gefühlt", sagte Greis. Michael Rösch (Altenberg/3), der in der Vorwoche beim Comeback nach zweijähriger Weltcup-Abstinenz überzeugt hatte, landete sogar nur auf Rang 88 und wird damit auch nicht in der Verfolgung starten dürfen.
Wegen Schneemangels war der dritte Weltcup des Winters vom französischen Annecy nach Hochfilzen verlegt worden. Am Samstag geht es für die 60 Besten aus dem Sprint mit dem Verfolgungsrennen über 12,5 km (12.00 Uhr/ZDF und Eurosport) weiter.
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