| 17.34 Uhr
Nach Fehlschuss-Festival der Biathletin
Neuner nimmt jetzt Nachhilfe
Nach Fehlschuss-Festival der Biathletin: Neuner nimmt jetzt Nachhilfe
Leidet an einer Zitterhand: Magdalena Neuner. FOTO: AP, AP
Leipzig (RPO). Wenige Wochen vor der Weltmeisterschaft in Südkorea hat Deutschlands Star-Biathletin Magdalena Neuner zwar ihre Leichtigkeit verloren, doch mit den Nerven ist sie noch lange nicht fertig. Gezielte Nachhilfe in Form von Extra-Training soll Neuner zurück in die Erfolgsspur bringen.

 "Jetzt hilft nur abhaken und auf die eigenen Stärken besinnen", sagte ihr Heimtrainer Bernhard Kröll. Mit einem Kurzurlaub und Extra-Übungen, aber zunächst ohne Mentaltrainer soll die 21-Jährige die Zitterhand am Schießstand beruhigen.

Kröll will seinen verunsicherten Schützling am Dienstag in einem persönlichen Gespräch aufbauen, damit Magdalena Neuner bei der WM in Pyeongchang/Südkorea (14. bis 22. Februar) wieder scharf schießt.

Psychologische Hilfe schließt Neuners erst 32 Jahre alter Coach prinzipiell nicht aus. "Mentales Training ist in jeder Sportart interessant - auch im Biathlon. Aber das sind auch keine Zauberer. Die arbeiten unterstützend über einen längeren Zeitraum", meint Kröll: "Magdalena muss sich jetzt bewusst werden, dass sie beim Schießen wesentlich stabiler ist als es zuletzt den Anschein hatte. Sie hat das im Training oft genug bewiesen."

Um ihre Schwächen speziell im Stehendschießen zu bekämpfen, hatte Magdalena Neuner in der Saisonvorbereitung in Sonthofen beim Ex-Weltmeister der Großkaliber-Gewehrschützen und erfolgreichen Schützentrainer, Rudi Krenn, Rat gesucht und auch gefunden. Sie veränderte auf Krenns Hinweis ihre Fußstellung und hat laut Kröll in dieser Saison "insgesamt eine wesentlich höhere Trefferquote erreicht".

Kröll will am Donnerstag am heimatlichen Schießstand in Kaltenbrunn am Karwendel-Gebirge mit Magdalena Neuner "nach einigen Tagen Abstand" wieder ins Training einsteigen. Einen Tag später fährt die sechsmalige Weltmeisterin zum letzten Auswahl-Lehrgang von Bundestrainer Uwe Müssiggang vor der WM-Abreise (8. Februar) nach Ruhpolding.

"Es mag in dieser Situation kurios klingen, aber es ist deutlich sichtbar, dass Lena beim Schießen besser geworden ist", sagt Müssiggang: "Vier der fünf Fehler beim letzten Weltcup-Schießen in Antholz waren ganz knapp. Früher wäre das Fehlerbild kreuz und quer gewesen. Wir werden das Schießen analysieren, aber ich glaube nicht, dass bei Lena die Angst vor dem Schießen zurückkehrt. Es besteht überhaupt kein Grund dazu."

Der Coach setzt darauf, dass sich Magdalena Neuner, die in Südkorea am 9. Februar ihren 22. Geburtstag feiert, "lieber an den erreichten WM-Ergebnissen aufbaut" und nicht allzu sehr über die jüngsten Pleiten grübelt.

Und er kündigt viel Arbeit auf dem Weg zum perfekteren Schießen an: "Das ist keine Sache von heute auf morgen. Natürlich werden wir am Stehendanschlag arbeiten. Da ist noch zu viel Bewegung drin. Aber das Wichtigste für das WM-Training in Ruhpolding ist, dass wir nun alles stabilisieren, was sie schon kann."

Quelle: SID
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung.
Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.


Melden Sie diesen Kommentar