Biathlon-WM in Chanty Mansijsk: Neuner und Henkel mit besten Chancen
zuletzt aktualisiert: 02.03.2011 - 07:43Chanty Mansijsk (RPO). Nach den jüngsten Erfolgen im Weltcup gehen die deutschen Biathleten bei der WM im russischen Chanty Mansijsk mit viel Rückenwind auf Medaillenjagd. Vor allem Doppel-Olympiasiegerin Magdalena Neuner und die Weltcup-Führende Andrea Henkel haben beste Chancen auf Edelmetall.
Bei klirrender Kälte und strahlendem Sonnenschein sind Deutschlands Biathlon-Stars in der Weite Sibiriens heiß auf WM-Medaillen. Nach den Erfolgen bei den beiden Weltcups in den USA mit Siegen von Magdalena Neuner, Andrea Henkel und Arnd Peiffer gehen die DSV-Skijäger in jedes Rennen der Weltmeisterschaften im russischen Chanty Mansijsk (3. bis 13. März) mit besten Chancen auf Edelmetall. In der Mixedstaffel zum Auftakt der Titelkämpfe am Donnerstag (12.30 Uhr/ARD und Eurosport) könnte es in Bestbesetzung sogar Gold werden.
"Wenn man die Ergebnisse der einzelnen Athleten sieht, kämpft man um Gold. Aber die Norweger, Schweden und Franzosen sind auch sehr stark. Wer da die stärkste Staffel an den Start bringt, würde ich mich nicht trauen zu sagen", sagte Bundestrainer Uwe Müssiggang dem Sport-Informations-Dienst. Neben Neuner und Henkel werden in Michael Greis und Arnd Peiffer am Donnerstag auch die beiden derzeit erfolgreichsten Männer am Start sein.
Insgesamt geht das deutsche Team nach einer erfolgreichen Vorbereitung in Ruhpolding mit großem Optimismus in die WM. "Wir sind hier mit einem sehr guten Team. Bei den Frauen sind wir derzeit klar die Nummer eins, bei den Herren Zweiter. Unser Ziel ist es, jeweils eine Einzel- und eine Staffelmedaille zu gewinnen", sagte Müssiggang.
Der WM-Zeitplan (alle Zeiten MEZ):
Dienstag, 1. März: 16.30 Uhr Eröffnungsfeier
Donnerstag, 3. März: 12.30 Uhr Mixed-Staffel 2x6, 2x7,5 km
Samstag, 5. März: 10 Uhr Sprint 10 km Männer, 14.00 Uhr Sprint 7,5 km Frauen
Sonntag, 6. März: 10 Uhr Verfolgung 12,5 km Männer, 12.30 Uhr Verfolgung 10 km Frauen
Dienstag, 8. März: 13.15 Uhr Einzel 20 km Männer
Mittwoch, 9. März: 13.15 Uhr Einzel 15 km Frauen
Donnerstag, 10. März: Ruhetag
Freitag, 11. März: 14 Uhr Staffel 4x7,5 km Männer
Samstag, 12. März: 12.30 Uhr Massenstart 12,5 km Frauen, 14.30 Uhr Massenstart 15 km Männer
Sonntag, 13. März: Staffel 4x6 km Frauen
Mit der "üblichen Verspätung" waren die DSV-Athleten am Montag etwas müde, aber fit in Chanty Mansijsk gelandet. Auch Neuner hat sich bereits wieder von einer kurzen Magen-Darm-Erkrankung erholt und war beim ersten Training bester Laune. "Wenn ich fit bin, würde ich gerne alle Rennen laufen", sagte die siebenmalige Weltmeisterin. Bereits in Ruhpolding hatte die 24-Jährige im Gespräch mit dem SID klar gemacht: "Ich habe ja schon sieben Goldmedaillen, aber es dürfen auch gerne zehn sein."
Neben der zweimaligen Saisonsiegerin Neuner hat sich auch Andrea Henkel, die in Fort Kent/USA an die Spitze im Gesamtweltcup gestürmt war, die Medaillenjagd auf die Fahne geschrieben: "Ich hätte gerne eine Einzel-Medaille. Und auch eine in der Staffel. In der Mixedstaffel wäre es toll, wenn es mit Gold klappen würde. Dann hätte ich in allen Disziplinen WM-Gold", sagte die 33-Jährige.
Gössners Sorgen vor dem Schießstand
Jederzeit für einen Platz auf dem Podium gut ist auch Miriam Gössner, in diesem Winter bereits dreimal Zweite im Weltcup. Die bärenstarke Läuferin braucht allerdings einen guten Tag am Schießstand, um bei ihrer ersten WM-Teilnahme direkt Edelmetall mit nach Hause zu nehmen.
Dreifach-Olympiasieger Michael Greis gehört auch mit 34 Jahren weiter zur absoluten Weltspitze. "Wer in Russland Weltmeister werden will, muss auch erstmal Michi Greis schlagen", sagte Männer-Trainer Fritz Fischer. Greis, der in den USA nur ein Rennen lief, hat seine Rückenprobleme überwunden und sich akribisch vorbereitet. Dazu gehören neue Handschuhe gegen die Kälte und neue Ski. "Ich hoffe, dass ich mit einer Medaille nach Hause komme", sagte Greis.
Im Kampf gegen die starken Norweger um den im Gesamtweltcup führenden Shootingstar Tarjei Bö und Olympiasieger Emil Hegle Svendsen wird auch Arnd Peiffer ein gewichtiges Wörtchen mitreden können. Der Sprintsieger von Presque Isle/USA ist nach überstandener Erkrankung wieder fit.
"Arnd ist auf alle Fälle ein Mann, der an einem guten Tag aufs Treppchen laufen kann", sagte Männer-Trainer Mark Kirchner. Zudem hat die deutsche Staffel nach zwei Siegen in diesem Weltcup-Winter allen Grund, der Konkurrenz mit breiter Brust entgegen zu treten. Es ist also angerichtet, deutsche Medaillen in der sibirischen Sonne glitzern zu lassen.
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