Weltcup in Hochfilzen: Hitzer rettet Biathlon-Staffel den Podestplatz
zuletzt aktualisiert: 21.12.2008 - 16:20Hochfilzen (RPO). Der ganz große Aufschwung blieb aus, als Staffel-Zweiter hinter Russland haben die deutschen Biathlon-Weltmeisterinnen aber für den einzigen Podestplatz in Hochfilzen und damit für einen halbwegs versöhnlichen Jahresabschluss sorgen können. Zuvor wiesen nur Michael Greis, Magdalena Neuner und Kathrin Hitzer auf den Sprint-Rängen 6, 7 sowie 8 gute Form für die nun folgenden Prestige-Heimrennen in Oberhof (7. bis 11. Januar) sowie Ruhpolding (14. bis 18. Januar) nach.
Die deutsche Männerstaffel verpasste beim Heimsieg der Österreicher als Vierter das Siegerpodest um zwei Sekunden.
"Wenn das Wetter nicht so schlecht wäre, würde ich meine Mütze vor der Kathrin ziehen. Ich habe mit meinen beiden Strafrunden die Staffel reingerissen, aber sie hat meine Fehler wieder ausgebügelt", schilderte Magdalena Neuner (Wallgau) im strömenden Eisregen das glückliche Ende des letzten Weltcup-Rennens des Jahres.
Die wegen des Startverzichts der Teamstars Martina Beck und Kati Wilhelm erstmals auf der Schlussposition der 4x6-km-Staffel eingesetzte Kathrin Hitzer (Gosheim) zeigte eine tadellose Leistung und rannte noch von Platz vier nach vorne. "Ich bin sehr glücklich und merke, dass ich Schritt für Schritt besser in Form komme", sagte die junge Gosheimerin.
Hitzer hatte bereits mit der geschafften WM-Norm im Sprint im Schatten des glanzvollen russischen Doppelsieges von Weltcup-Spitzenreiterin Swetlana Slepzowa und Jekaterina Jurjewa für positive Nachrichten aus dem ansonsten in Hochfilzen wenig erfolgreichen deutschen Lager gesorgt. "Dort, wo die Russen läuferisch sind, müssen wir auch wieder hin", schätzte Bundestrainer Uwe Müssiggang die Lage realistisch ein.
Mit den Worten: "Unser Rückstand überrascht aufgrund der zahlreichen gesundheitlichen Probleme in der Vorbereitung nicht. Aber wir haben jetzt mehr als zwei Wochen Zeit zum Aufholen", kündigte der Frauen-Coach eine trainingsreiche Weihnachtspause an.
"Es tut mir so leid für das Team. Ich hätte mich cleverer anstellen müssen", kommentierte Staffel-Pechvogel Alexander Wolf. Der Oberhofer verlor an seinem 30. Geburtstag zunächst einen Stock, dann die Übersicht am Schießstand, musste zwei Strafrunden drehen und warf damit im Alleingang das bis dahin auf Siegkurs laufende deutsche Quartett bis auf Platz neun zurück. "Ich war läuferisch am Limit, da hat es mich am Schießstand total geschmissen. Es ist nun halt mal passiert und ich kann es nicht mehr ändern."
Mit einer Energieleistung machte Schlussläufer Michael Greis Wolfs fatales Missgeschick fast noch wett, musste sich aber am Ende dem Überraschungssieger Österreich, Schweden und knapp auch Frankreich beugen. "Ich habe ein optimales Rennen hingelegt, zweimal fehlerlos geschossen. Schade: ich habe alles gegeben, aber mehr war diesmal nicht möglich", kommentierte Greis.
Der Nesselwanger war bereits tags zuvor als Sprint-Sechster beim Doppelsieg der Norweger durch Lars Berger und Alexander Os bester deutscher Läufer und geht als Weltcup-Dritter mit nur 18 Punkten Rückstand auf das von Emil Hegle Svendsen (Norwegen) behauptete Gelbe Trikot aussichtsreich in das neue Jahr. "Ich bin mit den ersten drei Weltcup-Wochen super glücklich. Ich hatte fast nur gute Rennen, fühle mich in starker Form. Oberhof kann kommen", bilanzierte Greis.
Ergebnisse:
Biathlon, Weltcup in Hochfilzen, Staffelrennen:
Männer über 4x7,5 km: 1. Österreich (Daniel Mesotitsch, Friedrich Pinter, Tobias Eberhard, Christoph Sumann) 1:21:23,1 Stunden (0 Strafrunden+5 Nachlader), 2. Schweden (Magnus Jonsson, Matthias Nilsson, Björn Ferry, Carl Johan Bergman) 1:11,2 Minuten zurück (1+12), 3. Frankreich (Vincent Jay, Vincent Defrasne, Jean Guillume Beatrix, Simon Fourcade) 1:16,3 (0+5), 4. Deutschland (Michael Rösch/Altenberg, Christoph Stephan, Alexander Wolf/beide Oberhof, Michael Greis/Nesselwang) 1:18,3 (2+9), 5. Russland 1:35,7 (1+15), 6. Ukraine 1:35,7 (0+12), 7. Norwegen 1:54,7 (2+14), 8. Weißrussland 2:07,0 (0+8), 9. Tschechien 2:46,3 (3+9), 10. Italien 3:05,1 (0+10)
Frauen:
7,5 km: 1. Swetlana Slepzowa 23:21,8 Minuten/1 Strafrunde nach Schießfehler, 2. Jekaterina Jurjewa (beide Russland) 0:02,7 Minuten zurück/0, 3. Vita Semerenko (Ukraine) 0:16,6/0, 4. Helena Jonsson (Schweden) 0:24,3/0, 5. Albina Achatowa (Russland) 0:32,3/0, 6. Kaisa Mäkäräinen (Finnland) 0:35,1/1, 7. Magdalena Neuner (Wallgau) 0:36,9/1, 8. Kathrin Hitzer (Gosheim) 0:43,8/0, 9. Anna Carin Olofsson-Zidek (Schweden) 0:57,0/2, 10. Anna Buligina (Russland) 1: 00,8/1, ... 14. Martina Beck (Mittenwald) 1:09,0/1, ... 50. Simone Hauswald (Gosheim) 2:34,1/4, ... 53. Ane Preußler (Altenberg) 2:38, 0/2, ... 58. Andrea Henkel (Großbreitenbach) 2:48,6/5. Kati Wilhelm (Zella-Mehlis) wegen Erkältung nicht angetreten
Stand im Gesamtweltcup nach 7 von 26 Rennen: 1. Slepzowa 327 Punkte, 2. Beck 278, 3. Jurjewa 77, 4. Jonsson 235, 5. Achatowa 230, 6. Neuner 218, 7. Liu Xianying (China) 212, 8. Tora Berger (Norwegen) 206, 9. Eva Tofalvi (Rumänien) 191, 10. Wilhelm 189, 11. Henkel 184, ... 16. Hauswald 151, ... 23. Hitzer 113, ... 48. Preußler 32, ... 62. Sabrina Buchholz (Oberhof) 15
4x6 km: 1. Russland (Swetlana Slepzowa, Anna Buligina, Albina Achatowa, Jekaterina Jurjewa) 1:14:00,3 Stunden/0 Strafrunden für Schießfehler, 2. Deutschland (Andrea Henkel/Großbreitenbach, Simone Hauswald/Gosheim, Magdalena Neuner/Wallgau, Kathrin Hitzer/Gosheim) 1:43,4 Minuten zurück/3, 3. Frankreich (Marie Laure Brunet, Sylvie Becaert, Julie Carraz-Collin, Sandrne Bailly) 2:13,8/2, 4. Polen 2: 29,3/0, 5. Ukraine 2:38,3/1, 6. Weißrussland 2:50,7/0, 7. Norwegen 3:06,2/2, 8. Schweden 3:44,0/1, 9. Rumänien 4:39,6/0, 10. Italien 5: 05,8/0
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