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Biathlon-Weltcup in Hochfilzen: Greis wird nur Vierter

zuletzt aktualisiert: 18.12.2008 - 17:40

Hochfilzen (RPO). Pech statt Siegerpodest für die deutschen Biathleten: Im Flockenwirbel von Hochfilzen belegten Simone Hauswald und Michael Greis jeweils den undankbaren vierten Rang. Die langen Einzelrennen waren stattdessen eine russische Domäne. Weltmeister Maxim Tschudow siegte über 20 km vor Iwan Tscheressow, Albina Achatowa war bei den Frauen über 15 km die Schnellste. Martina Beck musste als Tages-14. das Gelbe Trikot abgeben und Kati Wilhelm trat wegen Halsschmerzen gar nicht erst an.

Michael Greis brachte den Sieg nach Hause.  Foto: AP, AP
Michael Greis brachte den Sieg nach Hause. Foto: AP, AP

"Das war heute wirklich nicht unser Tag", meinte Uwe Müssiggang stellvertretend. Der Frauen-Bundestrainer, dessen Läuferinnen erst zum zweiten Mal innerhalb der letzten drei Jahre das Siegerpodest komplett verpassten (außerdem beim Jagdrennen in Pyeongchang am 8. März 2008), haderte vor allem mit der schwachen Schießleistung. "Unser Anspruch ist das Siegerpodest und das haben wir verpasst."

Simone Hauswald, die als Vierte nach den Plätzen 1 sowie 3 in der Vorwoche ihre blendende Form bestätigte, kassierte drei Strafminuten nach Fehlschüssen und räumte am Ende ein: "Andere haben einfach besser geschossen. Das akzeptiere ich. Ich kann mit Platz vier sehr zufrieden sein. Mir hat es bei dem Schnee hier voll Spaß gemacht."

Neben Hauswald zählte auch Magdalena Neuner als Siebte zu den Lächelnden im nasskalten Tirol. "Meine Form wird immer besser. Die Komplexleistung war in Ordnung, auch wenn mich die drei Schießfehler schon etwas geärgert haben", sagte die Weltcup-Titelverteidigerin aus Wallgau.

Martina Beck, die auf Platz 14 zum ersten Mal im Winter nicht unter den Top ten war, zeigte sich nicht enttäuscht und bilanzierte: "Es war ein extrem schweres Rennen mit schlechter Sicht beim Schießen und tiefem Schnee. Dafür ist es mir noch ganz gut ergangen. Dem an die drittplatzierte Swetlana Slepzowa (Russland) verlorenen Gelben Trikot trauerte die Mittenwalderin nicht nach: "Das ist in Ordnung so. Slepzowa war besser. Sie hat es verdient", sagte Beck.

"Natürlich ist es schade, wenn man am Ende der Erste neben dem Siegerpodest ist", meinte Michael Greis. "Diesmal aber bin ich trotzdem zufrieden. Es war heute ein sehr schweres Rennen und ich bin mit nur einem Schießfehler gut durchgekommen. Läuferisch und auch vom Schießen her bin ich eigentlich da, wo ich hingehöre. Bisher läuft es in diesem Winter echt super."

Greis verteidigte sein Rotes Trikot des Führenden in der 20-km-Wertung und rückte im Gesamtweltcup mit nunmehr 243 Punkten als Dritter weiter zum diesmal auf Platz 18 abgeschlagenen Spitzenreiter Emil Hegle Svendsen (Norwegen/299) auf.

"Das war wieder ein sehr solides Rennen. Nach vorne fehlt nicht viel, irgendwann klappt es schon", meinte Alexander Wolf, der hinter Greis als 12. zweitbester deutscher Skijäger war. "Beim ersten 20er in Östersund hatte ich vier Strafminuten, heute zwei, wenn es bei der WM dann null werden, würde es passen." Neben Greis und Wolf lobte Bundestrainer Frank Ullrich auch Toni Lang (Hauzenberg). Der ehemalige Langlauf-Sprinter schaffte als 14. sein bisher bestes Weltcup-Ergebnis überhaupt und war sogar 2,1 Sekunden schneller als Norwegens Superstar Ole Einar Björndalen, der 15. wurde.


Biathlon, Weltcup in Hochfilzen, Einzelrennen:

Männer über 20 Kilometer:
1. Maxim Tschudow 56:00,3 Minuten/1 Strafminute nach Fehlschuss
2. Iwan Tscheressow (beide Russland) 0:47,6 Minuten zurück/2
3. Björn Ferry (Schweden) 0:48,5/1
4. Michael Greis (Nesselwang) 0:54,4/1
5. Roman Pryma (Ukraine) 1:08,0/1
6. Christoph Sumann 1:10,8/2
7. Daniel Mesotitsch (beide Österreich) 1:24,4/1
8. Carl Johan Bergman (Schweden) 1:51,9/2
9. Christian de Lorenzi (Italien) 1:52,1/2
10. Alexander Bilanenko (Ukraine) 1:56,9/0
... 12. Alexander Wolf (Oberhof) 2:08,5/2
... 14. Toni Lang (Hauzenberg) 2:22,6/3
... 25. Andreas Birnbacher (Schleching) 3:09,5/3
... 29. Michael Rösch (Altenberg) 3:29, 8/3
... 58. Daniel Graf (Frankenhain) 5:15,6/3
... 74. Christoph Stephan (Oberhof) 6:25,7/6

Stand im Gesamtweltcup nach 5 von 26 Rennen:
1. Emil Hegle Svendsen (Norwegen) 299 Punkte
2. Tomasz Sikora (Polen) 255
3. Greis 243
4. Ole Einar Björndalen (Norwegen) 223
5. Tscheressow 197
6. Tschudow 195
7. Ferry 188, 8. Alexander Os (Norwegen) 181
9. Nikolai Kruglow (Russland) 170
10. Bergman 167
11. Wolf 163
... 20. Stephan 83
... 29. Birnbacher 64
... 31. Rösch 63
... 35. Lang 58
... 59. Graf 18

Frauen über 15 km:
1. Albina Achatowa (Russland) 50:03,0 Minuten/0 Strafminuten nach Schießfehlern
2. Eva Tofalvi (Rumänien) 0:17,5 Minuten zurück/0
3. Swetlana Slepzowa (Russland) 0:49,9/2
4. Simone Hauswald (Gosheim) 2:10,3/3
5. Olga Medwedzewa (Russland) 2:12,8/2
6. Solveig Rogstad (Norwegen) 2:29,6/1
7. Magdalena Neuner (Wallgau) 2:32,0/3
8. Kaisa Mäkäräinen (Finnland) 2:32,2/2
9. Liu Xianying (China) 2:57,4/2
10. Olga Saizewa (Russland) 3:06,7/3
... 14. Martina Beck (Mittenwald) 3:35,6/2
... 25. Anne Preußler (Altenberg) 4:26,6/2
... 28. Kathrin Hitzer (Gosheim) 4:33,1/4
... 34. Andrea Henkel (Großbreitenbach) 5:29,2/6
Kati Wilhelm (Zella-Mehlis) wegen Halsschmerzen nicht angetreten.

Stand im Gesamtweltcup nach 6 von 26 Rennen:
1. Slepzowa 267 Punkte
2. Beck 251
3. Jekaterina Jurjewa (Russland) 223
4. Tora Berger (Norwegen) 206
5. Helena Jonsson (Schweden) 192
6. Achatowa 190
7. Wilhelm 189
8. Henkel 184
9. Liu 183
10. Neuner 182
... 13. Hauswald 151
... 26. Hitzer 79
... 44. Preußler 32
... 58. Buchholz 15

Quelle: SID

 
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