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Andreas Birnbacher Panorama afp 2011
  Foto: AFP
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Biathlon-Weltcup: Neuner siegt, Birnbacher Vierter

zuletzt aktualisiert: 13.02.2011 - 20:13

Köln (RPO). Die Frauen in Gala-Form, die Männer auch mit dem zweiten Anzug überzeugend: Nach einer gelungenen Generalprobe beim Weltcup im amerikanischen Fort Kent fahren die deutschen Biathleten als heiße Medaillenkandidaten zur Weltmeisterschaft vom 3. bis 13. März im russischen Chanty Mansijsk.

Magdalena Neuner gewann den Massenstart vor Andrea Henkel, die zuvor im Sprint und der Verfolgung triumphiert hatte. Henkel übernahm damit auch die Führung im Gesamtweltcup. Andreas Birnbacher erreichte in Abwesenheit der erkrankten Michael Greis und Arnd Peiffer mit Platz vier im Massenstart sein bestes Saisonergebnis.

"Schönes Rennen"

Neuner strahlte nach der überragenden Vorstellung mit nur einem Fehler übers ganze Gesicht: "Meine Eltern hatten mir schon per SMS geschrieben: Dritte, Zweite, Pünktchen, Pünktchen. Es war ein schönes Rennen, ich konnte es richtig genießen", sagte Neuner, für die es der 21. Weltcupsieg ihrer Karriere war. In Fort Kent hatte die 24-Jährige bereits als Dritte im Sprint und Zweite in der Verfolgung auf dem Treppchen gestanden.

Glücklich war auch Henkel, die im gelben Trikot der Gesamtführenden nach Chanty Mansijsk reist. "Wenn so spät in der Saison die Chance besteht, den Gesamtweltcup zu gewinnen, wird das auch zum Ziel", sagte die 33-Jährige. Die Doppel-Olympiasiegerin von Salt Lake City 2002 überholte mit 753 Punkten die Finnin Kaisa Mäkäräinen (744), die im Massenstart Fünfte wurde. Hinter dem deutschen Duo hatte die Weißrussin Darja Domratschewa Platz drei belegt. Sabrina Buchholz bejubelte mit Platz acht direkt hinter Kathrin Hitzer auf den letzten Drücker als sechste DSV-Athletin lauthals ihr WM-Ticket.

Birnbacher wird Vierter

Auch den den Männern herrschte gute Stimmung. "Ich bin glücklich mit Platz vier, auch wenn es schade ist, so knapp hinter dem Podest zu sein. Bei mir geht es immer besser, der Massenstart ist meine Lieblingsform. Bei der WM kann ich um eine Medaille mitkämpfen", sagte Birnbacher. In Abwesenheit der im Gesamtweltcup bestplazierten Deutschen Peiffer und Greis, die bereits am Samstag aus gesundheitlichen Gründen in die Heimat zurückgekehrt waren, verpasste Daniel Böhm als Elfter erneut nur knapp die Top Ten. Bereits in der Verfolgung am Samstag hatten Birnbacher als Siebter und Böhm als Elfter überzeugt.

Zufrieden zeigte sich auch Herren-Trainer Mark Kirchner: "Von den Platzierungen her haben sie meine Erwartungen fast erfüllt, allerdings hatte ich ihnen bei diesen Bedingungen nicht mehr als einen Fehler zugestanden", sagte Kirchner leicht ironisch. Entsprechend optimistisch blickt der dreimalige Olympiasieger Richtung WM: "Wir sind im Saisonverlauf stetig besser geworden. Und wenn wie hier Greis und Peiffer fehlen, sind andere in die Bresche gesprungen. Wir fahren mit einer gefestigten Mannschaft zur WM."

Im Herzschlagfinale der Frauen-Verfolgung am Samstag fiel die Entscheidung erst mit dem letzten Schuss "Ich wusste, wenn ich genauso schieße wie Lena, habe ich keine Chance. Also habe ich mir Zeit gelassen", sagte Henkel, die sich nur einen Fehler bei vier Schießeinlagen geleistet hatte. Neuner, die mit zwei Fehlern im ersten Liegendschießen schwach gestartet war, holte den Rückstand in der Loipe auf und stand beim letzten Schießen direkt neben Henkel.

"Meine Nerven haben nicht mitgespielt, als ich die ersten vier getroffen hatte", sagte Neuner, die schließlich im Ziel 24,8 Sekunden Rückstand auf Henkel hatte. Trotzdem freute sich die Doppel-Olympiasiegerin: "Es ist schön, gemeinsam da oben zu stehen. " Das Kunststück schaffte das deutsche Duo in Fort Kent zum Erschrecken der Konkurrenz gleich dreimal.


STATISTIK:

Frauen:

1. Magdalena Neuner (Wallgau) 39:30,67 Minuten (1 Strafrunden)
2. Andrea Henkel (Großbreitenbach) 23,6 Sekunden zurück (1)

3. Darya Domracheva (Weißrussland) 28,7 (1)
4. Tora Berger (Norwegen) 51,7 (1)
5. Kaisa Mäkäräinen (Finnland) 54,5 (3)
6. Helena Ekholm (Schweden) 1:20,0 (2)
7. Kathrin Hitzer (Gosheim) 1:29,0 (2)
8. Sabrina Buchholz (Oberhof) 1:41,8 (1)
9. Marie Dorin (Frankreich) 1:53,5 (4)
10. Valj Semerenko (Ukraine) 2:00,6 (3)
14. Miriam Gössner (Garmisch) 2:17,5 (6)
20. Tina Bachmann (Schmiedeberg) 3:06,4 (6)
26. Selina Gasparin (Schweiz) 3:53,3 (3)

Männer:

1. Martin Fourcade (Frankreich) 39:48,98 Minuten (2 Strafrunden)
2. Tomasz Sikora (Polen) 3,1 Sekunden zurück
3. Tarjei Boe (Norwegen) 4,7 (2)
4. Andreas Birnbacher (Schleching) 5,5 (2)
5. Alexander Os (Norwegen) 28,6 (2)
6. Emil Hegle Svendsen (Norwegen) 30,6 (3)
7. Fredrik Lindström (Schweden) 30,7 (1)
8. Lukas Hofer (Italien) 33,4 (2)
9. Lowell Bailey (USA) 38,3 (2)
10. Serguei Sednev (Ukraine) 39,3 (1)
11. Daniel Böhm (Buntenbock) 40,7 (1)
14. Christoph Stephan (Oberhof) 1:02,1 Minuten zurück(3)

17. Christoph Sumann (Österreich) 1:17,8 (3)
28. Benjamin Weger (Schweiz) 3:15,1 (6)
29. Julian Eberhard (Österreich) 3:46,5 (7)

Nicht angetreten:

Michael Greis (Nesselwang)

Arnd Peiffer (Clausthal-Zellerfeld)

Quelle: SID/can

 
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