| 16.25 Uhr

Biathlon
Schempp feiert in Antholz neunten Weltcup-Sieg

Simon Schempp ist nicht zu stoppen
Simon Schempp ist nicht zu stoppen FOTO: ap, FC FP
Antholz. Als sich Simon Schempp im strahlenden Sonnenschein von Tausenden Fans feiern ließ, war das Glück des neuen "Königs von Antholz" perfekt. "Was will man mehr? Besser geht es einfach nicht", sagte der Schwabe nach dem souveränen neunten Sieg seiner Karriere.

Beim Biathlon-Weltcup in Südtirol baute der Schwabe seine imposante "Italien-Serie" durch den makellosen Triumph im Sprint auf fünf Einzel-Erfolge nacheinander aus.

Bereits in den vergangenen beiden Jahren hatte der 27-Jährige in seinem "Wohnzimmer" Sprint und Verfolgung gewonnen, nun folgte der nächste Streich. Kein anderer Skijäger hat dieses Kunststück in Antholz bislang vollbracht. "Das Rennen geht immer neu los, auch wenn ich in den letzten beiden Jahren schon hier gewonnen habe. Das nützt mir relativ wenig für das aktuelle Rennen", sagte Schempp: "Ich musste die drei Runden und zwei Schießen super absolvieren, um wirklich wieder vorne zu stehen."

Nach 10 km lag der Staffel-Weltmeister bei traumhaftem Winterwetter vor den Augen seiner Eltern knapp vor dem ebenfalls fehlerfreien Maxim Zwetkow (Russland/+5,8 Sekunden) und Tarjei Bö (Norwegen/+10,8). "Das war ein harter Fight, und am Samstag geht es wieder von neuem los", sagte Schemp, der in der Verfolgung (15.15 Uhr/ARD) erneut als Favorit in die Loipe geht und seine Serie weiter ausbauen kann: "Die Zuschauer können sich auf einen richtig spannenden Wettkampf freuen. Ich hoffe, dass ich wieder gewinnen kann."

Vor der Reise nach Italien hatte Schempp Anfang Januar noch eine Zwangspause einlegen müssen. Nachdem ihn eine Erkältung zehn Tage lang ausgebremst hatte ("Das war eine sehr harte Zeit"), konnte er beim Heim-Weltcup in Ruhpolding nur im Einzel antreten. Der starke sechste Rang belegte aber bereits, dass sich Schempp in der Form seines Lebens befindet und selbst solche Rückschläge wegstecken kann.

Allerdings verspielte er so bereits alle Chancen auf den zu Saisonbeginn durchaus möglichen ersten Sieg im Gesamtweltcup. "Es ist natürlich extrem schade, wenn so ein Ausfall passiert. Aber mir hilft es nichts, jetzt zu grübeln. Ich muss nach vorne schauen. Solche Rennen wie heute helfen einem dann schon, darüber hinweg zu kommen", sagte Schempp. Er verbesserte sich auf Rang fünf (429 Punkte), liegt aber weit hinter Spitzenreiter Martin Fourcade (Frankreich/668).

Einen wirklichen Grund, warum er in der dünnen Luft auf 1600 Metern Höhen schon seit drei Jahren nicht zu schlagen ist, kann Schempp nicht liefern. "Ich fühle mich natürlich sehr wohl hier. Aufgrund der Erfolge ist es ein angenehmer Ort, aber das genau zu erklären, ist sehr schwierig", sagte Schempp nach seinem vierten Saisonsieg: "Ich liebe es hier einfach."

Ausschlaggebend für Schempps erneuten Triumph am Freitag war indes die so oft zitierte "Komplex-Leistung" aus beiden Teildisziplinen. Am Schießstand zeigte der Schwabe nicht mal im Ansatz Schwächen, räumte alle zehn Scheiben zielsicher ab. Auf dem Ski waren nur zwei Läufer schneller - weil Schempp eben alle Tücken und Herausforderungen der Loipe kennt.

Für ein erfreuliches deutsches Mannschaftsergebnis sorgten auch der frühere Sprint-Weltmeister Arnd Peiffer (Clausthal-Zellerfeld) als Neunter und Benedikt Doll (Breitnau) auf dem elften Platz. Doppel-Weltmeister Erik Lesser (Frankenhain) musste sich nach seinem Sieg am Sonntag in Ruhpolding mit Rang 34 begnügen.

Im Verfolgungsrennen der Frauen will die Sprint-Zehnte Miriam Gössner derweil ein weiteres gutes Resultat einfahren. "Es ist viel möglich, die Abstände sind gering", sagte die 25-Jährige, die mit 40,1 Sekunden Rückstand auf die Russin Olga Podtschufarowa in die Loipe gehen wird. Staffel-Weltmeisterin Laura Dahlmeier und Maren Hammerschmidt fehlen krankheitsbedingt weiter - ein Start des Duos in der abschließenden Staffel am Sonntag gilt ebenfalls als unwahrscheinlich.

(ems/sid)
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