Doping bei der Biathlon-WM?: Mysteriöse Beutel in Östersund aufgetaucht
zuletzt aktualisiert: 20.02.2008 - 07:43Östersund (RPO). Nahe der schwedischen Stadt Östersund sind im Anschluss an die Biathlon-WM zwei mysteriöse Beutel für intravenöse Infusionen aufgetaucht. Wie die Zeitung "Östersund-Posten" meldet, hat ein Schwede die Beutel in einer Schneewehe am Straßenrand gefunden.
In den Beuteln befanden sich dem Vernehmen nach Reste einer gelblichen Flüssigkeit. Beschriftet waren die Behälter mit "Glukose". Die Polizei stellte den Funde sicher.
Nach den Dopingverdächtigungen gegen deutsche Biathleten hat der Deutsche Skiverband (DSV) Anzeige gegen Unbekannt wegen Verleumdung, übler Nachrede, Beleidigung und falscher Verdächtigung gestellt.
Entsprechende Schritte seien bis Dienstag bei den Staatsanwaltschaften in München und Wien eingeleitet worden. Das bestätigte der für Recht zuständige DSV-Vizepräsident Franz Steinle
In Österreich war im Zusammenhang mit einer anonymen Anzeige eine Liste mit Namen von 31 Sportlern aufgetaucht, die angeblich in Wien Blutdoping betrieben haben. 16 Athleten sind Österreicher, unter den 15 restlichen befinden sich zehn Deutsche. DSV-Präsident Alfons Hörmann sprach von "Rufmord".
Fund ist "interessant"
Der Chef des Doping-Labors im Stockholmer Huddinge-Hospital, Mats Gerle, bezeichnete die Funde als "interessant". Intravenöse Infusionen bei Wettbewerben wie den Biathlon-WM sind seit kurzem komplett verboten.
Alle deutschen Biathleten setzen sich mit einer eidestattlichen Versicherung, nie gedopt zu haben, zur Wehr. "Wir sind gerade dabei, diese einzusammeln. Das sind nicht nur Ehrenerklärungen. Diese Papiere sind zum Einsatz vor Gericht vorgesehen und strafbewehrt. Darüber wurden alle Athleten belehrt", so Steinle. Im Falle einer Falschaussage würden den deutschen Athleten Gefängnisstrafen bis zu drei Jahren drohen.
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