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Biathlon: Greis sprintet auf Rang zwei

zuletzt aktualisiert: 09.01.2010 - 15:18

Oberhof (RPO). Die Leidenszeit der deutschen Biathleten ist vorbei. Michael Greis hat beim Weltcup in Oberhof den ersten Podestplatz für die deutschen Männer in diesem Winter geholt. Greis stürmte im Sprintrennen auf Rang zwei.

Guter zweiter Platz für Michael Greis.  Foto: APD, AP
Guter zweiter Platz für Michael Greis. Foto: APD, AP

Am Ende lag der Olympiasieger nur 2,8 Sekunden hinter dem Russen Jewgeni Ustjugow und fand nach seiner bisher besten Saisonleistung, dass "das Glück des Tüchtigen heute auf meiner Seite war". Dritter wurde der Schwede Carl Johan Bergman, die restliche deutsche Mannschaft landete nach desaströsen Schießleistungen im geschlagenen Feld.

"Das war kein Wetter für die Sportler und Zuschauer. Wenn mich jemand zur Pizza eingeladen hätte, dann hätte ich mich sicher dafür entschieden", sagte Michael Greis am Ende schelmisch lächelnd und trotz des knapp verpassten Sieges zufrieden.

Der mittlerweile 33 Jahre alte Routinier vom SK Nesselwang entschied sich für sein Spezialgebiet und wurde immerhin mit 7500 Euro Prämie für die knapp halbstündige Mühe bei extrem schlechtem Wetter für Skijäger-Verhältnisse prächtig entlohnt.

"Mit zwei Fehlern bin ich beim Schießen noch ganz gut durchgekommen, aber die Grundlage für das gute Rennen waren heute die Super-Ski. Ich war unterwegs sofort dabei, und die Zuschauer haben mich nach vorne getrieben", sagte Greis. Am Ende feierten 23.000, die sich trotz des Sturmtiefs "Daisy" bis an den knapp 900 Meter hoch gelegenen Thüringer Rennsteig durchgekämpft hatten, ihren Helden frenetisch.

Greis erntet "Lohn für akribische Arbeit"

"Es war ein ganz hart erkämpfter Podiumsplatz. Michael Greis hat vor allem beim Schießen seine Klasse unter Beweis gestellt und den Lohn für die akribische Arbeit der letzten Tage kassiert", sagte Frank Ullrich. Dem Bundestrainer blieb angesichts der ansonsten schwachen Vorstellung seiner Biathleten nur die Hoffnung, "das die Mannschaft aus dem Podestplatz Motivation zieht. Die Jungs haben gesehen, was möglich ist."

Außer Greis kam kein einziger deutscher Starter mit weniger als vier Strafrunden durch das Schießen. Der WM-Dritte Arnd Peiffer (Clausthal-Zellerfeld) war mit fünf Strafrunden auf Platz 38 der zweitbeste Läufer der Gastgeber und drückte angesichts von insgesamt 480 Fehlschüssen der 108 Teilnehmer die Lage so aus: "Am Schießstand hat einfach alles gewackelt. Die Waffe, der Körper - es war extrem."

Die Weltcup-Tage am Thüringer Rennsteig gehen am Sonntag mit den Massenstartrennen der Frauen (11 Uhr) und Männer (13.15 Uhr/jeweils live in der ARD und bei Eurosport) zu Ende. Ob die sechsmalige Weltmeisterin Magdalena Neuner (Wallgau) nach ihrer bei einem Ausrutscher erlittenen Rückenblockade antreten kann, entscheidet sich erst unmittelbar vor dem Rennen.


Biathlon, Weltcup in Oberhof, Sprintrennen:

Männer über 10 km:

1. Jewgeni Ustjugow (Russland) 28:45,0 Minuten/3 Strafrunden nach Schießfehlern
2. Michael Greis (Nesselwang) 0:02,8 Minuten zurück/2
3. Carl Johan Bergman (Schweden) 0:08,2/0
4 Halvard Hanevold 0:10,4/1
5. Emil Hegle Svendsen (beide Norwegen) 0:14,1/2
6. Anton Schipulin (Russland) 0: 26,3/3
7. Martten Kaldvee (Estland) 0:27,6/1
8. Iwan Tscheressow 0:34,2/3
9. Nikolai Kruglow (beide Russland) 0:42,4/2
10. Alexander Os (Norwegen) 0:43,8/2
... 38. Arnd Peiffer (Clausthal-Zellerfeld) 1:58,3/5
... 43. Andreas Birnbacher (Schleching) 2:14,8/5
... 51. Daniel Böhm (Buntenbock) 2:40, 6/5
... 56. Simon Schempp (Uhingen) 2:55,6/4
... 61. Alexander Wolf 3:09,8/5
... 72. Christoph Stephan (beide Oberhof) 3:39,2/7

Stand im Gesamtweltcup nach 8 von 25 Rennen: 1. Ustjugow 283 Punkte, 2. Tim Burke (USA) 275, 3. Simon Fourcade (Frankreich) 265, 4. Svendsen, 5. Christoph Sumann (Österreich) beide 246, 6. Greis 208, 7. Simon Eder (Österreich) 199, 8. Ole Einar Björndalen (Norwegen) 195, 9. Tscheressow 189, 10. Os 188, ... 14. Peiffer 170, ... 26. Birnbacher 101, ... 43. Wolf 62, ... 52. Stephan 43, ... 54. Schempp 39, ... 69. Michael Rösch (Altenberg) 21.

Quelle: SID/seeg

 
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